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Konsum kommt doch nicht nach Graupa

Die Dresdner eröffnen nun doch keinen Markt am Kirchweg. Aber es gibt bereits einen Nachfolger für das Projekt.

So sollte der neue Konsum-Markt in Graupa eigentlich aussehen.
So sollte der neue Konsum-Markt in Graupa eigentlich aussehen. © Visualisierung: Weiss und Faust

Herber Rückschlag für Graupa. Eigentlich sollte in diesem Frühjahr der Neubau der neuen Kaufhalle im Ort beginnen. Nach Fertigstellung wollte hier eine Filiale der Konsum-Genossenschaft Dresden eröffnen.  

Doch dieser Plan ist nun gescheitert. Das teilt Konsum-Vorstand Roger Ulke auf Nachfrage von SZ mit.  "Nach reiflicher Überlegung haben wir nunmehr mit großem Bedauern entschieden, auf unser Vorhaben in Graupa zu verzichten. Wir hatten die Möglichkeit, den Kaufvertrag rückabzuwickeln und haben diesen Schritt in der vergangenen Woche vollzogen", informiert Ulke.

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 Doch dieser Plan ist nun gescheitert. Das teilt Konsum-Vorstand Roger Ulke auf Nachfrage der SZ mit. „Nach reiflicher Überlegung haben wir nunmehr mit großem Bedauern entschieden, auf unser Vorhaben in Graupa zu verzichten. Wir hatten die Möglichkeit, den Kaufvertrag rückabzuwickeln, und haben diesen Schritt in der vergangenen Woche vollzogen“, informiert Ulke.

Für diese Entscheidung gäbe es zwei Gründe. Einerseits sei das Engagement von Konsum Dresden in Bannewitz ausschlaggebend. „Wir sind dabei, ein neues Verkaufsgebäude in Bannewitz zu errichten, und können für das parallele Vorantreiben zweier Baustellen nicht die erforderlichen Kapazitäten bereitstellen“, heißt es. Außerdem erwähnt Ulke in diesem Zusammenhang den großen zeitlichen Verzug. Bereits seit 2017 lagen Pläne für den Neubau vor. „Selbst mit intensivsten Bemühungen ist es dem Bauträger bis heute nicht gelungen, den Bau zu beginnen. Allein die lange Zeitspanne bis zum noch immer offenen Baustart stellt uns vor scheinbar unlösbare Herausforderungen“, sagt Ulke.

Bauträger ist die BBH Immobilien GmbH aus München. „Wir haben den Grundstücks-Kaufvertrag einvernehmlich mit Konsum Dresden rückabgewickelt, da es Unstimmigkeiten über das Bausoll gab“, erläutert Geschäftsführer Klaus Off. Heißt im Klartext: BBH Immobilien besitzt jetzt wieder das circa 6.000 Quadratmeter große Grundstück.

Enttäuschung in Graupa groß

Hart getroffen hat das Aus der Kaufhalle die Graupaer und den Ortschaftrsrat. „Wir bedauern diesen Entschluss von Konsum Dresden sehr“, sagt Ortsvorsteher Gernot Heerde (parteilos). Konsum in Graupa schien, so der Ortschef, ein Glücksfall für den Ort zu sein. „Wir hatten in der vergangenen Zeit ein gutes Verhältnis zu dem Dresdner Unternehmen aufgebaut“, berichtet Heerde und liefert Fakten. Erst in der Dezember-Ausgabe der Graupaer Heimatbroschüre hatte Konsum eine Anzeige geschaltet, dass man sich freue, die Graupaer zeitnah in dem neugebauten Einkaufsmarkt am Kirchweg begrüßen zu können. Nun wird Konsum niemanden mehr in Graupa begrüßen. Allerdings scheint das Kaufhallen-Projekt noch nicht komplett gestorben zu sein. „Gemeinsam mit der Stadtverwaltung Pirna und dem Bauträger aus München sind wir auf der Suche nach einem Ersatzbetreiber für die geplante Kaufhalle“, sagt der Ortsvorsteher.

Das bestätigt prompt Klaus Off, der bereits Neuigkeiten hat. „Wir sind mit der Penny-Markt GmbH in Gesprächen“, so Off. Er sei zuversichtlich, dass man sich zeitnah mit Penny einigen werde. Wichtig sei, dass das Vorhaben jetzt möglichst schnell realisiert werde. Die Baugenehmigung liege vor. „Wenn alles klappt, könnte der Bau im Sommer beginnen, sodass die Graupaer im ersten Halbjahr 2021 bei Penny einkaufen könnten“, sagt Off.

Trockenwiese verzögerte das Projekt

So ganz glücklich verlief das Projekt von Beginn an nicht. Es gab Verzögerung wegen der Baugenehmigung. Und dann wurde auf dem zu bebauenden Areal Kastanienallee/ Kirchweg eine schützenswerte Trockenwiese entdeckt. Um für den Eingriff in die Natur Ausgleich zu schaffen, wurde im vergangenen Jahr eine neue Trockenwiese ganz in der Nähe der Kastanienallee angelegt. Die Kosten dafür übernahm die BBH Immobilien GmbH. 

Je früher eine Kaufhalle kommt, desto besser, sagen viele im Ort. Diese Einstellung erstaunt nicht sonderlich, denn einen größeren Discounter gibt es hier nicht. Deshalb stößt der geplante Neubau auch beim Ortschaftsrat auf große Zustimmung. Einmal mehr, da der nahe Graupa gelegene Aldi-Markt in Jessen geschlossen hat und nach Pirna-Copitz gezogen ist. Damit fiel für die Graupaer eine ortsnahe Einkaufsmöglichkeit weg. Zwar gibt es einen mobilen Einkaufsdienst, der vom Verein Pro Graupa zusammen mit dem ASB König-

stein organisiert wird. Aber der Kleinbus fährt nur alle 14 Tage zum Kaufland nach Copitz, wo dann eine Stunde eingekauft werden kann. „Eine feste Kaufhalle vor Ort ist natürlich die bessere Lösung“, stellt Gernot Heerde fest.

Nun hat der Ortschef noch einen weiteren Wunsch: Nach seiner Ansicht fehlt ein gastronomisches Angebot in Graupa. Am besten wäre, so Heerde, ein Restaurant auch für Familienfeiern in der Nähe der Richard-Wagner-Stätten, um auch mehr Touristen in den Ort zu locken. Derzeit gibt es in Graupa eine Eisdiele, die im Sommer geöffnet hat, und eine Bäckerei in der Ortsmitte. Das beliebte Café Schlenzig an der Kastanienallee schloss im vergangenen Herbst. Die Betreiber haben wegen Personalmangel aufgehört. Umso wichtiger sei es, dass sich wieder ein Lokal in Graupa ansiedelt, betont der Ortsvorsteher.

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