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Marcel Reichel erhält die Preuskermedaille

Der Leiter und Eigentümer der Großenhainer Flugplatzausstellung kümmert sich mit großem persönlichen Engagement um die Militärgeschichte der Stadt.

Steffen Uschner, Marcel Reichel, Klaus Förster und OB  Dr. Sven Mißbach (v.l.) bei der Verleihung der Kleinen Preuskermedaille zum Tag des Ehrenamtes im Großenhainer Kulturschloss.
Steffen Uschner, Marcel Reichel, Klaus Förster und OB Dr. Sven Mißbach (v.l.) bei der Verleihung der Kleinen Preuskermedaille zum Tag des Ehrenamtes im Großenhainer Kulturschloss. © Anne Hübschmann

Großenhain. Marcel Reichel ist seit Freitagabend der 60. Träger der Kleinen Preuskermedaille der Stadt. Der Militärhistorikfan hat gemeinsam mit Mitstreitern die Flugplatzausstellung aufgebaut und betreibt sie mit viel Herzblut und Einsatz. 1998 erwarb Reichel die Bunkeranlage "Granit" auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz. In den folgenden Jahren restaurierten er und seine Mitstreiter den Bunkerkomplex mit viel Aufwand und größter Sorgfalt und versetzten ihn so weitestgehend in den Originalzustand zurück. 2004 wurde die Anlage unter Denkmalschutz gestellt.

Zum Tag des offenen Denkmals 2007 eröffnete Marcel Reichel die Flugplatzausstellung. Heute beherbergt Bunker eins die Ausstellung zur Geschichte des Flugplatzes Großenhain von 1913 bis zur Gegenwart. Bunker zwei ist der Sonderfunkstandort der Amateurfunker. Mit großem persönlichem Engagement und historischer Passion trägt Marcel Reichel dazu bei, Stadt- und Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts und den Alltag der in Großenhain stationierten Militärangehörigen zu erforschen. Er macht sie auch interessierten Besuchern jeden Alters zugänglich, beispielsweise bei Führungen oder zum Tag des offenen Denkmals. Dafür wird ihm mit der Kleinen Preuskermedaille gedankt. 

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Marcel Reichels Einsatz würdigte als Laudator Steffen Uschner vom Ortsverband Großenhain (S18) des Deutschen Amateur-Radio-Club e.V., in dem Reichel ebenfalls Mitglied bzw. dessen Vorsitzender er ist. Der Ausgezeichnete bedankte sich bei allen Unterstützern der Flugplatzausstellung und denen, die mithelfen, die Dokumente der Zeitgeschichte zu bewahren. Zur Interessengemeinschaft gehören Carola Gärtig, Stefan Franke, Steffen Keil, Jeanette Matthes, Renate Reichel, Silvio Ihle und Annelies Heerde.   

Rund 250 ehrenamtlich Engagierte waren diesmal der Einladung von Oberbürgermeister Sven Mißbach zum traditionellen  Tages des Ehrenamtes gefolgt. Die Festveranstaltung fand wieder im Großenhainer Kulturschloss statt. Das Stadtoberhaupt begrüßte sehr persönlich Stadt- und Ortschaftsräte, Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, Frauen und Männer, die sich in Träger-, Hort-, Fördervereinen, Jugend- und Sportclubs um die Interessen und das Wohl von Kindern und Jugendlichen kümmern sowie Ehrenamtliche aus den Bereichen Bildung, Kultur, Musik, Region, Heimat und Geschichte. Auf der Gästeliste standen außerdem ehrenamtliche Rettungsschwimmer und Menschen, die sich als stille Helfer für ihre Mitmenschen oder den guten Zweck einsetzen, oftmals im Verborgenen.

In seiner Festrede hob Oberbürgermeister Sven Mißbach die Bedeutung des Ehrenamtes hervor und dankte allen, die sich ehrenamtlich engagieren. Dies sei keinesfalls selbstverständlich, betonte er. Nicht zuletzt durch das große ehrenamtliche Engagement so vieler Menschen sei Großenhain eine liebenswerte Kleinstadt, "in der man hin- und nicht wegschaut, in der man einander hilft, in der Dinge bewahrt werden können, die früheren Generationen wichtig waren und den nachfolgenden Generationen wichtig sein sollten". Deutlich machte der Oberbürgermeister in seiner Rede auch, dass Stadt und Stadtrat das Ehrenamt auch weiterhin nach besten Kräften fördern und unterstützen. Vor allem die Stadträte selbst schultern heute eine große Verantwortung, so Mißbach. Die Folgen ihrer Entscheidungen sind oft erst viele Jahre später wirksam.  

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Mehr zur Flugplatzausstellung unter www.grhn105.eu.

Wissenswertes zum Thema Vereine und Ehrenamt in Großenhain sowie zur Sächsischen Ehrenamtskarte unter www.grossenhain.de, Rubrik Bürger – Vereine und Ehrenamt.

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