merken
PLUS

Görlitz

Kreisel-Baustelle überrascht Autofahrer

Seit Montag ist in Rauschwalde die Ausfahrt wieder in alle Richtungen möglich. Bei der Einfahrt sieht das anders aus.

Nach links in den Kreisverkehr: Noch bis Sonnabend wird am Kreisel Reichenbacher-/Reichert-/Wiesbadener Straße gebaut.
Nach links in den Kreisverkehr: Noch bis Sonnabend wird am Kreisel Reichenbacher-/Reichert-/Wiesbadener Straße gebaut. © Nikolai Schmidt

Zum Glück hatte Hagen Lehmann zum Arbeitsbeginn am Montagmorgen keinen dringenden Termin. Aus Richtung Löbau pendelt er jeden Morgen nach Görlitz zur Arbeit, der Montag war der erste Tag nach seinem Jahresurlaub. „Normalerweise fahre ich über B 6, Wiesbadener- und Reichenbacher Straße ins Stadtzentrum“, sagt der Softwaretester. Das geht momentan nicht: Weil am Kreisverkehr Reichenbacher-/Reichert-/Wiesbadener Straße gebaut wird, ist die Zufahrt von der Wiesbadener Straße in den Kreisverkehr gesperrt. „Das war zum Glück rechtzeitig mit Schildern angekündigt“, lobt Lehmann. Allerdings: Statt wie gewohnt einer Ampel hatte er allein in Rauschwalde drei auf dem Weg. „Morgen werde ich wohl fünf Minuten mehr für den Weg einplanen“, sagt er.

Seit vorigem Mittwoch wird die Fahrbahn im Kreisel repariert. In den ersten Tagen hat das viele Autofahrer irritiert, denn die Ein- und Ausfahrten Reichenbacher Straße stadteinwärts sowie Wiesbadener Straße waren komplett dicht. Die Ein- und Ausfahrten Reichenbacher Straße stadtauswärts sowie Reichertstraße blieben offen. Eine Ampel regelt, dass der Kreisverkehr wechselseitig befahren wird. Seit Montag nun ist alles ein bisschen anders: Alle vier Ausfahrten sind wieder offen. Allerdings sind die Einfahrten aus der Reichenbacher Straße stadteinwärts sowie der Wiesbadener Straße weiter dicht. Die Ampel sorgt nach wie vor dafür, dass nicht alle Autos gleichzeitig in den Kreisverkehr einfahren, sondern immer nur aus einer Richtung.

Anzeige
Wie leben Familien in Sachsen?

Die große Umfrage zur Familienzufriedenheit geht in eine neue Runde. Jede Antwort zählt!

Die gute Nachricht: Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Bis Sonnabend soll alles geschafft, zum Schulbeginn am kommenden Montag alles wieder offen sein. Auf der Facebook-Seite der Görlitzer SZ wurde bereits gemutmaßt, dass die Arbeiten bewusst in den Schulferien stattfinden. Robert Hahn schreibt, „dass man das tendenziell geringere Verkehrsaufkommen während der Sommerferien für solche Bauarbeiten nutzen sollte“. Genau so ist es tatsächlich. Maik Walter dagegen fragt, warum zwei Baustellen gleichzeitig stattfinden. 

Auf der B 6 läuft die Fahrbahnreparatur an der Brücke an der Abfahrt zum Gewerbegebiet Am Hotherberg. Dort wird der Verkehr über eine mobile Ampel geregelt. Wer nicht warten will, fährt über Schlauroth – und trifft dann auf die Baustelle im Kreisel. Walter will wissen, warum beide Baustellen gleichzeitig stattfinden. Ein anderer Nutzer mutmaßt, das Rathaus sei schuld. Das ist falsch: Das Rathaus ist nur für die Kreisel-Baustelle zuständig und hat diese bewusst in die Ferien gelegt. An der B 6 baut der Freistaat, also ein anderer Bauherr, der seine Zeitpläne selbst aufstellt. Darauf hat die Stadt keinen Einfluss.

Mit Stephan Tokarski meldet sich diesmal auch ein Bauarbeiter vom Kreisverkehr zu Wort. „Man muss sich anschauen, wie sich Leute die Reifen beim Wendeversuch auf der Wiesbadener Straße platt fahren und Frontschürzen zu Bruch gehen, weil die mehrfache Vorbeschilderung einfach komplett ignoriert wird“, schreibt er bei Facebook. Zudem gebe es Menschen, die einfach mit Vollgas um die Absperrungen herumfahren. Ohne Rücksicht auf die dort arbeitenden Menschen würden solche Autofahrer durch die Baustelle blasen und dann noch frech werden. 

Sogar beschimpft und aus einem fahrenden Auto angeschrien worden sei er, weil er zehn Minuten Pause gemacht und etwas gegessen habe. Das ärgert den Bauarbeiter. Andere Facebook-Nutzer zeigen aber Verständnis für seine Situation. Und manch einer, wie der Rosenhof zum Beispiel, nutzt das Medium, um für seine Veranstaltungen eine veränderte Anfahrtsbeschreibung auszugeben. Der Rosenhof empfiehlt, von der B 6 über Nieskyer-, Zeppelin-, Cottbuser und Lutherstraße nach Biesnitz zu fahren.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Schimpfen bringt niemanden weiter

SZ-Redakteur Ingo Kramer schreibt über die Baustellen im Görlitzer Stadtgebiet.

Seit gestern gibt es nun noch eine weitere mobile Ampel im Stadtgebiet: In der Dr.-Kahlbaum-Allee zwischen Emmerichstraße und Blockhausstraße wird bis zum 25. August die Fahrbahn repariert – unter halbseitiger Sperrung. Hagen Lehmann ist zumindest das egal. Wer hingegen aus Richtung Zittau ins Stadtzentrum pendelt, sollte genau wie die Löbauer aus der anderen Richtung fünf Minuten zusätzlich für die Baustelle einplanen.

Mehr Lokales unter:

www.sächsische.de/goerlitz