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Radebeuler auf dem Weg zum Footballprofi

Der 17-jährige Max Lantzsch wurde für ein Stipendium an einer Highschool in den USA ausgewählt. Von dort will er es bis in die NFL schaffen.

Von Nina Schirmer
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In voller Montur auf dem Spielfeld. Vor fünf Jahren begann Max Lantzsch mit dem Sport. Jetzt ist er schon auf dem Sprung zu den Profis.
In voller Montur auf dem Spielfeld. Vor fünf Jahren begann Max Lantzsch mit dem Sport. Jetzt ist er schon auf dem Sprung zu den Profis. © privat

Du brauchst Twitter. Twitter ist wichtig in dieser Branche. Manchmal ist es so ein kleiner Tipp, der eine Karriere ins Rollen bringen kann. Der Radebeuler Max Lantzsch hat ihn befolgt, sich ein Profil beim Kurznachrichtendienst angelegt und schon kurze Zeit später prompt eine Nachricht von Björn Werner bekommen. Warum das etwas Besonderes ist?  Björn Werner ist einer von ganz wenigen Deutschen, die es bis in die National Football League (NFL) in den USA geschafft haben.  Eine Art Dirk Nowitzki des Footballs. Mittlerweile sucht der Ex-Star nach Talenten aus ganz Europa für den Sport, der in Amerika mindestens so euphorisch verfolgt wird wie bei uns der Fußball. In Max Lantzsch sieht er Potenzial.

Deshalb hat der 17-Jährige ein Stipendium für eine Highschool in den USA bekommen, wo er ab August für zwei Jahre  bei den Rabun Gap Eagles in der Nähe von Atlanta trainieren wird. Bis zu 70.000 Dollar  kostet die Schulgebühr dort normalerweise pro Jahr. Dem Radebeuler wird als aussichtsreiches Talent alles bezahlt, auch Verpflegung und Unterkunft.  Er ist einer von 25 Spielern aus Europa, die im letzten Jahr für ein Stipendium ausgesucht wurden. Danach soll es weitergehen auf eine Top-Uni. Bisher haben nur ganz wenige Football-Spieler aus Deutschland diesen Sprung geschafft. Von Anfang an werden Talentsucher jeden seiner Schritte bei den Spielen beobachten. 

In Radebeul mit Football begonnen

Erst vor fünf Jahren kommt Max Lantzsch zum ersten Mal mit dem Sport in Berührung.  Pro7 und Sat.1 haben sich da  gerade die Übertragungsrechte gesichert, Football kann nun jeden Sonntag auch im deutschen Fernsehen verfolgt werden. Und der Radebeuler schaut als Zwölfjähriger begeistert zu. Seine ersten Versuche auf dem Platz wagt er bei  den Suburbian Foxes, der Radebeuler Footballmannschaft, die im Lößnitzstadion trainiert. Schnell zeigt sich, dass er Talent hat. Zwei Jahre später wechselt der Spieler zu den Dresden Monarchs, trainiert dort erst in der U17- und mittlerweile in der U19-Mannschaft. Mit 1,96 Meter Körpergröße, 104 Kilo Gewicht, seiner Schnelligkeit und Kraft bringt er beste Voraussetzungen mit für seine Position als Passempfänger.

Talent allein reicht aber nicht aus, wenn man es nach ganz oben schaffen will. Disziplin ist gefragt. Man muss derjenige sein, der immer noch ein bisschen mehr gibt, noch härter, noch länger trainiert. "Ich würde nie ein Training ausfallen lassen, weil ich etwas anderes vorhabe.  Vom Partymachen wird man nicht besser auf dem Feld", sagt Max Lantzsch und klingt in dem Moment gar nicht wie ein 17-Jähriger. Sondern wie einer, der verstanden hat, dass die nächsten Jahre hart werden, wenn er erfolgreich sein will.

Erst spielte er bei den Suburbian Foxes in Radebeul, danach bei den Dresden Monarchs. Nun geht's weiter in die USA.
Erst spielte er bei den Suburbian Foxes in Radebeul, danach bei den Dresden Monarchs. Nun geht's weiter in die USA. © privat

Sportliche Leistung und gute Noten werden verlangt

Außer sonntags wird er jeden Tag trainieren, Freitagabend in der Highschool-Liga auf dem Spielfeld stehen, am Wochenende folgt die Videoauswertung und natürlich werden am Samstag die Spiele der Colleges und am Sonntag die NFL geschaut. Und nicht nur die sportlichen Leistungen müssen stimmen. "Die Colleges wollen auch gute Noten sehen. Mit Dreien und Vieren hat man keine Chance."  Schon im Vorfeld musste er Sprachtestes bestehen und Aufsätze schreiben - per Liveschalte via Skype, damit nicht geschummelt werden kann. Max Lantzsch ist fest entschlossen, für seinen Traum zu kämpfen. "Ich will mir, wenn ich alt bin, nicht vorwerfen müssen, dass ich nicht alles probiert habe."

Seine Ausbildung zum Industriekaufmann wird der Football-Spieler dafür abbrechen. Seine Eltern stehen aber ganz hinter ihm und dieser Entscheidung. "Sie freuen sich für mich, sind aber auch traurig, dass ich mit 17 schon so weit weg gehe."

Am 3. August geht der Flieger. Danach startet der Radebeuler - wie soll es anders sein - mit einem Trainingscamp. "Ich hätte nie gedacht, dass es so kommt und es fühlt sich alles noch etwas surreal an", sagt er. Obwohl jetzt zwei Jahre Highschool vor ihm liegen, gibt es schon Kontakte zu den Universitäten. Läuft es gut, kann Max Lantzsch noch Ende dieser Saison einen Vertrag fürs College unterschreiben. Der Traum rückt näher.

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