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Hoyerswerda

Mit Stipendien die Lausitz stärken

Zwei Medizinstudentinnen erhalten ein Stipendium und verpflichten sich dem Seenland-Klinikum in Hoyerswerda.

Hier bei der Übergabe der Stipendienurkunden im Seenland-Klinikum Hoyerswerda: Dr. Olaf Altmann, Sandra Zschiedrich, Elisa Fuhrmann und Thomas Penk (v.l.n.r.).
Hier bei der Übergabe der Stipendienurkunden im Seenland-Klinikum Hoyerswerda: Dr. Olaf Altmann, Sandra Zschiedrich, Elisa Fuhrmann und Thomas Penk (v.l.n.r.). © Foto: Gernot Menzel

Von Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Besonders in jenen Regionen und Städten, die von zahlreichen Arztpraxisschließungen betroffen sind, weil keine Nachfolger bereitstehen, ist es wichtig, junge Mediziner zu binden und zu begeistern. Auch Hoyerswerda ist einer dieser Orte, die aktiv in die Zukunft und das Fortbestehen investieren müssen. Und dieses Bestreben treibt auch die Stiftung Lausitzer Braunkohle um. Das Ziel der 2004 gegründeten Stiftung ist es, die Lausitz attraktiver zu gestalten, wobei es um soziale, wirtschaftliche und kulturelle Gesichtspunkte geht. Die Region befindet sich in vielerlei Hinsicht im Wandel, und dies wird als Chance begriffen. Besonders durch die Vergabe von Stipendien unterstützt die Stiftung seit 2010 junge Menschen. Seit kurzer Zeit besteht zu diesem Zweck eine Kooperation zwischen der Stiftung und dem Lausitzer Seenland-Klinikum in Hoyerswerda, ähnlich wie mit dem Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus.

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Vor ein paar Tagen übergaben Thomas Penk, Vorstandsmitglied der Stiftung Lausitzer Braunkohle, und Dr. Olaf Altmann, Medizinischer Direktor des Lausitzer Seenland-Klinikums, erstmals Stipendienurkunden an zwei Medizinstudentinnen.

Aus insgesamt 7 Bewerbern wurden die beiden jungen Frauen ausgewählt. Der Großteil war wie sie auch schon mal im Klinikum tätig. Auf Basis einer gemeinsamen Auswahl der beiden Kooperationspartner erhalten Elisa Fuhrmann und Sandra Zschiedrich die Förderung in Höhe von monatlich 300 Euro zuzüglich einer zweckgebundenen Unterstützung in Höhe von 50 Euro. Die jungen Frauen verpflichten sich mit dem Erhalt des Stipendiums alle Praktika im Rahmen ihrer Studien, Famulaturen und die Praktischen Jahre im Seenland-Klinikum zu absolvieren. Davon profitieren beide Seiten. „Wir sind froh, etwas für die Zukunftsentwicklung machen zu können“, freut sich Thomas Penk. Und auch Dr. Olaf Altmann weiß genau um die Situation, denn „es ist extrem schwierig, junge Mediziner in die Region zu bekommen.“ Unter anderem über ein Portal der TU Dresden wurde das Stipendium bekannt gemacht. Dort wurden auch Elisa Fuhrmann und Sandra Zschiedrich auf diese Möglichkeit aufmerksam. Durch einen glücklichen Zufall, wie die beiden erzählen, denn die Ausschreibung wurde in den Semesterferien veröffentlicht. Beide studieren seit 2014 an der TU Dresden.

Elisa Fuhrmann stammt aus Maukendorf, hat ihr Abitur am Lessing-Gymnasium in Hoyerswerda abgelegt und danach eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert. Einige Jahre hat sie in einer Rettungsstelle gearbeitet, bevor sie das Medizinstudium aufgenommen hat. Wartesemester kamen ihr dabei zugute. Beim regelmäßigen Pendeln mit dem Zug nach Dresden an die Universität lernte sie Sandra Zschiedrich kennen. Die 27-Jährige kommt aus dem Raum Kamenz und hat ebenfalls vor dem Studium als Krankenschwester gearbeitet und war in der Nähe von Sebnitz tätig. Die beiden sind der Lausitz treu geblieben und werden heute in dem Bestreben, hier etwas zu bewegen, unterstützt.

Auch Franziska Raschke, Mitarbeiterin des Klinikums, begrüßt die Entscheidung: „Ich finde es sehr schön, dass es junge Frauen sind, die sich für diesen Beruf und die Heimat entscheiden. Das macht mir persönlich auch viel Mut.“

Ihre Heimat beschreiben die Studentinnen als naturnah, weit und grün mit Blick auf die Seenlandschaft und doch sehr gut an die großen Städte der Umgebung angebunden. Mittlerweile beobachten sie in ihrem Umfeld, dass viele Freunde nach langer Zeit wieder zurückkehren oder es zumindest in Betracht ziehen.

In der Zukunft möchten die beiden jungen Frauen sich ihrer Facharztausbildung widmen. Elisa Fuhrmann interessiert die Anästhesie und Intensivmedizin oder Allgemeinmedizin. Sandra Zschiedrich zieht es zur Pädiatrie oder Inneren Medizin. Eine Vision könnte in einigen Jahren sogar eine gemeinsame Praxis sein, denn Nachbarn sind sie inzwischen schon.