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Horka träumt vom großen Investor

Am Güterbahnhof soll eine Fotovoltaik-Anlage entstehen. Doch das stößt im Gemeinderat auf Widerspruch. Dort gibt es ganz andere Pläne.

Einst stand hier am Rande des Horkaer Güterbahnhofes ein Sägewerk. Nachdem die Deutsche Bahn ihren Lagerplatz aufgegeben hat, ist das Areal wieder frei – für einen neuen Investor, hofft die Gemeinde.
Einst stand hier am Rande des Horkaer Güterbahnhofes ein Sägewerk. Nachdem die Deutsche Bahn ihren Lagerplatz aufgegeben hat, ist das Areal wieder frei – für einen neuen Investor, hofft die Gemeinde. © André Schulze

Die Fläche ist zehn Hektar groß, eben und überwiegend asphaltiert. Sie besitzt einen Gleisanschluss mit Aussicht auf schnellen Transport nach ganz Europa, Straßenanbindung, ein Verwaltungsgebäude und alle notwendigen Medienanschlüsse. Vorzüge, die ein Gewerbestandort aufweisen sollte, um begehrt zu sein. Eigentlich müssten sich interessierte Unternehmen also darum reißen. Doch die Situation bei dem Areal rechtsseitig der Straße zwischen Horka und Geheege, kurz nach dem Güterbahnhof, sieht anders aus.

Anfang der 1990er Jahre hatte der Eigentümer, die Firma Wolf Systembau mit ihren Hauptsitzen im österreichischen Scharnstein und dem niederbayerischen Osterhofen, auf dem Gelände ein Sägewerk errichtet, hier produziert, sich dann aber wieder zurückgezogen. Grund war die Gründung der Firma Klausner Holz Sachsen in Kodersdorf im Jahre 2004, die mit einer Einschnittkapazität von rund 1,2 Millionen Festmeter pro Jahr und einer Hobelkapazität von jährlich etwa 0,4 Millionen Kubikmeter viel größere Parameter aufwies als das Horkaer Werk. Nach dem Ende der Holzverarbeitung auf diesem Standort passierte lange Zeit nichts, ehe sich die Deutsche Bahn den Umstand zunutze machte und das Gelände im Zuge des Ausbaus der Niederschlesien-Magistrale als Lagerfläche pachtete. Nun ist auch dieses Kapitel beendet und die Fläche wieder frei. „Die Firma Wolf kam deshalb auf uns zu und bat darum, hier Fotovoltaikanlagen errichten zu dürfen“, so Bürgermeister Christian Nitschke. Dies, meint er, kam nicht ganz unbegründet. Denn der Gemeinderat hatte schon 2011 einen Beschluss gefasst, dass drei Hektar und weitere Flächen zum Erzeugen von Sonnenstrom genutzt werden können.

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Dies allerdings hoben die Räte in ihrer jüngsten Sitzung auf. Zum einen gebe es schon genügend Fotovoltaikanlagen im Gemeindegebiet, zum anderen wolle man die Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen, doch noch eine größere Gewerbeansiedlung in den Ort zu holen. Dabei setzt Horka große Hoffnungen auf die Entwicklungen nach dem beschlossenen Kohleausstieg. „Wenn die Lausitz insgesamt davon profitiert, möchten auch wir mit am Tisch sitzen, wenn es um die Ansiedlung neuer Investoren geht“, macht der Bürgermeister deutlich.

Deshalb habe man auch bereits Gespräche mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises geführt und hoffe zudem, dass sich das sächsische Wirtschaftsministerium dafür verwende. „Wir sollten die Fläche deutschland- und europaweit anbieten. Dann bin ich zuversichtlich, dass sich Interessenten finden“, so Nitschke.

Ganz so einfach dürfte die Sache aber dennoch nicht werden, da sich die Fläche noch nie in Gemeindebesitz befand. Anfang der 1990er Jahre wurde sie im Verbund von Horka und dem damals noch eigenständigen Biehain über einen Vorhaben- und Erschließungsplan entwickelt. Laut Horkas Gemeindechef beinhaltet der Flächennutzungsplan für das Gelände eine wirtschaftliche Lösung. Sollte sich ein Investor finden, müsse erneut ein Vorhaben- und Erschließungsplan über das Areal gelegt werden, so Nitschke.

Natürlich müsste auch der aktuelle Grundstückseigentümer mitziehen. Denn selbst noch einmal hier produzieren – diese Ambitionen hat die Firma Wolf offenbar nicht. Die Fläche mit Solarpaneelen zu belegen, wäre die einfachere, von der Gemeinde aber nicht gewünschte Lösung. Am liebsten würde die Kommune das Areal kaufen, wegen klammer Kassen scheint das aber derzeit unmöglich.

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