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Gute Pflege muss bezahlbar bleiben

Hoyerswerdaer Pflegedialog entwickelte neue Ideen für eine menschenwürdige Pflege.

Gabriele Mark (links) spricht beim Hoyerswerdaer Pflegedialog mit Beate Sperling. Peggy Meißner, Frank Hirche und Thomas Delling hören zu.
Gabriele Mark (links) spricht beim Hoyerswerdaer Pflegedialog mit Beate Sperling. Peggy Meißner, Frank Hirche und Thomas Delling hören zu. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. In Würde und gut umsorgt alt werden will jeder Mensch. Damit das gelingt, arbeitet in Hoyerswerda, Elsterheide, Lohsa, Lauta und Spreetal ein Pflegenetzwerk aus Mitarbeitern von Pflegediensten, vom Ambulanten Malteser Hospizdienst, von Altenpflegeheimen; ferner Vertreter des Landratsamtes Bautzen, der Kommunalpolitik Hoyerswerda, von Pflegekassen und Wohnungsunternehmen. Sie berieten jetzt im Schloss auf dem Regionaldialog Pflege des Sozialamtes des Landkreises Bautzen – und mit Frank Hirche (MdL) sowie Thomas Delling, Bürgermeister für Kultur und Soziales Hoyerswerda.

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Der Garten ruft
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Die öffentliche Schlussdiskussion ergab folgende Ergebnisse: Für den Workshop Soziales Miteinander und Vernetzung erklärte Mirko Pink vom Bürgeramt Hoyerswerda, dass zum Beispiel der Bäcker oder Friseur bei Bedarf seine Kunden auf die Möglichkeit einer Pflegeberatung hinweisen könnte. Um diese Informationen in allen Städten und Gemeinden zu verbreiten und individuelle Fragen sofort zu klären, könnte die Pflegenetzkoordinatorin des Landratsamtes mit einem Beratungsmobil in die Orte fahren. Sabine Mischner vom Ambulanten Malteser Hospizdienst regte zum Thema Wohnen an: „Über altersgerechte Wohnformen und Umbaumöglichkeiten in den eigenen vier Wänden müsste dringend besser informiert werden.“ Das könne eine Zeitung übernehmen, die kostenlos alle Haushalte der Städte und Gemeinden erreicht. Der 2. Geschäftsführer der PSW Dienstleistungen GmbH, Steffen Rostalski, forderte zur Infrastruktur, dass der Besuch von Ärzten, Geschäften und Ehepartnern im Pflegeheim zu bezahlbaren Verkehrsmittel-Preisen möglich sein muss. Dafür haben die Gemeinden Rahmenbedingungen zu schaffen und Eigen-Initiativen der Bevölkerung zu unterstützen.

René Fornfeist, Mitarbeiter beim OCS Pflegedienst Lausitz, beurteilte für den Workshop gesundheitliche Infrastruktur die ab 2020 beginnende generalistische Pflegeausbildung. Alle Schüler erwerben in zwei Jahren gleiche medizinische Kenntnisse. Danach beginnt die Spezialisierung in der Altenpflege. „Grundsätzlich ist das gut, aber der/die Pflegefachmann/-fachfrau im Krankenhaus bekommt mehr Lohn. Wer pflegt dann noch alte Menschen?“ Damit Firmen mehr ausgebildete Pfleger finden, müsse der Tariflohn auch für kleine Pflegedienste verankert und eine den Arbeitszeiten angepasste Kinderbetreuung organisiert werden– darauf wies John Kretzschmar vom OCS Pflegedienst Lausitz für den Workshop Professionalisierte Pflege hin. Sachsen sei zudem das einzige Bundesland, in dem die Fahrzeit der Pfleger zwischen den Pflegestellen nicht bezahlt wird. Diesen Missstand nahm Frank Hirche als zu lösendes Problem mit in den Landtag. Er will auch Pflegeeinrichtungen besuchen, um dort die Arbeit für die Menschen mit allen Problemen direkt zu erleben.

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