merken
PLUS Döbeln

Mehr "grüne" Auflagen für Bauherren

Aldi will in Leisnig einen der ökologisch modernsten Märkte bauen. Diese freiwillige Verpflichtung genügt einer Leisniger Stadträtin aber nicht.

Der neue Aldi-Markt in Leisnig soll einer der ökologisch modernsten in Deutschland werden. Der Discounter erfüllt freiwillig hohe Umweltstandards.
Der neue Aldi-Markt in Leisnig soll einer der ökologisch modernsten in Deutschland werden. Der Discounter erfüllt freiwillig hohe Umweltstandards. © Lars Halbauer

Leisnig. Nicht alle Stadträte sind damit zufrieden gewesen, nach mehreren Jahren endlich Baurecht für weitere Ansiedlungen zwischen dem Rewe-Markt und dem Telekom-Technikgebäude an der Umgehungsstraße geschaffen zu haben. 

Maria-Christin Anderfuhren (Bündnis 90/Die Grünen) hätte sich noch weitergehende Festlegungen gewünscht. Das sagte sie vor dem Beschluss des Bebauungsplanes auch.

Anzeige
Weingarten im Bürgergarten
Weingarten im Bürgergarten

Die letzten Spätsommertage warten mit bestem Wetter auf. Wer jetzt noch den Sommerausklang sucht, ist am 19. und 20.9. in den Weingarten Döbeln eingeladen.

Bei den ersten Diskussionen, die mindestens ins Jahr 2017 zurückreichen, ist die Stadträtin nicht dabei gewesen. Anderfuhren gehört zum 2019 neu gewählten Leisniger Stadtrat, weshalb sie sich auch bei Entscheidungen, die umfangreicheres Hintergrundwissen bedürfen, zurückhält.

Fassadenbegrünung wäre schön

In diesem Fall gab sie an, dass ihr die Festsetzungen im Plangebiet nicht weit genug gehen. Sie hätte sich gewünscht, dass künftige Bauherren schon vom Grunde her dazu verpflichtet werden, bestimmte ökologische Mindeststandards zu erfüllen. Als ein Beispiel dafür nannte Maria-Christin Anderfuhren eine Fassadenbegrünung.

Laut dem Planer, der die Änderungen für das Gewerbegebiet Nordwest zu Papier gebracht hat, gewinne das Umweltrecht im Bauen erst in jüngster Zeit an Bedeutung. Die von Anderfuhren angesprochene Fassadenbegrünung spiele da gegenwärtig eine untergeordnete Rolle, sie sei vielmehr noch im Werden, schätzte er ein.

Insgesamt erinnerte Bauamtsleiter Thomas Schröder daran, dass es nun schon seit mehreren Jahren um die Pläne geht. Außerdem könne auch nur das gefordert werden, wozu das Baurecht den entsprechenden Rahmen gebe.

Ökologisches Glück mit Aldi

Zugleich wies Schröder darauf hin, dass die Stadt mit dem Investor, der auf dem Grundstück bauen will, auch ökologisch viel Glück hat: Aldi. „Wir planen einen modernen Markt auf technisch aktuellstem Stand“, sagte Marco Krahl, Leiter Immobilien und Expansion bei der Aldi Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG, schon, als die Bauabsichten von Aldi 2017/18 bekanntgeworden sind. 

Dieser verfüge neben LED-Technik und Photovoltaikanlage ebenso über eine sogenannte CO2-Integralanlage, die die Abwärme der Kühlmöbel zum Beheizen nutzt. "Die vollautomatische Lüftungsanlage steuert den notwendigen Luftaustausch. Unter Einbezug weiterer Maßnahmen kann der Markt an sonnigen Tagen selbstständig betrieben werden“, veranschaulicht Marco Krahl. 

Nach seinen Worten sei sich Aldi seiner Nachhaltigkeitsverantwortung bewusst und wolle daher Vorreiter auf dem Weg zur energieneutralen Verkaufsstelle sein.

Noch in diesem Monat will der Discounter, nachdem die Räte nun endlich die Voraussetzungen dafür geschaffen hat, den Bauantrag für den Markt in Leisnig einreichen. Damit werden sich die Räte dann noch einmal beschäftigen. Genehmigungsbehörde ist allerdings der Landkreis.

Solaranlage und Zisterne sind Pflicht

Grundsätzlich hat die Stadt Leisnig in der Vergangenheit schon auf ökologische Belange geachtet. Ein Beispiel dafür ist der geplante Eigenheimstandort „Eichbergblick“. Die Entwurfsplanung sieht vor, dass jeder Häuslebauer auf seinem Grundstück eine Solaranlage errichten und eine 6 000 Liter fassende Zisterne bewirtschaften muss.

Weiterführende Artikel

Wo Harthaer und Leisniger künftig einkaufen können

Wo Harthaer und Leisniger künftig einkaufen können

Hartha legt ein Konzept für den Einzelhandel vor. Dabei kommt der Streit um die Ansiedlung von Drogeriemärkten in beiden Städten noch einmal hoch.

 Der Bebauungsplan für das Gelände parallel zur Karl-Liebknecht-Straße soll noch 2020 beschlossen und damit Baurecht geschaffen werden. Im sogenannten „Ochsengrund“ ist Platz für zwölf Eigenheime. Wirklich viel Platz für Häuslebauer gibt es in Leisnig und den Ortsteilen im Moment nicht.

Mehr Informationen aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln