merken
PLUS Freital

Gymnasium Wilsdruff wird später fertig

Ein Streit mit einer Baufirma bringt den Zeitplan durcheinander. Das hat Folgen für Schüler und Lehrer.

Vor einer Woche waren Bürgermeister Ralf Rother (li.) und Baumatsleiter André Börner noch ganz zuversichtlich.
Vor einer Woche waren Bürgermeister Ralf Rother (li.) und Baumatsleiter André Börner noch ganz zuversichtlich. © Andreas Weihs

Das Wilsdruffer Gymnasium wird zu Beginn des neuen Schuljahres im Sommer noch nicht bezugsfertig sein. Darüber informierte Bürgermeister Ralf Rother (CDU) den Stadtrat am Donnerstagabend. Die Fertigstellung wird sich „erheblich“ verzögern. Wie lange, das vermochte der Rathauschef nicht zu sagen. Noch vor einer Woche zeigte sich der Rathauschef zuversichtlich, dass die geplante Eröffnung im August zu schaffen sei, wenngleich es sehr knapp werden würde. Dieses Ziel ist nicht mehr zu halten.

Der weitere Zeitplan hängt nun vom Agieren der Vergabekammer des Freistaates Sachsen ab. Diese muss eine Entscheidung dazu treffen, welche Firma die Außengestaltung des Schulgeländes übernimmt. Elf Firmen hatten ihre Unterlagen dafür abgegeben. Das günstigste Angebot kam von einer Landschafts- und Gartenbaufirma aus der Leipziger Region. Bei der weiteren Prüfung der Unterlagen stellte das für den Gymnasiumsbau zuständige Planungsbüro aber Mängel in den Unterlagen fest. Denn jede Firma muss sich auch einer Eignungsprüfung unterziehen. Unter anderem wird geklärt, ob die Firma zuverlässig ist, ähnliche Vorhaben in den letzten drei Jahren ausgeführt hat und ihren steuerlichen Verpflichtungen nachgekommen ist. Das Planungsbüro forderte den Erstplatzierten auf, fehlende Unterlagen nachzureichen. In der angesetzten Sechs-Tages-Frist habe das Unternehmen laut Rother aber nicht alle Unterlagen nachgereicht. Deshalb wurde es aus der Wertung ausgeschlossen und darüber am 1. Februar informiert. Am 8. Februar legte das Unternehmen Widerspruch bei der Vergabekammer des Freistaates ein.

Anzeige
Biathlon-Weihnachtsfeier - jetzt buchen!
Biathlon-Weihnachtsfeier - jetzt buchen!

Kondition, Koordination und Konzentration: die unvergessliche Weihnachtsfeier mit der Sie und Ihre Kollegen ins Schwarze treffen.

Amtsleiter wagt keine Prognose

Wilsdruff musste danach alle Vergabeunterlagen der Kammer übergeben. Am 6. März luden deren Mitarbeiter den Zweitplatzieren zu einem Gespräch. Eigentlich wollte die Vergabekammer bis zum 15. März entscheiden, wie es weitergeht, so Rother. Doch zwei Tage vor Ablauf der Frist wurde diese bis zum 12. April verlängert. Damit ist alles in der Schwebe. Die Stadt kommt nicht weiter, weil sie auf eine Entscheidung warten muss. Möglich ist, dass die Vergabekammer dem Erstplatzieren recht gibt, sagt Bauamtsleiter André Börner. Sie könnte aber auch den Auftrag an den Zweiplatzierten geben, so Börner. So oder so wird es schwierig, weil die Unternehmen meist auf mehreren Baustellen unterwegs sind und umdisponieren müssen. Vielleicht, so hofft der Bauamtsleiter, könne man sich darauf einigen, dass wenigstens einige der ausgeschriebenen Arbeiten erbracht werden können. Im schlimmsten Fall müssen die Arbeiten noch einmal ausgeschrieben werden. Dieses Verfahren dauert gut drei Monate.

Aufgrund dieser Ausgangslage sei derzeit nicht absehbar, wann das Gymnasium fertiggestellt werden kann. „Das ist wie ein Blick in die Glaskugel“, so Börner. Die Außenanlagen sind ein wichtiger Bestandteil des Gymnasiums, denn dazu gehören nicht nur die Grünflächen, der Pausenhof und die Spielplätze, sondern auch das Verlegen der Drainage, die Parkplätze, die Feuerwehrzufahrt, der Haupteingang und der Zugang für die Lehrer. Börner wagt deshalb keine Prognose. Und auch Rother wollte sich in der Stadtratssitzung auf keinen Termin festlegen. Allerdings werde man Vorsorge treffen, dass der Schulbetrieb am Interimsstandort in Freital-Kleinnaundorf weitergehen kann. „Wir werden mit der Stadt Freital, dem Landkreis und der Schulleitung über eine Verlängerung der Interimslösung beraten“, kündigte Rother an. Dem Vernehmen nach hat es bereits erste Gespräche mit Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) gegeben.

Weiterführende Artikel

So schön ist das Wilsdruffer Gymnasium

So schön ist das Wilsdruffer Gymnasium

Die Bauarbeiter sind auf der Zielgeraden. Die Arbeiten am Außengelände sind zu Dreiviertel abgeschlossen.

Großes Interesse am neuen Gymnasium

Großes Interesse am neuen Gymnasium

Für das Gymnasium Wilsdruff wurden 74  Kinder angemeldet - deutlich mehr als im Jahr zuvor.

Das leerstehende Schulgebäude wird seit der Gründung des Wilsdruffer Gymnasiums Mitte 2018 als Ausweichstandort genutzt. Der Bau des über 24 Millionen Euro teuren neuen Gebäudes begann Ende 2017.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

Und unseren ebenfalls kostenlosen täglichen Newsletter abonnieren Sie unter www.sz-link.de/freitalkompakt

Mehr zum Thema Freital