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So will die Schkola bald durchstarten

Mit dem neuen Schuljahr soll in Gersdorf der Unterricht in der neuen Freien Schule beginnen – aber anders, als ursprünglich gedacht.

Im Schloss Gersdorf soll die Freie Schule Einzug halten. Es muss aber zunächst saniert werden.
Im Schloss Gersdorf soll die Freie Schule Einzug halten. Es muss aber zunächst saniert werden. © SZ-Archiv / Steffen Gerhart

Ute Wunderlich ist froh, dass viele Hürden der Vergangenheit gemeistert wurden. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Sommer in Gersdorf starten“, sagt die Geschäftsführerin der Schkola GmbH. Allerdings wird der Schulbetrieb der Freien Schule in kleinerer Version beginnen, als ursprünglich geplant. Mädchen und Jungen der Klassenstufen 1 und 2 sollen ab dem neuen Schuljahr mit dem Unterricht loslegen können.

Die evangelische Kirchenzeitung „Die Kirche“ griff das Thema jetzt ebenfalls auf. Da kommt die stellvertretende Gemeindekirchenrätin von Gersdorf, Kerstin Frenzel, zu Wort. „Wir als Kirchgemeinde sind hoffnungsvoll, dass sich die Kooperation mit den neuen Nachbarn gut entwickeln wird“, sagt die 65-Jährige. So oder so gibt es bereits die erste Verknüpfung für ein Miteinander. Die Kirche hat den künftigen Nutzern einen Waldgarten mit Holzhütte im Kirchwald verpachtet.

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Freie Schule mit Waldcharakter

Das passt ins Schkola-Konzept. Eine Freie Schule mit Waldcharakter wollte die vor etwa vier Jahren gegründete Elterninitiative zuerst in Görlitz aufbauen. Doch dort fehlte das passende Gebäude. Mit Schloss Gersdorf und damit rund zehn Kilometer von der Neißestadt entfernt wurden die Schkola-Mitstreiter fündig. „Die Rahmenbedingungen sind für Schüler traumhaft. Park, Spielplatz und Wald laden zum Lernen ein“, schwärmt Ute Wunderlich.

Die Schkolas in Ostritz, Hartau und Ebersbach-Neugersdorf haben sich in der Schullandschaft längst bewährt. Jetzt kommt Gersdorf als vierter Schulstandort dazu. Ganzheitliches, weltoffenes Lernen, die Begegnung mit Kindern aus Tschechien und Polen sowie das Erlernen einer der beiden Sprachen des Nachbarlandes sind im Schkola-Konzept verankert.

Eigentlicher Start musste bereits verschoben werden

Ursprünglich sollte im Schloss Gersdorf mit Schülern von der 1. bis zur 6. Klasse gestartet werden. Das ist nun hinfällig. Dass eine andere Lösung gesucht werden musste, bahnte sich bereits im vergangenen Jahr an. Im vergangenen Herbst informierte Ute Wunderlich dann in einem offenen Elternbrief darüber.

So musste der eigentliche Start im Sommer 2019 bereits verschoben werden. Grund dafür waren einerseits notwendige Sanierungsarbeiten im Schloss. Da wurde Hausschwamm festgestellt, der mittlerweile beseitigt werden konnte. Andererseits kristallisierte sich heraus, dass die Kinder erst einmal in Containern beschult werden, bis alle Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Eine Antwort auf die Genehmigungsanträge für die künftige Grund- und Oberschule mit Blick auf ein mögliches Abitur vom Landesschulamt hatten die Initiatoren damals noch nicht. In den vergangenen Wochen spielte der ausgesetzte Schulbetrieb durch die Corona-Beschränkungen eine Rolle. „Durch die Corona-Krise hat sich die Beantwortung von Nachfragen des Landesamtes für Schule und Bildung verzögert“, sagt Ute Wunderlich und auch, dass nun vonseiten der Schkola Gersdorf alles für den Schulbetrieb Notwendige bei den Behörden vorliegt.

Altersgemischte Lerngruppe mit 16 Schülern

Entscheidung sei nun, die Schkola Gersdorf wie alle Schkola Schulen stufenweise aufzubauen, erläutert Ute Wunderlich die Vorgehensweise. Neu im Konzept ist, dass die Freie Schule in kleinen Schritten wächst. Einen Antrag zur Genehmigung für eine Oberschule soll es erst später geben. Aktuell zum Schuljahresstart wird eine altersgemischte Lerngruppe mit 16 Schülern – davon jeweils acht der Klasse 1 und der 2. Klasse - gebildet. Die Kinder lernen vorerst in Containern neben dem Schloss. Die Container werden angemietet.

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In Kürze beginnen die Tiefbauarbeiten für diese Übergangslösung. Die Sanierung vom Schloss erfolgt weiter peu á peu. Arbeits- und Lernmaterialien sind bestellt, „die Personalien mit Freude am Start“, so Frau Wunderlich. Im kommenden Schuljahr folgt die Einschulung für weitere acht Kinder. Im Schuljahr 2021/22 könnten damit insgesamt 24 Kinder in Gersdorf lernen, ab 2022/23 käme die nächste Lerngruppe dazu. Weiterhin sind Anmeldungen für den Schulstart 2020 möglich. Zwei Plätze sind noch frei.

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