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Pierburg will aufs Pedelec umsteigen

Auf dem Betriebsgelände sind am Dienstag Fahrräder auf Testfahrt. Auf deren Antrieb sind die Harthaer besonders scharf.

Pierburg-Mitarbeiterin Silke Falk lässt sich die Funktionsweise des Fahrrades von Heinrich Dismon erklären. Der Harthaer Werkleiter Mario Schäfer schaut ebenfalls genau hin.
Pierburg-Mitarbeiterin Silke Falk lässt sich die Funktionsweise des Fahrrades von Heinrich Dismon erklären. Der Harthaer Werkleiter Mario Schäfer schaut ebenfalls genau hin. © Christian Essler

Hartha. Silke Falk kommt oft mit dem Fahrrad zur Arbeit an die Sonnenstraße. Für die Döbelnerin sind die 13 Kilometer bis nach Hartha kein Problem.

Bevor sie sich am Dienstagnachmittag wieder auf den Heimweg macht, nutzt sie die Gelegenheit zu einer Testfahrt. Die Firma Amprio, die wie Pierburg Pump Technology Hartha zur Firmengruppe der Rheinmetall Automotive AG gehört, hat einen Elektromotor für Fahrräder entwickelt und hat zwei Räder zum Testen mitgebracht.

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Nach ihrer kleinen Runde über das Betriebsgelände ist Silke Falk begeistert. „Ich liebäugele schon seit einer ganzen Weile damit, mir ein E-Bike zuzulegen. Dieses funktioniert sehr gut, ich würde es am liebsten mitnehmen“, sagt Silke Falk.

Die Entwicklung des Pedelec-Antriebs ist aus einem Ideenwettbewerb entstanden, der in der Firmengruppe der Rheinmetall Automotive AG ausgerufen worden war. „Wir haben aus den Bereichen, die wir im Unternehmen vorgefunden haben, sprich Elektromotorauslegung, Produktion und Regelungstechnik, vor zweieinhalb Jahren begonnen, dieses Produkt zu entwickeln“, sagte Heinrich Dismon. Er ist Technischer Direktor bei der Rheinmetall Automative AG und Geschäftsführer der Firma Amprio. Diese wurde als Startup unter dem Dach des größeren, etablierten Unternehmens gegründet.

Zur Veranschaulichung hat die Firma Amprio zwei Prototypen mit Antrieb, Akkusystem und Anzeige mitgebracht. Eines der Räder ist mit einem herkömmlichen Kettenantrieb, das andere mit einem Riemenantrieb ausgerüstet. „Beide Varianten sind möglich“, so Heinrich Dismon.

Im September sollen die Räder auf der Messe Eurobike in Friedrichshafen ausgestellt werden. David Rödder, der bei Amprio als Versuchsingenieur arbeitet, benennt die Vorteile des Antriebs. „Der Motor besticht vor allem durch seine kompakte Bauweise. Dadurch ist auch das Gewicht geringer als bei anderen elektrischen Antrieben für Fahrräder“, so Rödder. Trotzdem gebe der Motor eine hohe Leistung ab, die etwa bei 80 Newtonmetern liegt.

Hartha ist innerhalb der Rheinmetall-Gruppe Kompetenzzentrum für Elektroantriebe, sagt Pressesprecher Folke Heyer. Es wäre also ein möglicher Fertigungsstandort für die Motoren. Das ist aber noch nicht vollends klar. Erst einmal sei es notwendig, dass es für die Produktion dieser Motoren einen Auftrag gibt. Danach werde dann entschieden, wo sie produziert werden.

Mario Schäfer, der Leiter des Harthaer Pierburg-Werkes, zeigt sich von dem Elektromotor ebenfalls begeistert. „Die Hoffnung ist schon groß, dass der Motor in Hartha produziert werden könnte“, sagt Schäfer. Er bestätigt aber die Worte von Folke Heyer. „Noch ist gar nichts entschieden.“ Es komme auch darauf an, von wem ein eventueller Auftrag zur Produktion der Motoren kommt. „Wenn es ein deutscher Kunde ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit durchaus groß, dass wir als Produktionsstandort infrage kommen“, so Schäfer.

Bis es eventuell so weit ist, werde sich Pierburg Hartha weiter mit dem Ausbau als Kompetenzzentrum für Elektroantriebe befassen.

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