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Görlitz

SZ-Redakteure grüßen aus dem Homeoffice

Auch viele Journalisten arbeiten aktuell von zu Hause aus. Für die Görlitzer SZ zum Beispiel Gabriela Lachnit und Maximilian Helm.

SZ-Redakteurin Gabriela Lachnit im Homeoffice.
SZ-Redakteurin Gabriela Lachnit im Homeoffice. © Uwe Lachnit

Gabriela Lachnit ist heilfroh übers schnelle Internet:

Bloß gut, dass die Telekom uns privat im Herbst den LTE-Vertrag gekündigt hatte. Jetzt bin ich froh, dass ich mit dem neuen Vertrag bis zu 50 MBit/s zu Hause nutzen kann. Die wichtigsten Arbeitssysteme, um einen Beitrag für die SZ zu erstellen, kann ich nutzen. Wir Reporter der SZ arbeiten seit geraumer Zeit online. Und die Datenleitung ist hier recht passabel.

Kurz vor 9 Uhr startet mein Arbeitstag im Wohnzimmer. Das hat den Vorteil, dass ich abends mein "Büro" nicht wegräumen muss. Der große Wohnzimmertisch wird nicht benötigt. Kommt ja keiner zu Besuch. Über Whatsapp und Outlook stehe ich in Verbindung mit der Redaktion und den Kollegen. Klar, es ist schwierig, Gesprächspartner persönlich zu treffen. Eigentlich favorisiere ich das. Aber in diesen Zeiten heißt es: Abstand halten.  Was möglich ist - und das ist eine ganze Menge -  bespreche ich am Telefon. 

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Eigentlich unterscheidet sich der Arbeitstag zu Hause nur wenig von dem im Büro. Recherchieren, telefonieren und dann schreiben. So geht das den ganzen Tag. Nur das Drumherum ist anders: Die Hausschuhe bleiben an, das Outfit ist gewöhnlicher als sonst. Die Ruhe draußen - ich wohne auf dem Land - wird nur hin und wieder unterbrochen von Baufahrzeugen. Die Dorfstraße wird saniert. Auch drinnen ist es ruhig: Die erwachsenen Töchter leben weit weg, der Mann ist auf Arbeit.

Was mir fehlt, ist das Zusammentreffen mit Kollegen. Keine gemeinsame Mittagspause, keine Planungsrunden, kein schneller Besuch im Büro nebenan, um etwas zu besprechen. Aber mit Selbstdisziplin - daran hat es mir noch nie gemangelt - ist auch diese außergewöhnliche Situation zu bewältigen.  

Maximilian Helm über die Versuchungen im Homeoffice:

Homeoffice ist gut für den Ofen. Denn in meiner Görlitzer WG, in der ich seit Anfang März wohne, wird noch mit Kohlen geheizt. Oberster Stock, natürlich. Doch wenn ein Tag mal wieder länger ist, mit einem frühen Termin und einer Veranstaltung abends, dann ist der Ofen buchstäblich aus. Dann heißt es: Holz hacken, Zeitung zerknüllen, hoffen dass es warm wird. Nun werfe ich alle paar Stunden ein paar Kohlen nach, habe keinen Stress und kann mich über ein wunderbar warmes Zimmer zum Arbeiten freuen. Doch wehe der Ablenkung. In der Ecke steht meine Gitarre, die Flasche Rotwein von gestern Abend schreit: „Trink mich aus, es merkt sowieso niemand!“ und auch das Aufräumen der Küche kommt mir plötzlich wie eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung vor. Die Mühe, von diesen Versuchungen abzulassen, lässt in mir die Frage keimen: Wie machen das die anderen?

SZ-Volontär Maximilian Helm, der derzeit für die SZ in Görlitz arbeitet, im Homeoffice.
SZ-Volontär Maximilian Helm, der derzeit für die SZ in Görlitz arbeitet, im Homeoffice. © privat

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Doch je mehr ich mit anderen Leuten über Homeoffice spreche, so oft höre ich von den gleichen Unzulänglichkeiten. Und dabei habe ich noch nicht mal Kinder. Vor den Menschen, die Homeoffice und Kinderbetreuung managen können, habe ich in den letzten Tagen riesigen Respekt entwickelt. Doch eine Sache kommt mir besonders zugute: Ich bin ein recht leidenschaftlicher Koch. Nun kann ich mir tagsüber oft nebenbei etwas Schönes köcheln, was meine Mitbewohner und ich dann abends gemeinsam verspeisen. Und so führe ich häufig äußerst seriöse Interviews, während ich nebenbei gemütlich in meiner Bolognese rühre. Die Frage ob ich gerade eine Hose anhabe, muss ich am Telefon zum Glück selten beantworten. Sonst müsste ich wohl hin und wieder lügen.

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