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Riesa

Prügelei am Kaufland hat Konsequenzen

Nach einem Streit schlagen und treten zwei Jugendliche auf einen Dritten ein. Einer der Täter ist der Justiz gut bekannt.

Am Riesaer Kaufland hatte es 2016 eine Schlägerei gegeben. Einer der beiden Täter stand jetzt vor Gericht.
Am Riesaer Kaufland hatte es 2016 eine Schlägerei gegeben. Einer der beiden Täter stand jetzt vor Gericht. © Symbolbild: Frank Kleefeldt/dpa/lhe

Riesa. Weil er vor der Warenannahme des Riesaer Kauflands gemeinsam mit einem Komplizen einen jungen Mann verprügelte, ist ein heute 20-jähriger Deutscher am Freitag zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Opfer hatte bei der Schlägerei im Juli 2016 durch Schläge und einen Fußtritt unter anderem Verletzungen am Ohr und im Gesicht davongetragen und war mehrere Tage arbeitsunfähig gewesen.

Der 20-Jährige ist der Justiz bereits im Vorfeld gut bekannt gewesen. Der junge Mann war bereits im Januar 2018 vom Amtsgericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden, weil er am Bahnhof in Dahlen einem Rentner eine Sporttasche mit Antiquarien und Bargeld gestohlen hatte (wir berichteten). Das Jugendschöffengericht verurteilte ihn damals wegen Raubes zu dreieinhalb Jahren Jugendhaft. Der vorsitzende Richter Herbert Zapf argumentierte damals, es wäre „für Außenstehende unverständlich, wenn hier keine Haft verhängt würde“. Der Bürger habe ein Anrecht darauf, sich im öffentlichen Raum sicher zu bewegen, daher müssten derartige Angriffe hart bestraft werden.

Wer den Pfennig nicht ehrt

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Nachdem der Verteidiger des 20-Jährigen in Berufung gegangen war, hatte das Landgericht Dresden vor wenigen Wochen ein milderes Urteil von anderthalb Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung ausgesprochen. Hintergrund ist laut Richter Herbert Zapf vor allem die Entwicklung, die der junge Riesaer seit der Verurteilung im Januar 2018 genommen habe. Er sei mittlerweile in einer Entzugsklinik, um etwas gegen seine Crystalsucht zu unternehmen, und habe auch vor dem Jugendschöffengericht am Freitag „völlig ausgewechselt“ gewirkt. Eine Jugendgerichtshelferin hatte bereits beim Prozess 2018 bemerkt, der junge Mann habe erkannt, dass seine Sucht „Dreh-und Angelpunkt“ aller Probleme sei.

Wegen der nunmehr besseren Sozialprognose erhöhte das Jugendschöffengericht lediglich die in Dresden ausgesprochene Bewährungsstrafe auf zwei Jahre. Außerdem muss der junge Mann eine Entschädigung an das Opfer der Schlägerei zahlen. Der Mittäter kam wegen des deutlich kürzeren Vorstrafenregisters mit einer geringeren Strafe davon: Er muss ebenfalls eine Entschädigung zahlen.