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Teigwaren Riesa arbeiten weiter am Limit

Die Nachfrage nach Nudeln bleibt hoch. Um die Sonderschichten abzudecken, helfen sogar Mitarbeiter aus anderen Abteilungen in der Produktion aus.

Teigwaren-Co-Geschäftsführer André Freidler im Nudelkontor. Die Spaghetti, Spirelli und Makkaroni aus Riesa sind nach wie vor gefragt - aber es fehlt die Nachfrage aus der Gastronomie.
Teigwaren-Co-Geschäftsführer André Freidler im Nudelkontor. Die Spaghetti, Spirelli und Makkaroni aus Riesa sind nach wie vor gefragt - aber es fehlt die Nachfrage aus der Gastronomie. © Sebastian Schultz

Riesa. Die Maschinen stehen fast nicht still an der Merzdorfer Straße in Riesa. Nach wie vor wird bei den Teigwaren durchproduziert, teilweise sogar am kompletten Wochenende, solange das die Ruhezeiten zulassen. "Die Situation ist weiterhin so, dass wir so viel wie möglich zu produzieren versuchen", erklärt Geschäftsführer André Freidler. Nur für Wartung und Reinigung stehen die Anlagen. 

Schon seit Beginn der ersten Hamsterkäufe kann das Unternehmen in Riesa gar nicht so viel produzieren, wie eigentlich nachgefragt ist. Und das, obwohl die Produktion auf Masse optimiert wurde: In Riesa laufen zurzeit nur noch Spaghetti, Spirelli und Makkaroni-Chips vom Band - Sorten, von denen sich in derselben Zeit größere Mengen produzieren lassen. 

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Aus der Gastronomie in die Nudelproduktion

Gleichzeitig ist längst nicht alles  eitel Sonnenschein beim Nudelproduzenten. Das Restaurant Makkaroni darf weiterhin nicht öffnen. Die Mitarbeiter aus dem Gastronomiebereich hatten deshalb die Wahl: Kurzarbeit oder aber Mitarbeit in der Produktion unter vollen Bezügen. 

"Sie helfen beispielsweise in der Verpackung oder bei anderen Arbeiten, die sonst liegenbleiben würden", erklärt der Chef des Teigwaren-Betriebsrats Frank Meyer. Das Angebot ist mit dem Betriebsrat abgestimmt, etwa die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter hat es laut Meyer angenommen. Die Details regelt ein Überlassungsvertrag. Denn das Nudelcenter, zu dem das Restaurant gehört, war gerade erst ausgegliedert und damit von der Produktion losgelöst worden. Ein wenig ironisch sei das schon, findet der Betriebsrats-Vorsitzende. 

Der Werkverkauf bei den Teigwaren läuft übrigens weiter. Allerdings sei die Nachfrage deutlich geringer als sonst, sagt André Freidler. "Online hatten wir bisher eine sehr hohe Nachfrage, aber die ist seit Ostern auch deutlich reduziert."

Der Teigwaren-Geschäftsführer glaubt, dass sich der Absatz nun langsam wieder auf ein niedrigeres Niveau einpegeln wird. "Es zeichnet sich langsam ab, dass der riesige Ansturm nicht mehr da ist." Trotzdem liege man derzeit noch bei einem höheren Niveau als üblich, vor allem bei den Kleinverpackungen. "Dafür fehlt natürlich der Gastronomie-Absatz komplett." Eine echte Flaute ist noch nicht in Sicht. Man sei in Riesa momentan noch sehr gefordert, die offenen Aufträge abzuarbeiten. 

Bonuszahlung für die Mitarbeiter

Für das Engagement in der Corona-Krise habe sich die Geschäftsführung zuletzt auch mit einer Prämie bedankt. Mitarbeiter von Nudelcenter und Teigwaren erhielten einen Bonus von 150 Euro. "Um Danke zu sagen", so André Freidler. Die aktuelle Nachfrage zeige ihm und den Mitarbeitern, dass die Arbeit der Teigwaren auch in Krisen gebraucht wird. "Da ärgert es uns ganz ehrlich auch, dass in Danksagungen wir produzierenden Betriebe etwas vergessen werden." 

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Auch die Teigwaren haben zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um eine Verbreitung des Coronavirus in der Belegschaft zu verhindern. Teilweise wurden zusätzliche Trennwände aufgestellt, Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt und die Mitarbeiter mit Mundschutz und Desinfektionsmittel versorgt. "Eine hundertprozentige Trennung ist bei einem Betrieb wie unserem schwierig. An Covid-19 erkrankt ist in dem Riesaer Unternehmen aber noch keiner. "Wir hatten bisher einige Verdachtsfälle, aber bisher hat sich keiner bestätigt."

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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