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Brand beim Entsorger Remondis

21.30 Uhr durften die Wehren des Landkreises aufatmen: Das Feuer in Quersa bei Lampertswalde ist gelöscht.

Auch mit Drehleiterfahrzeugen sind die Kameraden der Feuerwehren in Quersa im Einsatz.
Auch mit Drehleiterfahrzeugen sind die Kameraden der Feuerwehren in Quersa im Einsatz. © Roland Halkasch

Quersa. Es war ein Sonnabend, der es in sich hatte. Nachdem am Vormittag ein Brand beim Entsorger Remondis in Quersa ausgebrochen war, kämpften die Kameraden zahlreicher Wehren des Landkreises Meißen über Stunden hinweg, um das Feuer zunächst unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen auf angrenzende Hallen zu verhindern. 

Weit sichtbar war zunächst nur eine große Rauchwolke zu sehen. In einer Warnmeldung wurden die Anwohner in den angrenzenden Ortsteilen Quersa, Brockwitz und Adelsdorf aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch ein Aufenthalt im Freien sollte vermieden werden. Wie Bürgermeister René Venus in einem ersten SZ-Gespräch sagte  - er ist selbst Feuerwehrkamerad - wurde die Schönborner Wehr noch nicht alarmiert. 

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Aber das sollte sich schnell ändern. Um 21.45 Uhr wird Kreisbrandmeister Ingolf Nestler auf Anfrage der Redaktion nicht nur erleichtert am Telefon erklären, dass das Feuer um 21.30 Uhr tatsächlich aus ist und alle Wehren den Einsatzort verlassen können. Nein, er wird neben den Schönborner Kameraden auch eine lange Liste von Wehren nennen, die den ganzen Tag unermüdlich gegen den Rauch und die Flammen gekämpft haben. Lampertswalde, Quersa, Adelsdorf, Weißig, Brockwitz, Großenhain, Linz, Ebersbach, Freitelsdorf, Stölpchen, Riesa, Glaubitz, Thiendorf - und einigen anderen gebühre aufrichtiger Dank. „Es war ein Großbrand, der die Kameraden in jeder Hinsicht gefordert hat“, resümiert Ingo Nestler. 

Denn bis das Feuer gelöscht war und die Wehren das Gelände an die Firma Remondis übergeben konnten, benötigte es nicht nur viel Geduld. Mehrere zehntausend Kubikmeter Wasser, so Ingo Nestler, seien nötig gewesen, um auch das letzte Zünglein zu beseitigen. 

Wie Remondis-Geschäftsführer Thomas Schiefelbein um 13 Uhr erklärt hatte, brannte wahrscheinlich eine Lagerbox mit Gewerbemüll, vermutlich durch Selbstentzündung. Um diese Zeit hielt der Firmenchef den Schaden noch für „überschaubar". Wie hoch er nun tatsächlich ist, wird sich sicher erst in den kommenden Tagen genau beziffern lassen.

Von einer Drohne der Feuerwehr aus wird das ganze Ausmaß des Brandes sichtbar.
Von einer Drohne der Feuerwehr aus wird das ganze Ausmaß des Brandes sichtbar. © Feuerwehren des Landkreises Meißen

Am Nachmittag war das Feuer, welches sich im hinteren Teil des Firmengeländes ausgetobt hatte, dann zumindest unter Kontrolle gebracht. Auch die Rauchentwicklung sei eingedämmt worden und stelle keine Gefahr mehr dar, konnte Ingo Nestler um 15 Uhr verkünden. Vor allem wäre es gelungen, das Übergreifen auf die angrenzenden Lagerhallen zu verhindern. 29 Fahrzeuge mit 144 Einsatzkräften aus verschiedenen Teilen des Landkreises Meißen seien zu diesem Zeitpunkt vor Ort gewesen. Auch der stellvertretende und an diesem Wochenende diensthabende Kreisbrandmeister, Roland Fährmann aus Radebeul, habe sich selbst ein Bild von der Lage gemacht.

Wie erwartet, dauerte es dann aber noch bis in die Abendstunden hinein, um den Brandherd auseinander ziehen und wirklich ablöschen zu können. Eine langwierige Aufgabe bei hochsommerlichen Temperaturen, bei denen die Kameraden von Mitarbeitern des Entsorgungsunternehmens tatkräftig unterstützt worden seien. „Remondis hat zudem eine Sicherheitsfirma beauftragt, die nach der Übergabe des Geländes in der Nacht zum Sonntag Brandwache halten wird“, weiß der Kreisbrandmeister.

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29 Fahrzeuge mit 144 Einsatzkräften aus verschiedenen Teilen des Landkreises Meißen sind vor Ort.
29 Fahrzeuge mit 144 Einsatzkräften aus verschiedenen Teilen des Landkreises Meißen sind vor Ort. © Roland Halkasch
Weithin sichtbar war die Rauchsäule über Quersa.
Weithin sichtbar war die Rauchsäule über Quersa. © Heike Gretschel
Restablöschung am späten Nachmittag.
Restablöschung am späten Nachmittag. © Feuerwehren des Landkreises Meißen

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