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Der Polylux hat noch nicht ausgedient

Schulen müssen mit der digitalen Entwicklung Schritt halten. Aber das hat seinen Preis, der bezahlt sein will, meint SZ-Redakteur Steffen Gerhardt.

© André Schulze

Denke ich an meine Schulzeit zurück, dann stand der Lehrer, wenn nicht vor der Tafel, neben dem Polylux, dem Diaprojektor, dem Meopta-Schmalfilmgerät oder einem Projektor aus viel Blech, mit dem man ganze Buchseiten an die Wand "werfen" konnte. Das war vor vier Jahrzehnten. Und auch wenn der eine oder andere Lehrer gern noch auf so ein nostalgisches Gerät zurückgreift, der Trend ist ein ganz anderer: die digitale Präsentation. Ganz gleich ob mit Beamer oder auf dem Tablet. Diese Geräte kommen ohne durchgeschmortes Dia oder gerissenen Film aus - und ihre Möglichkeiten sind unerschöpflich.    

Dass Deutschland den digitalen Zug verpasst hat, machen andere europäische Länder deutlich. Umso wichtiger ist es, dass auch die Schulträger im Landkreis Görlitz politische Unterstützung bekommen in Form des sächsischen Digitalpakts. Es ist unumstritten, dass sich die Bildungseinrichtungen in den Jahren gekümmert haben, um nicht ganz den Anschluss in das digitale Morgenland zu verlieren. Bisher lag das im finanziellen Spielraum des jeweiligen Schulträgers.   

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Nun stellt das Land Millionenbeträge für die Schulen bereit, um sie für das digitale Zeitalter fit zu machen. Das ist gut so und findet seine Anerkennung in den Schulen und Kommunen. Aber was in den nächsten Monaten an moderner Technik angeschafft wird, droht viel schneller zu veralten als der Polylux. Hinzu kommt, dass im Polylux nur mal die Glühlampe erneuert werden musste oder das Elektrokabel. Die Computertechnik verlangt nach Wartungsverträgen, die sich die Dienstleister gut bezahlen lassen.      

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