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Rasenmäher und Königsberger Klopse

Wir stellen in einer Serie Menschen vor, die oft im Hintergrund stehen. Heute: Klaus Donath.

Vereinsvorsitzende Diana Schönig freut sich: Auf Klaus Donath ist immer Verlass.
Vereinsvorsitzende Diana Schönig freut sich: Auf Klaus Donath ist immer Verlass. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Prüfend wandert der Blick von Klaus Donath Richtung Himmel. Die meiste Arbeit ist bereits erledigt. Das Stück Rasenfläche, dass jetzt noch gemäht werden muss, ist überschaubar. Der Regen lässt sich zum Glück noch etwas Zeit. Kürzlich sahen die Grünflächen auf dem etwa 4000 Quadratmeter großen Vereinsgelände der Stadtverkehrswacht noch ziemlich ungepflegt aus. 

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Das Areal war wegen der Corona-Krise komplett gesperrt und somit waren weder Besucherverkehr noch Veranstaltungen möglich. Notwendige Arbeiten in der Wartung und Pflege mussten also auch liegenbleiben. Umso erfreuter zeigten sich die Vereinsmitglieder, als das Gelände vor ein paar Tagen wieder betreten werden durfte. Unter Einhaltung aller Sicherheitsbedingungen war Klaus Donath einer der ersten Vereinsmitglieder, der seine Freizeit nutzte, um das Gelände wieder auf Vordermann zu bringen. Die Rasenflächen ähnelten schon einer gut durchwachsenen Dschungellandschaft, meint der 78-Jährige, der seinen (Un-)Ruhestand durchaus auch anders verbringen könnte. Aber Klaus Donath kann nicht anders. Wenn der Senior etwas anpackt, dann richtig. 

Diana Schönig weiß das sehr zu schätzen. Die Vereinsvorsitzende der Stadtverkehrswacht freut sich über das unermüdliche Engagement des 78-Jährigen: „Ohne ihn würde bei uns im Verein so gut wie nichts laufen. Er kümmert sich um die Wartung und Pflege sowie viele andere Dinge. Und was am besten daran ist: Man muss nichts sagen. Klaus Donath sieht die Arbeit sofort und erledigt sie. Er ist unsere gute Seele. Es ist schön und beruhigend zu wissen, dass man sich blind auf ihn verlassen kann.“

Das Engagement von Klaus Donath gehe sogar so weit, dass selbst eine akute Verletzung ihn nicht davon abhalten kann, zuerst seine Arbeit möglichst zu vollenden, bevor der Senior an sich selbst denkt. All das haben die Vereinsmitglieder aber erst durch Zufall und sehr viel später von anderen Menschen erfahren. Klaus Donath mag damit nicht hausieren. Stattdessen übt er sich lieber in Bescheidenheit und stiller Arbeit. „Ich mache das, was erledigt werden muss. Und ich mache es gern“, beschreibt der Senior kurz und knapp sein Engagement. Dabei hatte Klaus Donath zu Beginn seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Verkehrswacht keine Ahnung von dem Vereinsleben. Das sollte sich aber schnell ändern, als den gelernten Stahlbauer vor zwei Jahrzehnten die Arbeitslosigkeit ereilte. Das war kein Leben für Klaus Donath, der dringend eine neue Aufgabe suchte. Im Gespräch mit dem damaligen Vereinsvorsitzenden Horst Sommerlatte erfuhr er, dass die Verkehrswacht dringend Unterstützung suchte. Dieses Angebot kam wie gerufen. Und selbst als die Freizeit des späteren Montagearbeiters in der Heimat sehr eng bemessen war, fand Klaus Donath immer wieder Zeit, das Vereinsleben mit seiner Tatkraft zu unterstützen. Ehefrau Margot ist ähnlich gestrickt. Die Seniorin backt für die Verkehrswacht Kuchen, bereitet Kartoffelsalat zu und kümmert sich um die Reinigung von Tischdecken und Handtüchern. Aber eines ist und bleibt das kulinarische Spezialgebiet von Ehemann Klaus Donath: Kesselgulasch und Eisbein. Davon werden mitunter mehr als fünfzig Portionen gebraucht, wenn Veranstaltungen des Vereins bevorstehen. Und so ganz nebenbei erfährt Diana Schönig an diesem Vormittag rein zufällig, dass Klaus Donath zu Armeezeiten als Koch tätig war und seine Spezialitäten Königsberger Klopse sowie Selterwasserkuchen sehr beliebt waren.

Damit ist die kulinarische Wunschliste von Diana Schönig für die nächsten Veranstaltungen bereits geschrieben. Gesagt ist aber noch lange nicht getan – angesichts der aktuellen Corona-Lage. Aber es kommen mit Sicherheit auch wieder bessere Zeiten. Bis es soweit ist, gibt es für Klaus Donath genug andere Dinge auf dem Vereinsgelände zu erledigen. Ganz selbstverständlich.

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