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Grüne Spinner geehrt

Der Ideenwettbewerb im Elbe-Röder-Dreieck ging an der Kirche Wildenhain zu Ende. Ausgezeichnet wurden nur einige - aber Gewinner waren alle.

Die Vogelberg-Imkerei in der Kita Kreinitz gewann den ersten Preis der Kategorie Soziales.
Die Vogelberg-Imkerei in der Kita Kreinitz gewann den ersten Preis der Kategorie Soziales. © privat

Wildenhain. Es existiert ein schöner Ausspruch von Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es. Das könnte als Motto auch über dem Ideenwettbewerb "Grüne Spinner gesucht" der Gebietsgemeinschaft zwischen Riesa und Großenhain gelten. Bei der Auszeichnungsveranstaltung macht Initiator Falko Haak vom Regionalmanagement des Elbe-Röder-Dreiecks e. V.  mit einigen drastischen Fakten auf globale Umweltsünden aufmerksam. Man könnte über den ökologischen Zustand unserer Welt verzweifeln. Doch schon Martin Luther wollte ein Bäumchen pflanzen, bevor die Erde untergeht. Er wäre damit ein grüner Spinner. 

"Man sollte diesen Begriff mit höchster Anerkennung verwenden", sagt Falko Haak vor den Vertretern der 32 Projekte, die im Wettbewerb seit Februar eingereicht wurden. Ein Hain der Ideen macht im Pfarrgarten Wildenhain mit den tollen Vorschlägen bekannt. 13 wurden in der Kategorie Soziales eingereicht, 16 in der Kategorie Umwelt und drei in der Kategorie Wirtschaft. Aus der Großenhainer Region, die gebietsmäßig viel kleiner ist, kamen sechs der 32 Vorschläge. "Immerhin jeder tausendste Einwohner hat mitgemacht", lobt Falko Haak die aus seiner Sicht erfreuliche Beteiligung - trotz Corona.  

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Das Projekt Vertikale Gärten am Dorfkrug Roda gewann den ersten Preis der Kategorie Wirtschaft. Es soll demnächst verwirklicht werden.
Das Projekt Vertikale Gärten am Dorfkrug Roda gewann den ersten Preis der Kategorie Wirtschaft. Es soll demnächst verwirklicht werden. ©  privat

Allerdings: attraktive Geldpreise winkten den besten Vorschlägen. Die drei Erstplatzierten können mit 1.500 Euro rechnen. Die Zweitplatzierten bekommen 1.000 Euro und die Drittplatzierten noch 500 Euro. Weitere Plätze erhalten 200 bzw. 100 Euro. Die Qual der Wahl hatte eine Jury, die aus Rita Schumacher aus Großenhain, Fritz Woitaß aus Zabeltitz, Volker Wilhelms aus Treugeböhla, Klaus Dünnebier aus Riesa und Ulrich Burkhardt bestand. "Doch letztlich hat jeder mit seinem Beitrag gewonnen", unterstreicht Vereinsvorsitzender und Bürgermeister Jochen Reinicke. Denn jeder Beitrag steht für Verbundenheit mit der Region und Verantwortungsbewusstsein -  für gesellschaftlichen Zusammenhalt und bürgerschaftliches Engagement, das öffentlich vertreten wird und regionale Lösungen im Blick hat. Deshalb wollen die Wettbewerbsveranstalter die Pläne auch bei ihrer Umsetzung weiter begleiten. 

Sehr erfreulich ist, dass sich zahlreiche Projekte mit Kindern und Jugendlichen beteiligten. Folgerichtig gewann in der Kategorie Soziales die Vogelberg-Imkerei in der Kita Kreinitz vor der Kita Strauch und den Röderauer Eichhörnchen. Wie Kerstin und Daniel Richter aus Grödel erzählen, kam das Imkerprojekt in der Kita Kreinitz zu deren 20. Geburtstag im Vorjahr zustande. Die Richters haben einen Sohn und einen Enkel in der Kita, deshalb setzten sie sich für die Wiederbelebung eines leeren Bienenstockes ein. Schon beim Kita-Weihnachtsmarkt konnte der erste Honig verkauft werden. Die Gewinner nutzen das Preisgeld, um kindgerechte Bücher über Wildbienen zu kaufen, mit den Kindern Herbarien mit Bienenbezug anzulegen und am besten das ganz Dorf Kreinitz in die Initiative einzubeziehen.   

An insgesamt vier Standorten in Zeithain wird die Jugendfeuerwehr am 30. Oktober Hecken pflanzen - in Vorbereitung des 100. Jubiläums der Ortswehr im nächsten Jahr - erster Platz in der Kategorie Umwelt.
An insgesamt vier Standorten in Zeithain wird die Jugendfeuerwehr am 30. Oktober Hecken pflanzen - in Vorbereitung des 100. Jubiläums der Ortswehr im nächsten Jahr - erster Platz in der Kategorie Umwelt. © privat

Gewinner unter den Wirtschaftsbetrieben als Teilnehmer wurde der Dorfkrug Roda. Marco Kalwak hat 2015 auf der Expo in Mailand vertikale Gärten an einem Gebäude gesehen und war begeistert. Das soll nun am modernisierten Gasthof in Roda umgesetzt werden. "Das sieht nicht nur schick aus, sondern dient auch zum Filtern von Feinstaub", so der Gastronom. Sein Haus verzichtete bereits auf die traditionellen roten Geranien und bepflanzte stattdessen insektenfreundlich. "In einem ersten Abschnitt wollen wir bis August auf fünf Quadratmetern eine blühende vertikale Sommerwiese an der Straßenseite anlegen", sagt Kalwak. Das habe auch den Effekt der Beschattung und Lärmminderung. Dachwasser werde zur Bewässerung verwendet, die vertikale Bepflanzung spart Platz. In einem zweiten Schritt soll die gesamte Scheune begrünt werden. Auch dem hohen Kräuterbedarf will der Gasthof damit Rechnung tragen. 

Gewinner in der Kategorie Umwelt wurden Jugendwart Norbert Miska und die Feuerwehr Zeithain. Ihre Idee ist ein Wanderweg "Lebensraum Hecke", der anlässlich des 100. Jubiläums der Feuerwehr 2021 am 30. Oktober dieses Jahres angelegt werden soll. Vier straßenbegleitende Hecken sollen gemeinsam geplant und gepflanzt werden. Zwei Monate Vorbereitung und "viel Gehirnschmalz" stecken in der Bewerbung, so Norbert Miska. Ausgewählt wurde unter anderem eine Stelle, wo Obstbäume abgestorben sind. Das Preisgeld fließt in die Veranstaltung und die Versorgung bei der Pflanzaktion. 

Kerstin Richter wurde für die Imkerei in der Kita Kreinitz ausgezeichnet.
Kerstin Richter wurde für die Imkerei in der Kita Kreinitz ausgezeichnet. © Anne Hübschmann
Marco Kalwak vom Dorfkrug Roda wurde Sieger in der Kategorie Wirtschaft für die Idee der Vertikalen Gärten.
Marco Kalwak vom Dorfkrug Roda wurde Sieger in der Kategorie Wirtschaft für die Idee der Vertikalen Gärten. © Anne Hübschmann
Norbert Miska von der Jugendfeuerwehr Zeithain gewann den ersten Preis in der Kategorie Umwelt. Dahinter im Foto: Regionalmanager und Wettbewerbsorganisator Falko Haak vom Elbe-Röder-Dreieck.
Norbert Miska von der Jugendfeuerwehr Zeithain gewann den ersten Preis in der Kategorie Umwelt. Dahinter im Foto: Regionalmanager und Wettbewerbsorganisator Falko Haak vom Elbe-Röder-Dreieck. © Anne Hübschmann

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Die Teilnehmer des Ideenwettbewerbs Grüne Spinner wollen ihre Projekte umsetzen, auch wenn sie keinen Preis erhielten.

Weitere Platzierte: Kategorie Wirtschaft: 2. Preis Birgit Beecken aus dem Ortsteil Pfeife in Frauenhain, 3. Preis: Jana Förster aus Gröditz. Kategorie Umwelt: 2. Preis Kirchspiel Zeithain, 3. Preis: Karsten Werner und Dirk Wartenberg aus Glaubitz.  

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