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Niesky

Stadtwerke Niesky steigen ins Internet-Geschäft ein

Das Nieskyer Unternehmen zieht die Glasfaserleitungen bis in jeden Haushalt. Damit verbessert sich auch das Fernseh- und Radioangebot.

Die Stadtwerke Niesky feierten im vergangenen Jahr ihren 25. Geburtstag. Geschäftsführer Holger Ludwig informierte auf der Festveranstaltung Ende August auch über das Vorhaben Breitbandausbau in der Stadt.
Die Stadtwerke Niesky feierten im vergangenen Jahr ihren 25. Geburtstag. Geschäftsführer Holger Ludwig informierte auf der Festveranstaltung Ende August auch über das Vorhaben Breitbandausbau in der Stadt. © Archiv André Schulze

Die Stadtwerke Niesky sind von der Stadt beauftragt, das Breitbandnetz mit Glasfaser auszubauen. Damit wird das städtische Unternehmen neuer Lieferant, Dienstleister und Ansprechpartner nicht nur für die Versorgung mit schnellem Internet. Auch Fernseh- und Rundfunkprogramme sollen die Haushalte der Stadt Niesky erreichen. Wie das Ganze umzusetzen ist, darüber sprach die SZ mit Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Ludwig. 

Die Stadtwerke bestreiten mit dem Breitbandausbau ein neues Geschäftsfeld. Wie ist für sie die Ausgangslage in der Breitbandversorgung in der Stadt Niesky?

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Die Telekom hat ihren FTTC-Ausbau, also Glasfaserkabel, bis zum Verteilerkasten auf der Straße, abgeschlossen. Damit können entsprechende Übertragungsgeschwindigkeiten den Bürgern zugesichert werden. Weiterhin gibt es die Netze des privaten Betreibers PŸUR, die in wesentlichen Teilen Koaxialnetze sind. Bei entsprechender Netzkonfiguration können in diesem Netz Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 400 Mbit pro  Sekunde gewährleistet werden. Wir haben als Stadtwerke bereits einige dieser Strecken in Betrieb und können Kunden mit einem leistungsfähigen Breitbandanschluss versorgen.

Die Haushalte sollen nicht nur Breitband bekommen, sondern auch TV- und Radioprogramme. In welchem Umfang wird das erfolgen?

Es soll immer das Triple als Multimediadienst zur Verfügung stehen. Dies bedeutet, dass der Bürger über seinen Haus- oder Wohnungsanschluss Fernsehen, Telefon und Internet gleichermaßen anliegen hat.

Um welche Komponenten wollen die Stadtwerke das bereits genutzte Leistungsangebot vom Anbieter PŸUR erweitern?

In erster Linie wollen wir vor Ort, also in Niesky,  als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die entsprechend benötigten Netze sollen hierfür regional errichtet, unterhalten und betrieben werden. So wie wir das als Stadtwerke bereits bei den anderen Medien Strom, Wasser und Wärme tun, soll dies auch in der Breitbandversorgung umgesetzt werden.

Die Stadtwerke haben dafür einen Service-Punkt an ihrem Sitz in der Hausmannstraße eingerichtet. Wie wird er von den Bürgern wahrgenommen?

In der Vorbereitung der Netz- und Vertragsübernahmen informieren wir bereits in erheblichem Umfang.  Daraus resultieren viele Fragen, und die Kunden nutzen natürlich die Möglichkeit, sich direkt bei uns zu informieren. Den Service-Punkt einzurichten ist eine richtige und notwendige Entscheidung gewesen.

Welcher technischer Aufwand ist erforderlich, um das vorhandene Kabelnetz in der Stadt Niesky zu modernisieren?

Hier müssen wir zwischen der Modernisierung im Koaxial-Netz und dem Glasfaser-Ausbau unterscheiden. Grundsätzlich sind das drei technische Maßnahmen. Erstens das  Zusammenschalten und Neustrukturieren der Kabelnetze von VideoPro und Tele Columbus. Zweitens der Umbau der Bestandsnetze auf Internetfähigkeit und Einbau der entsprechenden Multimediadosen. Drittens der Aus- und Aufbau der Lichtleiter-Infrastruktur vom Hauptstrang bis zum Endkunden in sein Haus.

Welchen zeitliche Rahmen haben Sie sich dafür gesteckt? 

Aktuell sind wir noch überwiegend mit der technischen und vertraglichen Umgestaltung für die Netzübernahme und die zum 1. März erfolgende Übernahme der Versorgung im Bestandsnetz beschäftigt. Diese Modernisierung betrifft die Netzstrukturierung, das  Schaffen neuer notwendiger Lichtleiter-Anbindungen sowie den teilweisen Austausch der Technik und das Klären von Vertragsverhältnissen. Mit Abschluss dieser Maßnahme im Jahr 2020 werden wir für rund 2.900 Anschlüsse eine leistungsfähige Breitbandversorgung mit bis zu 400 Mbit in der Sekunde gewährleisten können. Für den künftigen Glasfaser-Ausbau im Kerngebiet von Niesky haben wir die baulichen Anlagen für die zentralen Technikstandorte errichtet. Wie immer bei Tiefbauarbeiten verlegen wir entsprechende Leerrohre.

Steht bereits fest, welche Gebiete wann in Niesky erschlossen werden?

Die Erarbeitung detaillierter Ausbauplanungen ist in Arbeit und wird in nächster Zeit forciert. Aussagen, wann welche Gebiete an das Glasfaser-Netz angeschlossen werden, können im Moment noch nicht genau getroffen werden. Dabei müssen wir berücksichtigen, wie wir dies wirtschaftlich umsetzen können. In einigen Fällen konnten wir ja bereits Anschlüsse realisieren und eine hochleistungsfähige Breitbandversorgung ermöglichen.

Wer bekommt alles Glasfaser in sein Haus gelegt?

Unser Ziel ist der FTTH-Ausbau, das bedeutet Glasfaser bis in jede Wohnung. Wir haben eine entsprechende Planung für alle Haushalte in Niesky erarbeitet. Das ist unsere Grundlage.

Mit der Breitbandversorgung  bieten die Stadtwerke den Tarif „SWN Fairnetzt“ an. Was beinhaltet dieser und welche Vorteile bringt er dem Nutzer?

Dieser Tarif bietet in Verbindung mit dem Tarif „SWN TV + Phone“ eine Grundversorgung mit allen freiverfügbaren TV-Sendern, einen Telefonanschluss nach Einzelverbindungsnachweis und eine Internetanbindung mit 5 Mbit/s. Für die individuelle Gestaltung werden weitere Produktmöglichkeiten wie Pay-TV, Telefonflatrates oder höhere Internetgeschwindigkeiten  möglich sein. Wir empfehlen hier die persönliche Beratung, um für sich das Passende zu finden.

Was sollten die Kunden bei dem Vertragswechsel aus Ihrer Sicht beachten?

Wichtig ist, nicht direkt selbst beim bisherigen Telekommunikationsanbieter kündigen, sondern immer den neuen Anbieter mit der Kündigung beauftragen oder mindestens mit diesem das Vorgehen abstimmen. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass es keinen „vertragslosen Zustand“ gibt und ein nahtloser Übergang sichergestellt wird. Wer jetzt von dem Übergang auf die Stadtwerke Niesky betroffen ist, sollte einen Wechsel oder die Änderungen der Vertragsbestandteile immer mit uns abstimmen. Das kann allen Beteiligten Ärger sparen.

Wird das Vorhaben gefördert oder müssen die Stadtwerke alles selbst bezahlen?

Im Landkreis Görlitz wurden die förderfähigen Anschlusspunkte hinsichtlich des Breitbandausbaus im Rahmen der Bundesförderung ausgeschrieben. Das Cluster 9, welches Niesky betrifft, hat die Telekom gewonnen und wird diese Anschlüsse mit Fördermitteln erschließen. Das sind jedoch nur rund 300 Anschlusspunkte. Alle anderen Anschlüsse, auch die wir mit anbinden, müssen bisher ohne Förderung erschlossen werden. Das werden wir im Rahmen unserer wirtschaftlichen Möglichkeiten umsetzen.

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