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Kiez Weißwasser vor schwieriger Saison

Das Kindererholungszentrum am Braunsteich rechnet mit vielen Stornierungen. Im Moment hilft – ausgerechnet Corona.

Hausmeister Maik Krämer und Elke Kittan laufen durch das Kiez-Gelände. Die junge Frau führt nach der Beendigung der Geschäftsführertätigkeit durch Marcel Proske derzeit die Kiez-Geschäfte.
Hausmeister Maik Krämer und Elke Kittan laufen durch das Kiez-Gelände. Die junge Frau führt nach der Beendigung der Geschäftsführertätigkeit durch Marcel Proske derzeit die Kiez-Geschäfte. © Joachim Rehle

Die Buchungsbücher des Kiez (Kinder- und Jugenderholungszentrum) Weißwasser für die letzten Wochen des Schuljahres und die Sommerferien sind voll – noch. „Eigentlich beginnt nach Ostern die Hochsaison mit Klassenfahrten, Projekttagen, später Ferienlagern. Aber wir rechnen mit vielen Stornierungen“, sagt Rico Jung am Telefon. Der Vorstandsvorsitzende des Kiez „Am Braunsteich“ e. V. erklärt, dass offensichtlich viele auf offizielle Absagen der gebuchten Fahrten durch die Politik oder das Kiez warten, um nicht Stornierungsgebühren zahlen zu müssen.

Aber niemand kann sich so richtig vorstellen, dass demnächst wieder ganze Schulklassen mehrere Tage im Kiez, inmitten des Naturschutzgebietes der Muskauer Heide direkt am Braunsteich, verbringen werden. Wie auch, wenn die Schulklassen derzeit noch nicht einmal in die Schulen dürfen. Eigentlich bauen die Kiez-Mitarbeiter in den jetzt kommenden Monaten Überstunden auf, die sie später im Jahr abbummeln. Daraus wird 2020 sicher nichts.

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Aktuell bringt das die Einrichtung, die ja wegen der Gemeinnützigkeit auch in guten Zeiten keine großen Rücklagen bilden darf, in Schwierigkeiten. „Noch retten uns polnische Arbeiter, die wegen der Corona-Krise bei uns übernachten, um hier weiter arbeiten zu können“ – aber auch das könne sich schnell ändern, sagt Jung.

Ab 1. Mai sollen 15 Mitarbeiter im Kiez angestellt sein. Wenn kein Wunder passiert, wird das Kiez den Notfallplan aus der Schublade ziehen: Kurzarbeit. „Und wie wahrscheinlich alle Jugendherbergen und Schullandheime brauchen wir die Unterstützung der Politik, sonst gibt es uns nach der Krise womöglich nicht mehr“, sagt Jung. Mittelfristig sieht er gerade wegen Corona eine sich steigernde Nachfrage.

Schließlich liegt es nahe, dass viele ihre künftigen Reiseziele vielleicht erst einmal mehr in der Nähe suchen und einen Urlaub inmitten der heimischen Natur mit viel Abenteuerpotenzial einer Fernreise vorziehen. „Aber erst einmal müssen wir durch das Tal, das, wenn es schlecht läuft, auch länger andauern könnte. Schließlich planen die Lehrer die Schulfahrten fürs nächste Schuljahr meist bereits im Sommer. Und da werden sich viele mit Buchungen noch zurückhalten“, befürchtet Jung.

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