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So unterschiedlich wählten die Coswiger

Vor allem auf den Dörfern hat die AfD viele Anhänger. Die Briefwähler ticken ganz anders.

Noch hängen beziehungsweise stehen die Wahlplakate an der Dresdner Straße in Coswig. Die AfD hat die CDU bei dieser Wahl überholt. Bei der Stadtratswahl im Mai lag die Union noch vorn.
Noch hängen beziehungsweise stehen die Wahlplakate an der Dresdner Straße in Coswig. Die AfD hat die CDU bei dieser Wahl überholt. Bei der Stadtratswahl im Mai lag die Union noch vorn. ©   Norbert Millauer

Coswig/Weinböhla. Schon zur Europawahl hat die AfD in Coswig die meisten Stimmen geholt, zur Kommunalwahl konnte die CDU knapp siegen. Am Sonntag wiederum überholte die AfD die Christdemokraten.

Dabei gibt es zwischen Stadtzentrum und Wohngebiet Dresdner Straße oder Spitzgrund keine großen Unterschiede im Wahlverhalten. Vor allem auf den Dörfern holte die Alternative die meisten Stimmen. 

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In Neusörnewitz erhielt René Hein 45,1 Prozent der Stimmen im Wahllokal am Sportplatz. Auch in Brockwitz sind es 38,5 Prozent. Ähnliche Zahlen in Kötitz. Matthias Rößler (CDU) hat im Gebiet rund um das Gymnasium die meisten Anhänger. Liegt aber mit 31,7 Prozent auch hier deutlich hinter dem AfD-Konkurrenten.

Auffällig außerdem: Martin Dulig (SPD) haben viele Coswiger ihre Stimme gegeben. Mit 14,8 Prozent liegt er auf Platz 3. Seine SPD schaffte es bei den Zweitstimmen dann aber nur noch auf 8 Prozent und wurde von Der Linken überholt. Auch der Stadtrat Berhard Kroemer, der für die Freien Wähler ins Rennen ging, erhielt 7,9 Prozent der Stimmen.

© SZ-Grafik: Romy Thiel

Grüne Politik hat in einem der Wahllokale im Gymnasium mit 6,1 Prozent die meisten Anhänger. Dass sie in Coswig auf so ein gutes Ergebnis kommen – vor fünf Jahren waren es nur 5 Prozent bei den Zweitstimmen – , haben sie vor allem den Briefwählern zu verdanken, wo sie auf bis zu 10 Prozent kommen.

Überhaupt sind die Verhältnisse bei den Briefwahlergebnissen anders als in den Wahllokalen. Etwa 20 Prozent der Wahlberechtigten machten vorab ihre zwei Kreuze. Hier liegt die CDU deutlich vor der AfD, kommt bei Erst- und Zweitstimmen auf meist über 33 Prozent, während die Alternative nur zwischen 24 und 26 Prozent der Stimmen erhalten hat. Auch SPD und Freie Wähler finden bei den Briefwählern mehr Unterstützung.

Bei der Wahlbeteiligung liegen die Coswiger mit 66,8 Prozent im sächsischen Durchschnitt. Vor fünf Jahren machte nur etwa die Hälfte von ihrem Stimmrecht gebrauch.

Deutlich größer war am Sonntag die Wahlbeteiligung in der Nachbarkommune. 73,1 Prozent der stimmberechtigten Weinböhlaer machten ihr Kreuz. Und während sie zur Kommunalwahl noch zur CDU hielten (46,8 Prozent), kamen die Christdemokraten zur Landtagswahl nur auf 33,1 Prozent bei den Zweitstimmen. 

Knapp dahinter folgt die AfD mit 32,6 Prozent. Auch bei den Direktstimmen waren CDU-Frau Daniela Kuge und Afd-Mann Thomas Kirste mit 34,6 Prozent gleichauf. Alle anderen Parteien kommen auf nur einstellige Prozentwerte.

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