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"Mister Stadthalle" verlässt Görlitzer Stadtrat

Thomas Leder gehörte seit 30 Jahren dem Rat an. Ein Jahr nach der Kommunalwahl gab er nun seinen Abschied. Sein Nachfolger steht auch schon fest.

Der Stadthalle bleibt Thomas Leder als Vorsitzender des Stadthallenvereins verbunden.
Der Stadthalle bleibt Thomas Leder als Vorsitzender des Stadthallenvereins verbunden. © nikolaischmidt.de

Nach 30 Jahren soll es gut sein: Thomas Leder hat seinen Abschied aus dem Görlitzer Stadtrat genommen.

Auf der Sitzung am Donnerstag erklärte er seinen Rückzug aus der aktiven Stadtpolitik. "Er habe sich das schon seit Langem vorgenommen", sagte er in einer kurzen Erklärung. Leder gehörte dem Stadtrat seit der letzten freien Kommunalwahl in der DDR im Mai 1990 ununterbrochen an. Sieben Mal hintereinander schickten die Wähler den CDU-Politiker, der im  Dezember 1989 in die Union eintrat, in den Görlitzer Stadtrat. Eine Zeit lang stand er der CDU-Fraktion vor.

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Leders kantige Art machte ihm nicht nur Freunde. Darauf bezog sich auch der aktuelle CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Gleisberg. Es sei nicht immer einfach gewesen und Leder sei auch kein Teamplayer. Aber er habe wichtige Erfahrungen gesammelt und weitergegeben, dafür dankte Gleisberg ihm und forderte ihn auf, die Görlitzer Stadthalle weiterhin zu verteidigen.

Leder selbst gab den Stadträten mit auf den Weg, sich als Kontrollinstanz der Verwaltung zu verstehen und mutig zu sein, auch Beschlussvorlagen aus den Ämtern zu ändern. "Das geschieht nach meinem Geschmack zu selten." Außerdem legte er ihnen ans Herz, alles für eine gute Entwicklung der Sparkasse und der Stadtwerke zu tun. 

Von Oberbürgermeister Octavian Ursu erhielt er zum Abschied ein Teil eines Flügels aus der Stadthalle, der nicht mehr verwendet werden kann. Er soll nun in Leders Wohnzimmer am Kamin einen neuen Platz finden. Leder bleibt Vorsitzender des Stadthallenvereins.

In den Stadtrat nachrücken für Thomas Leder wird Matthias Schöneich. Er hatte den Sprung in den Rat auf Anhieb mit 663 Stimmen verpasst. Leder war im Mai 2019 als neunter und letzter CDU-Stadtrat mit 745 Stimmen gewählt worden. Gegenüber der SZ signalisierte Schöneich, dass er diese Aufgabe annehmen werde und sich künftig "für diese schöne Stadt einsetzen" will.  Schöneich ist auch Vorstandsmitglied im Stadthallenverein. Leder erhofft sich somit auch Kontinuität bei der bevorstehenden Sanierung der Stadthalle.

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