merken
PLUS Pirna

Schwimmende Insel ohne Besucher

Die Landesgartenschau in Bad Schandaus Partnerstadt am Bodensee ist für dieses Jahr abgesagt. Damit schwimmt auch die Werbeinsel einsam im Wasser - vorerst.

Elbsandsteinflair auf dem Bodensee: schwimmende Gärten für die Landesgartenschau Baden-Württemberg in Überlingen.
Elbsandsteinflair auf dem Bodensee: schwimmende Gärten für die Landesgartenschau Baden-Württemberg in Überlingen. © Landesgartenschau Überlingen

Der Sumpfporst ist planmäßig angewachsen und er blüht. Das für die Sächsische Schweiz typische Heiderkrautgewächs schwimmt mitsamt einiger Riffkiefern und zwei  Sandsteinplatten auf einer künstlichen Insel auf dem Bodensee - nur bewundern kann das leider niemand. 

Die Insel gehört zu den schwimmenden Gärten der Landesgartenschau Baden-Württemberg, die in diesem Sommerhalbjahr in Überlingen am Bodensee stattfinden sollte, einer Partnerstadt von Bad Schandau. Bad Schandau wollte mit diesem aufwendigen Werk um Touristen werben, für sich und die gesamte Sächsische Schweiz.

Sachsenbessermachen.de
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.

Hinsehen, Zuhören, Lösungen finden - gemeinsam. Sachsen besser machen!

Wie so vieles ist dieser Plan der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Die baden-württembergische Landesgartenschau in Überlingen wird in diesem Jahr nicht mehr stattfinden. Sie wurde komplett auf 2021 verschoben. Darauf haben sich die Ausrichter und das Bundesland verständigt. 

Die fertiggestellte Insel kurz bevor sie aus dem Yachthafen Überlingen auf den Bodensee geschleppt wurde. Der Ponton hat einen Durchmesser von fünfeinhalb Metern.
Die fertiggestellte Insel kurz bevor sie aus dem Yachthafen Überlingen auf den Bodensee geschleppt wurde. Der Ponton hat einen Durchmesser von fünfeinhalb Metern. © Hanka Owsian

Noch Ende März waren der Designer Jürgen Bretschneider, die Kulturwissenschaftlerin Hanka Owsian und der Kletterführer Michael Scholz für Bad Schandau in Überlingen vor Ort, um die schwimmende Plattform in ein kleines Stück Elbsandsteingebirge zu verwandeln. Neben den regional-typischen Pflanzen wie dem erwähnten Sumpfporst und den Kiefern bilden zwei aus Acryl gefertigte Felssilhouetten den optischen Mittelpunkt der Insel. Sie zeigen den Falkenstein und die Brosinnadel und verweisen auf Bad Schandau, den Nationalpark sowie den Malerweg. 

Am 6. Mai wurde die fertige fünfeinhalb Meter Durchmesser messende Insel dann per Boot aus dem Überlinger Yachthafen zu ihrem finalen Standort geschleppt, einem U-förmigen Steg am Ufer des Bodensees, wo sie zusammen mit weiteren Pontons fest vertäut ist. Vom Aufbau und der Überfahrt existieren auch Videoaufnahmen, die demnächst zu einem kleinen Trailer zusammengeschnitten werden sollen.

Gartenschaugelände bleibt geschlossen

Vor Ort wird das Werk aber vor 2021 wohl keiner sehen können. Mit der coronabedingten Verschiebung der Landesgartenschau bleibt auch das Ausstellungsgelände in diesem Jahr für Besucher geschlossen. Zum einen hätte der Besuch natürlich Eintritt gekostet. Zum anderen können die eigens angelegten Gärten und Parks auch wegen des Infektionsschutzes nicht einfach für Besucher geöffnet werden, erklären die Organisatoren der Landesgartenschau. 

Die Wege seien teilweise so eng, dass die nötigen Abstände nicht eingehalten werden  können. Um etwa nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern auf die Flächen zu lassen, wäre außerdem einiges an Personal nötig, was nicht finanzierbar sei. Zudem konnten viele Ausstellungsbeiträge wegen der Corona-Pandemie nicht fertiggestellt werden. Die Gäste würden eine halbfertige Gartenschau sehen, was wiederum kein Anreiz wäre für einen Besuch im kommenden Jahr. Vom 9. April bis 17. Oktober 2021 soll die Landesgartenschau dann öffnen.

Bad Schandau hat sich den Bau der schwimmenden Werbe-Insel insgesamt 18.000 Euro kosten lassen. Der Stadtrat hat diese Ausgaben jetzt einstimmig genehmigt. Der ursprünglich für 2020 geplante Bau einer öffentlichen Toilettenanlage im Ortsteil Prossen muss dafür aufgeschoben werden. 

Mit der Verschiebung der baden-württembergischen Landesgartenschau ins kommende Jahr sind auch die geplanten Besuche in der Partnerstadt auf 2021 verschoben. Eine Gruppe Schandauer - darunter Bürgermeister Thomas Kunack - wollte ursprünglich mit dem Fahrrad bis nach Überlingen fahren. Auch der Tourismusverband Sächsische Schweiz wollte vor Ort werben. Bürgermeister Kunack hat aber angekündigt, die Städtepartnerschaft gerade in Sachen Tourismusmarketing jetzt zu intensivieren.  

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier. 

Täglichen kostenlosen Newsletter bestellen. 

Mehr zum Thema Pirna