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Siemens plant Wasserstoff-Kraftwerk

Der Bund fördert eine Testanlage in der Lausitz. Und der Görlitzer Campus kommt zur rechten Zeit.

©  Nikolai Schmidt

Am Montag hatte noch Bundeskanzlerin Angela Merkel im Görlitzer Siemens-Werk auf die Bedeutung von Wasserstoff-Technologien bei der Energiewende hingewiesen, am Donnerstag gab es nun den nächsten Schritt: Die Bundesregierung fördert den Bau eines Wasserstoff-Kraftwerkes in der Lausitz. Es wird eng verknüpft mit dem Industriepark Schwarze Pumpe, der von der Stadt Spremberg und der Gemeinde Spreetal getragen wird. Wichtiger industrieller Partner dieses Projektes ist die Siemens AG.

Läuft alles wie geplant, kann im nächsten Jahr der Bau des Wasserstoff- und Speicherkraftwerkes beginnen. Es ist eines von deutschlandweit 20 Projekten, mit denen die Bundesregierung die Nutzung von Wasserstofftechnologien testen will. „Wir wollen bei Wasserstofftechnologien die Nummer 1 in der Welt werden“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Donnerstag in Berlin. „Wasserstofftechnologien bieten enorme Potenziale für die Energiewende und den Klimaschutz wie auch für neue Arbeitsplätze.“ Seine Nutzung bedeutet keine oder nur sehr geringe Treibhausgas-Emissionen. Erzeugt werden kann Wasserstoff beispielsweise durch Elektrolyse auf Basis von Strom aus Windkraft- oder Photovoltaikanlagen. Auf ein solches Speicher-Kraftwerk bei Schwarze Pumpe hatte sich auch bereits die Kohleausstiegs-Kommission in ihrem Abschlussbericht geeinigt. Altmaier erklärte am Donnerstag ebenso, dass bis Ende des Jahres eine nationale Wasserstoff-Strategie beschlossen werden soll.

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Darin werden die nun geförderten 20 Vorhaben ihren Niederschlag finden. Aber auch der Innovationscampus von Siemens und Fraunhofer-Gesellschaft in Görlitz wird auf diese nationale Strategie reagieren. Das hatte Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer bereits am Montag gegenüber der SZ in Görlitz erklärt. Wasserstoff als Energiespeicher, Wasserstoff als Antrieb für Fahrzeuge und auch als Ersatz von Koks in der Stahlindustrie nannte er als wichtigste Forschungsaufgaben und deutete an, dass der Innovationscampus in Görlitz ein führendes Testzentrum auf diesem Gebiet werden kann. Beispielhaft nannte er industrielle Elektrolyse-Verfahren und die Digitalisierung, um die Herstellung von Wasserstoff preiswerter zu gestalten. Das steht seinem massenweisen Einsatz heute noch im Wege. Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden Siemens und der Freistaat 30 Millionen Euro investieren und 100 hochqualifizierte Stellen schaffen.

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