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Kamenz

Kamenzer öffnen ihre Gartenpforten

Engagierte Einwohner planen für Mai ein grünes Event in ihrer Heimatstadt. Vorschläge sind erwünscht.

Auch Lutz Schmeißer und seine Frau beteiligen sich am "Tag der offenen Gartenpforte" am 17. Mai in Kamenz. Noch sieht es ziemlich nach Winter aus, aber der schöne Garten an der Bautzner Straße hat einiges zu bieten. Foto: René Plaul
Auch Lutz Schmeißer und seine Frau beteiligen sich am "Tag der offenen Gartenpforte" am 17. Mai in Kamenz. Noch sieht es ziemlich nach Winter aus, aber der schöne Garten an der Bautzner Straße hat einiges zu bieten. Foto: René Plaul © René Plaul

Kamenz. Im Wonnemonat Mai steht auch die Lessingstadt Kamenz wieder in schönster Blüte. Geht es nach den Initiatoren der "1. Offenen Garten- und Hofpforte“, lockt  dann allerdings nicht nur der Hutberg mit seiner Rhododendren-Pracht die Fans an. Zumindest am Sonntag, dem 17. Mai, möchte man zusätzliche Akzente setzen. "Gartenfreunde aus Kamenz und den Ortsteilen öffnen ihre Gärten und Höfe dann zum Schauen und Plaudern. Sicherlich erwartet die Besucher manch eine kleine Überraschung. Wer seine Tür öffnet, öffnet auch sich selbst, gibt ein Stück von sich preis und freut sich natürlich, wenn die Besucher ihm oder ihr so begegnen - voller Interesse und Offenheit", heißt es in einer  ersten Ankündigung. 

Und wenn sich in Kamenz neue Dinge tun, dann haben diese seit ein paar Jahren meistens in der Stadtwerkstatt ihren Ursprung. Wen wundert es also, dass auch diesmal die treibenden Motoren wieder aus Gesichtern des regen Vereines bestehen. Doch viele Neue fanden für die Planung der offenen Gartenpforte bereits dazu. Das ist umso erfreulicher, denn helfende Hände und kreative Köpfe sind allzeit gefragt. Vor ein paar Tagen traf man sich erstmals zum gemeinsamen Ideen-Bündeln. Und ging voller Vorfreude anschließend auseinander. Das Fazit? "So macht Gemeinsinn richtig Spaß!

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Diese engagierten Kamenzer planen gerade ein grünes Event für ihre Heimatstadt. Und es sind noch lange nicht alle. Am 17. Mai öffnen sie ihre Gartenpforten und Höfe für neugierige Besucher. Ein erstes Treffen in der Stadtwerkstatt brachte gute Ideen hervo
Diese engagierten Kamenzer planen gerade ein grünes Event für ihre Heimatstadt. Und es sind noch lange nicht alle. Am 17. Mai öffnen sie ihre Gartenpforten und Höfe für neugierige Besucher. Ein erstes Treffen in der Stadtwerkstatt brachte gute Ideen hervo © Anne Hasselbach

Das waren aber noch lange nicht alle Mitmacher. Wir haben insgesamt schon etwa 20 Zusagen für den Aktionstag", so City-Managerin Anne Hasselbach. Sie unterstützt das Vorhaben federführend. Und öffnet auch gleich die eigene Gartenpforte an der Pulsnitzer Straße. "Die Idee stammt aber diesmal aus der Bürgerschaft. Angelika Peters aus Lückersdorf und Familie Tschentscher aus Kamenz gehen hier vorbildlich voran",  freut sie sich.  Der Hobby-Stammtisch der Stadtwerkstatt ist zudem Partner. Das Thema verbindet die Menschen. Gartenfreunde untereinander haben immer genügend Material, um sich auszutauschen. "Wir haben am 17. Mai die unterschiedlichsten Locations dabei. Vom blühenden Bauerngarten über den modernen Terrassengarten, vom Kräutergarten bis zu verschiedenen platzsparenden Hof-Elementen. Und alle bringen ihre schönen Besonderheiten mit", macht Anne Hasselbach neugierig.

Persönliche Einblicke in grüne Refugien

Dass man schon ein besonderes Faible haben muss, um zahlreiche Fremde  ins ganz persönliche Vertraute zu lassen, ist dennoch klar. "Wir wissen alle nicht, was auf uns zukommt", sagt Anne Hasselbach. Ein gewisses Risiko und ein Überraschungseffekt sind bei der ersten Ausgabe sicherlich dabei. "Vielleicht kommen nur ein paar, vielleicht aber auch über Hundert Gäste pro Garten", sagt sie.  Von 10 bis 18 Uhr dürfen diese auf jeden Fall richtig neugierig sein.  Die beteiligten Gartenbesitzer wollen sich spezifisch  für ihr Refugium besondere Dinge einfallen lassen. Die einen töpfern gern und bieten ihre Kunst an. Die anderen werden Kuchen backen und zur Kaffeetafel einladen, andere vielleicht Bilder ausstellen oder  ihren Räucherofen in Betrieb nehmen. "Hier ist noch ganz viel offen, aber erste Ideen sind schon einmal gesprudelt", so die City-Managerin. Die offene Gartenpforte beschränkt sich übrigens nicht nur auf die Altstadt Kamenz, sondern wirkt jetzt schon bis in die Ortsteile Wiesa, Jesau,Hennersdorf sowie in die Gemeinde Nebelschütz. Man ist hier völlig offen. Und das ist gewollt.  Alle Teilnehmer werden in einem  Flyer gebündelt. Wer sich bis 6. März noch verbindlich anmeldet, erscheint darin. 

Infostand zum Würstchenmarkt

Damit es nun vorangeht mit der Planung, wird die nächsten Wochen kräftig die Werbetrommel gerührt. Dass am gleichen Tag der  sachsenweite "Tag der Parks und Gärten" läuft,  dürfte nicht von Nachteil sein. Doch die Kamenzer setzen bewusst ein extra Statement. "Es geht bei einer Teilnahme auch nicht darum, einen perfekt gepflegten Garten zu zeigen, sondern städtisches Grün in all seiner Pracht und Vielfalt", sagt Anne Hasselbach. Vor allem die unterschiedlichen Gestaltungsansätze sind spannend. Außerdem kommt man mit den Haus- und Hofherren ins Gespräch. Grün verbindet! Wer also Lust hat, mit zu tun, sollte nicht lange zögern.  

Wer noch ein bisschen überlegen muss, der kann sich zum 3. Kamenzer Würstchenmarkt am 29. März  letzte Informationen  bei der Initiativgruppe abholen. Am ehemaligen "Winzereck" am Markt wird es einen Stand geben. Und auch die dortigen leer stehenden Schaufenster werden für die nächsten Monate entsprechend gestaltet. "Es ist eine große Geste, sein Haus für viele zu öffnen, denn man gibt damit auch  persönliche Einblicke in seine Lebenswelt", so Anne Hasselbach. "Diese Art von Willkommenskultur braucht es in unserer Stadt. Wir freuen uns alle  sehr auf diesen Tag! Zumal es ein starkes Zeichen ist." Wenn man  nämlich schon nicht die große Landesgartenschau in  naher Zukunft in die Stadt bekommt, aktiviert man so wenigstens die Basis. Und auf dieser kann aufgebaut werden. 

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