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Landskron-Bier fließt wie vor Corona

Die Görlitzer Brauerei hat einen so nicht erwarteten Juli hinter sich. Dank der Gastronomie. Aber nicht bei allen laufen die Geschäfte gut.

Seit einem Jahr gibt es jetzt das neue Besucherzentrum bei der Görlitzer Landskron Brauerei.
Seit einem Jahr gibt es jetzt das neue Besucherzentrum bei der Görlitzer Landskron Brauerei. © Foto: André Schulze

Brauerei-Chef Uwe Köhler ist weit entfernt davon, die Lage schlecht zu reden. Nach dem Juli dieses Jahres hat er auch keinen Grund dazu.

Natürlich fehlen die großen Volksfeste, wo sonst auch viel Landskron-Bier fließt, auch das Braufest konnte nicht stattfinden. Die Kulturbrauerei ist geschlossen und dürfte in diesem Jahr nicht wieder öffnen. Deren Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Aber: Im Juli erreichte der Fassbierverkauf fast schon wieder den Absatz vom Juli 2019. Und beim Flaschenbier setzte die Görlitzer Brauerei mit ihren rund 80 Mitarbeitern fünf Prozent mehr ab als im vergangenen Jahr. So  bleibt im Moment noch ein Gesamtminus von drei Prozent beim Absatz. "Ich bin deshalb eher positiv gestimmt", sagt Köhler. Er sieht sich auch dadurch bestärkt in der Entscheidung, keine Marketingaktivitäten nach dem Corona-Ausbruch zurückzufahren. 

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Vor allem der Online-Shop der Brauerei laufe gut. Viele Kunden bestellen das Bier nach Hause. Doch nicht nur aufs Bier kann sich Landskron verlassen, sondern auch auf sein Apfel-Radler und die Fassbrause. Beide Sorten lässt Landskron seit einigen Wochen auch in 0,33-Liter-Dosen abfüllen. Nachdem die Dose vor rund 15 Jahren aus den Regalen weitgehend verschwand, weil sie als umweltschädlich galt, beobachtet Köhler seit zwei Jahren wieder eine Renaissance. Softdrink-Marken wie Coca-Cola oder Capri-Sonne, selbst Krombach-Bier, haben die Dose wieder im Angebot. Und die Nachhaltigkeit hat sich auch verbessert: Die meisten Dosen werden nach dem Trinken im Getränkehandel wieder abgegeben, schließlich liegt auch hier ein Pfand von 25 Cent drauf. "Es ist eine Nische, die wir auch bedienen wollen", sagt Köhler.

Mit seiner Bilanz bestätigt Köhler, was Görlitzer Altstadtwirte der SZ auch erklärten: Die Gaststätten sind wieder gut aus der Corona-Krise herausgekommen. Die meisten jedenfalls. Bernd Schade hat mit dem "Bürgerstübl" in der Neißstraße noch eins seiner Restaurants geschlossen. Aber nach eigener Aussage nicht aus Personalproblemen, sondern weil das Gruppengeschäft noch fehlt: "Das Bürgerstübl lebt von Familienfeiern, Klassentreffen und Reisegruppen", sagt Schade. Er habe das Lokal im Mai/Juni für drei Wochen geöffnet gehabt: "Das hat sich finanziell nicht gerechnet." Seither ist es zu. Ein Wiedereröffnungstermin steht noch nicht fest, sagt er. 

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Andere Städte aber sind stärker von Reisegruppen abhängig. Deswegen, so hat Uwe Köhler beobachtet, ist die Lage beispielsweise in Dresden schlechter. Da fehlen auch die ausländischen Touristen viel mehr als in Görlitz. "Ich denke, viele Touristen meiden die großen Städte wegen der vielen Leute und besuchen ganz gezielt die kleineren", sagt Köhler. 

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