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Görlitz

Coronavirus: Hilflosigkeit im Ernstfall

Alle sind vorbereitet auf das Virus, heißt es. Doch der Görlitzer Verdachtsfall zeigt, es muss auch Verantwortung übernommen werden, kommentiert Sebastian Beutler.

SZ-Redakteur Sebastian Beutler kommentiert.
SZ-Redakteur Sebastian Beutler kommentiert. © Bildmontage: SZ, Foto: dpa

Das ist noch einmal gut gegangen, der Coronavirus-Verdacht in Görlitz hat sich nicht bestätigt. Auch die Aufregung in Zgorzelec hat sich gelegt. Das sind gute Nachrichten. Es ändert aber nichts daran, dass das Virus über kurz oder lang auch hier auftreten und sich verbreiten wird. Dafür sind die Infektionsketten mittlerweile zu zahlreich und zu unübersichtlich.

Der Fall vom Freitag in einer Görlitzer Arztpraxis, wo vier Patientinnen, ein Arzt und seine Praxishelferin über drei Stunden in Ungewissheit verharren mussten, kann dafür durchaus hilfreich sein. Er zeigte, dass bei aller Vorbereitung in der Theorie der Ernstfall doch noch mal etwas anderes ist. Und dann eben Vieles nicht nach Plan läuft. Eine gewisse Hilflosigkeit auf allen Seiten prägt den Ablauf der Stunden in der Arztpraxis, aber auch bei den Behörden. Die Patientin kam, entgegen aller öffentlichen Hinweise, gleich in die Praxis, sie saß dort eine Stunde im Wartezimmer mit anderen zusammen. Das Gesundheitsamt war nicht gleich erreichbar, die Rettungsleitstelle sagte erst einen Transport zu, dann wieder ab. Das sieht alles nicht nach einem klaren Plan aus. Vor allem: Jeder schob die Verantwortung auf den nächsten weiter, am Ende blieb alles am Hausarzt hängen, dem keine Hilfe gewährt wurde.

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In einem solchen Fall wünschen wir uns alle eine Amtsärztin, die nicht wegduckt; eine Rettungsleitstelle, die klare und eindeutige Ansagen macht; Ärzte, die kühlen Kopf bewahren; Patienten, die die öffentlich verbreiteten Hinweise auch befolgen; Kliniken, die auf Isolierstationen in unübersichtlichen Lagen Patienten aufnehmen. 

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Für Panik besteht kein Anlass, wohl aber zu Vorsicht. Das Coronavirus ist kein Todesurteil, 80 Prozent aller Erkrankungen verlaufen glimpflich. Die Influenza-Grippe ist im Kreis noch weitaus gefährlicher. Aber das muss nicht so bleiben, deswegen muss alles dafür getan werden, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dabei kann jeder helfen: Kein Händeschütteln, viel Händewaschen, etwas mehr Abstand im Alltag. 

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