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Warten auf Familie Adebar

Die Glaubitzer Anja und Daniel Schäfer waren mit „Ein Storchennest im Streuobst“ beim Umweltwettbewerb Grüne Spinner. Nun machen sie weiter.

Prinz-Albrecht-von-Preußen-Apfelbaum und Storchennest: Anja und Daniel Schäfer im Garten ihres Bauerngutes in Glaubitz.
Prinz-Albrecht-von-Preußen-Apfelbaum und Storchennest: Anja und Daniel Schäfer im Garten ihres Bauerngutes in Glaubitz. © Manfred Müller

Glaubitz. In diesem Jahr haben die Weißstörche nur vorbeigeschaut, aber das Nest auf dem alten Holzmast im Garten der Schäfers noch nicht angenommen. Das ist normal – bei völlig neu errichteten Horsten sind die Adebare generell erst einmal skeptisch. „Der Storchenexperte Olaf Gambke hat uns erklärt, dass es Jahre dauern kann, bis so ein Kunsthorst angenommen wird“, sagt Daniel Schäfer.

Immerhin scheint in der laufenden Brutsaison im Elbe-Rödergebiet ziemlich viel Nachwuchs ausgeflogen zu sein. Dadurch könnten die Wohnungen nächstes Frühjahr knapp werden und die Chancen auf den Erstbezug steigen. „Wir haben sogar den Expertentipp befolgt und ein paar weiße Farbflecken in den Nistkorb gemalt“, erzählen die Schäfers. Es sieht dann aus, als hätten dort schon einmal Störche gebrütet und ihre charakteristischen Kotflecken hinterlassen – was das Nest für Nachmieter offenbar attraktiv macht.

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Die Glaubitzer Anja und Daniel Schäfer haben sich mit ihrem Projekt "Ein Storchennest im Streuobst" am regionalen Ideenwettbewerb „Grüne Spinner gesucht“ beteiligt und in der Kategorie Umwelt einen beachtlichen vierten Platz belegt. Die Aktion war vom Verein Elbe-Röder-Dreieck initiiert worden, und mehr als 30 Privatpersonen, Institutionen und Firmen beteiligten sich. „Wir hatten unsere Ideen schon, bevor der Wettbewerb ins Leben gerufen wurde“, sagt Anja Schäfer.

Noch ein Teich geplant

Mit dem Pflanzen von Obstbäumen begannen die beiden bereits 2016. Es sollten Sorten sein, die in Deutschland bereits seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten gezogen wurden. Den Danziger Kantapfel etwa, den Dülmener Herbstrosenapfel oder Prinz Albrecht von Preußen.

Birnensorten, wie der berühmte Clapps Liebling. Süßkirschen, wie die Große Prinzessin. Die Früchte sind zum einen für den eigenen Verzehr bestimmt, aber auch die Vögel, die im Garten umherschwirren, bekommen ihren Teil ab. Als Nächstes wollen die Schäfers neben und zwischen den Obstbaumreihen Blühstreifen anlegen. Die Wiesenblumen sollen Insekten anlocken, die dann wieder dabei helfen, die Obstbäume zu bestäuben.

Anja und Daniel Schäfer haben das alte Rostig-Gut an der Glaubitzer Rampe zu einem Wohnhof mit etlichen Mietwohnungen umgebaut. Zuerst mussten die Gebäude instandgesetzt werden – jetzt ist das Außengelände dran. 

„Das war eine schnöde Wiese; da musste einfach etwas passieren“, erklärt Daniel Schäfer. Als Tischler verfügt der 43-Jährige über das handwerkliche Können, um vieles am Grundstück selbst zu machen. „In den Wintermonaten hat man auch die nötige Zeit dazu“, sagt er.

Das Rad zum Beispiel, das die Basis des Storchennests im Garten bildet, hat Schäfer selbst gezimmert. Aus haltbaren Holzsorten natürlich – es soll am besten eine ganze Storchendynastie begründen. „Wir sind zwar auf dem Lande großgeworden“, sagt Anja Schäfer, „aber eben nicht in der Landwirtschaft.“

Deshalb haben die beiden, wo es nötig war, Fachleute hinzugezogen. Für die Streuobstwiese zum Beispiel die Baumschule Schäfer aus Naustadt. Und toi, toi, toi – bisher sei kein einziger Baum eingegangen.

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Bei all ihren Neu- und Umgestaltungen wollen die beiden Glaubitzer, dass der Charakter des einstigen Gutes erhalten bleibt. „Exotisches passt nicht hierher“, steht für Anja Schäfer fest. Ein hölzerner Bauernwagen im Hof, ein Obstgarten mit alten Walnussbäumen und ein Storchennest hinterm Haus. „Vielleicht noch ein kleiner Schwimmteich“, sinniert Daniel Schäfer. „Na ja“, sagt er mit einem Seitenblick zu seiner Frau. „Wohl eher so etwas wie ein Weiher.“

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