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Schule: Halt und Orientierung geben

In der Ottendorfer Oberschule dürfte Praxisberater Sebastian Sende im neuen Schuljahr stärker im Fokus der Schüler stehen.

Im kommenden Halbjahr ein gefragter Mann? Schulpraxisberater Sebastian Sende.
Im kommenden Halbjahr ein gefragter Mann? Schulpraxisberater Sebastian Sende. © Marion Doering

Er ist da. Darauf weist er immer wieder hin. Sein Büro befindet sich im zweiten Stock der Oberschule. Leicht zu finden sei das, bemerkt Sebastian Sende. Und wie man ihn sonst erreicht, was er für Aufgaben hat, sein Jobprofil, das haben die über 400 Schüler ja schwarz auf weiß. Steht alles in den Hausaufgabenheften. Eine ganze Seite habe er da bekommen, freut er sich. 


Für Sebastian Sende steht fest, dass das neue Schuljahr eines sein wird, das auf jeden Fall anders ablaufen wird. Wegen Corona. Vor allem ist es das Atmosphärische dieser pandemischen Zeit, dass die schulischen Beziehungen zwischen Schülern und Pädagogen in den kommenden Monaten prägen dürfte. Und, das steht für Sende fest, es wird ein Schuljahr sein, welches auch von ihm einiges abverlangen wird, insbesondere sehr viel Einfühlungsvermögen. Denn: „Viele Schüler werden verunsichert sein, wenn sie wieder zur Schule kommen“, sagt er. Niemand wisse so recht, wo er leistungsmäßig stehe. Und dann das große Unbekannte, das ja auch über der Ottendorfer Schule hängt: „Niemand weiß ja, ob das Schuljahr wie gewohnt beendet werden kann“, so der gebürtige Schmochtitzer. „Diese Corona-Zeit“, so der 40-jährige, „verändert so vieles, auch meine Arbeit.“ 

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"Schauen, wo die Stärken liegen"

Praxisberater, das klingt nach einer klaren Rollenverteilung. Hier die Praxis, da der Berater, der Mensch. Aber so einfach se das nicht, meint Sende. Man müsse bei den Siebt- und Achtklässlern, denen er Ausblicke für den späteren beruflichen Weg geben soll, schauen, wo deren Stärken liegen. Stärken, nicht Schwächen, das betont er. Denn die persönlichen Stärken seien ja letztendlich die Antriebskraft, die Motivation der Schüler, überhaupt bei ihm vorbeizuschauen. 

Das Projekt „Praxisberater“ war vor sieben Jahren vom Kultusministerium und der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen worden. Mit dem Ziel, Schülern der Klassenstufen 7 und 8 individuell bei der Berufsorientierung Hilfestellung zu geben, den Stärken des Schülers die entsprechenden Berufsfelder anzubieten. In Zusammenarbeit mit Berufsberatern. Um die Quote der Ausbildungsabbrüche zu minimieren. Im Freistaat gibt es derzeit rund 250 Praxisberater an den sächsischen Oberschulen.

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"Fahrkarte aus der Gastronomie"

Sende vermutet, dass er in diesem Schuljahr bestimmt häufiger als in den drei Jahren zuvor, so lange arbeitet er bereits in der Ottendorfer Oberschule, aufgesucht wird. Eigentlich verständlich, sagt er. Diese Corona-Zeit beinhalte so eine Menge Unwägbarkeiten, die Zukunftsängste bei den Schülern seien gewachsen. Diese Ängste zu verstehen, vor allem sie aber den Jugendlichen zu nehmen, darin sieht Sende auch seine Arbeit.
Er kam per Zufall zu diesem Job. 15 Jahre lang war er davor in der Gastronomie tätig, als Küchenchef. „War aber dann genug für mich“. Sende studierte Betriebswirtschaft. Das Studium sei seine „Fahrkarte aus der Gastronomie“ gewesen. Seine Frau, eine Grundschullehrerin, erzählte ihm von diesem Praxisberater-Projekt. Er bewarb sich und bekam die Stelle in der Ottendorfer Oberschule.
Für ihn steht fest, dass es in der Schule in den kommenden Monaten ruhiger als sonst werden wird. Das deutete sich ja im vergangenen Schuljahr an. Eine „gedämpfte Stimmung“ werde das sein. Auf dem Schulhof, in den Gebäuden, in den Klassen. Aber, und das freut ihn, durch die Corona bedingte Auszeit habe die Schule wieder die Wertschätzung bekommen, die sie verdient. Und auch ihn dürften die Schüler sicher in einem neuen Licht sehen. Weil sie wissen, er ist für sie da.

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