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Hoyerswerdas Zoo hat wieder Pinguine

Die Anlage für die Vögel ist nach einem Massensterben im Jahr 2018 aufwendig umgebaut worden.

Acht von zehn – zur Begrüßung hatte Tierpflegerin Carolin Adler den Pinguinen einen Wasserball ins Bassin geworfen. Auch Tiere spielen gern.
Acht von zehn – zur Begrüßung hatte Tierpflegerin Carolin Adler den Pinguinen einen Wasserball ins Bassin geworfen. Auch Tiere spielen gern. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Wohl kaum jemand mag Preiserhöhungen. Im Hoyerswerdaer Zoo gab es zu Wochenanfang eine solche. Der Standard-Eintritt kostet nun neun statt wie bisher acht Euro. Man trage der allgemeinen Preisentwicklung Rechnung, heißt es von der Zoo, Kultur und Bildung gGmbH. Andererseits gibt es wohl ebenso kaum jemanden, der Pinguine nicht mag. „Ich kenne zumindest viele Leute, die Pinguinfiguren sammeln“, sagt Zoo-Chef Eugéne Bruins. Im Zoo leben nun wieder echte Humboldt-Pinguine, genau zehn Stück. Fünf kamen aus dem französischen Saint-Aignan und fünf aus Halle an der Saale.

Ende 2018 hatte der Zoo seine gesamte Pinguingruppe eingebüßt. Der Grund heißt Aspergillose, eine durch Schimmelpilze ausgelöste Infektionskrankheit. Der heiße Sommer hatte die Tiere so geschwächt, dass sie den Erregern nichts mehr entgegensetzen konnten.

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Die folgenden Umbauten am Gehege sollten unter anderem in dieser Hinsicht einen größtmöglichen Schutz sicherstellen. So ist das Schwimm-Becken für die Vögel jetzt durch ein großes Sonnen-Segel beschattet. Über eine Pumpe wird zudem zwölf Grad kühles Grundwasser zugeführt. Und zur Reinhaltung des Wassers gibt es nicht nur Filter auf Kies-Basis, sondern auch eine Bestrahlung mit UV-Licht sowie eine Desinfektion auf Ozon-Grundlage.

Kosten: 75.000 Euro

„Das ist ja schon die Hochtechnologie in der Wasseraufbereitung“, lobt Wolf-Thomas Hendrich. Der Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe war zur Wiedereinweihung und zum Pinguin-Einzug eingeladen, weil der Zoo bei großen Bauvorhaben immer auf Gönner, sprich auf Spender angewiesen ist. 75.000 Euro hat die Erneuerung der Pinguin-Anlage gekostet. Neben den VBH und dem Verein der Zoofreunde hat auch Heike Widanski tief in die Tasche gegriffen. Sie lebt seit 2018 in der Hoyerswerdaer Altstadt und ist allgemein Tieren sehr zugetan. Ein echter Pinguin-Fan wurde sie vor fünf Jahren bei einer Teneriffa-Reise. Auf der Kanaren-Insel gibt es im Loro Parque eine Anlage namens „Planet Penguin“, die als weltweit größte ihrer Art gilt. Sie sei begeistert gewesen, sagt Heike Widanski. Und als sie von den Problemen im Hoyerswerder Zoo hörte, bot sie finanzielle Hilfe an. „Plötzlich kommt da jemand ins Büro und möchte spenden. Das ist natürlich wundervoll“, sagt Eugéne Bruins.

Heike Widanski hat sich während des Gehege-Umbaus regelmäßig vom Fortgang der Dinge überzeugt. An jedem Wochenende besucht sie den Zoo. Bevor das Wasser eingelassen wurde, durfte sie sogar einmal auf dem Grund des Beckens stehen. „Diese Gelegenheit kommt ja nie wieder“, sagt sie. Eugéne Bruins hat sie inzwischen auch zu einer Sonder-Fütterung eingeladen.

Der Zoo benötigt mit dem Wiedereinzug der Pinguine nun wieder mehr Fisch. Die Tiere bekommen zweimal täglich Heringe oder Sprotten – regelmäßig versetzt mit Vitamin-Präparaten.„Ich bin sowas von erleichtert, sowas von froh, wieder Pinguine im Zoo zu haben“, sagt der Zoo-Chef. Mit der neuen Anlage habe man sich wirklich alle Mühe gegeben. Es existierten zwar keinerlei Regeln, die eine optimale Haltung gerantieren. Aber im Vergleich mit dem 1997 eingeweihten Ursprungs-Gehege sei eben an alles gedacht worden, was naheliegt. Das Kiesbett um das Becken herum zum Beispiel soll gewährleisten, dass die Tiere nicht klatschnass in ihre Höhlen trippeln und diese durchfeuchten. Zusätzlich sind die Höhlen auch besser gelüftet als bisher.

Alle zehn Neuankömmlinge sind überdies Jungspunde, Schlüpfjahrgang 2019. Der Zoo hofft auf Eier und Nachwuchs.

Ein Besuch bei Wellensittichen

Mit der gestrigen Einweihung ist die in diesem Jahr vierte Neuerung fertig geworden. Eugéne Bruins verweist auf die gerade frisch bezogene Leoparden-Anlage, die neue Insektenlounge und sowie die im Känguru- und Emu-Gehege aufgestellte Saurierfigur. Größere Dinge sind nun dieses Jahr nicht mehr zu erwarten. Für den geplanten neuen Wirtschaftshof und die vorgesehene Afrika-Savanne braucht es jede Menge Geld. Aber zwei kleinere Änderungen stehen schon noch kurzfristig an. Die Anlage für die Serval-Katzen soll noch einmal vergrößert werden, und der Zoo möchte eine begehbare Wellensittich-Voliere errichten lassen. Er will seinen Besuchern für ihr Eintrittsgeld nämlich durchaus etwas bieten können.

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