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Dresden

Im Zwinger läuft jetzt eine Riesen-Hochzeit

Wie August seinen Sohn mit einer Kaisertochter vermählte. Und wie das jetzt in einer digitalen Projektion zu sehen ist. 

Diese Filmkuppel steht jetzt mitten im Zwingerinnenhof.
Diese Filmkuppel steht jetzt mitten im Zwingerinnenhof. © Sven Ellger

Was für ein rauschendes Fest! Sogar die Götter waren dabei, als der Sohn von August dem Starken und die österreichische Erzherzogin Maria Josepha 1719 ihre Hochzeit feierten. Einen Monat lang zelebrierte August der Starke, der diese Hochzeit geschickt eingefädelt hatte, eine gigantische Show im Zwinger und an anderen Orten der Residenzstadt.

Wie grandios damals gefeiert wurde, können Dresdner und Gäste jetzt hautnah miterleben. Eine Filmkuppel ist mitten im Zwingerinnenhof aufgebaut, in der eine 270-Grad Projektion die wochenlange Fete in 15 Minuten zusammenfasst. Die virtuelle Animation ist anhand von Zeichnungen und Kupferstichen entstanden, die Darstellungen halten sich konsequent dicht am Original. Dass dabei manche Wünsche nicht erfüllbar waren, erklärt Kurator Dirk Welig. „Wir hätten es aus gestalterischer Sicht besser gefunden, wenn August zu den Feierlichkeiten ... ein schwarzes Pferd geritten hätte. Das hätte einfach gut ausgesehen. Aber die Quellen, die uns zur Verfügung stehen belegen eindeutig, dass es ein weißes Pferd gewesen ist.“ Was übrigens auch nicht schlecht aussieht in den Film, der die Gäste sogar mit in den Dresdner Nachthimmel fliegen lässt, wo ein Feuerwerk leuchtet.

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Eigentlich sollte zum Hochzeitsjubiläum bereits die Ausstellung „Zwinger Xperience“ in der Bogengalerie L eröffnen, doch die Bauarbeiten dort dauern noch an. Deshalb wird sie ab 2020 zu sehen sein. „Wir wollten aber unbedingt auch etwas im Jubiläumsjahr zeigen. Als im März klar war, dass sich die Eröffnung verzögert, haben wir mit den Arbeiten zum Film begonnen“, sagt der Kurator. Möglich war die schnelle Herstellung nur, weil Welig mit einem Team bereits seit zehn Jahren zur Zwingergeschichte forscht und alle Details kennt.

Ab diesem Sonnabend hat die klimatisierte Filmkuppel von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Alle 15 Minuten startet die Projektion. Je nach Herkunft der Gäste werde entschieden, wie oft die englische Version gezeigt wird, sagt Schlösserland-Pressesprecher Uli Kretzschmar. Der Eintritt kostet drei Euro.

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Dem sächsischen Ministerpräsidenten gefiel die Animation. „Ich finde es großartig zu sehen, was mit moderner Technik und virtueller Animation möglich ist. Das ist eine wunderbare Methode, Geschichte zu vermitteln“, sagt er. Mit dieser Präsentationsform sei Schlösserland deutschlandweit Vorreiter.

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