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Neues Zuhause gesucht: Wer will "Lonely"?

Den extrem untergewichtige Labrador-Mix hat vor einem Monat jemand am Tierheim Bischdorf ausgesetzt. Seine Herkunft bleibt ein Rätsel.

Die Tierheim-Mitarbeiter fanden den Labrador-Mix und nannten ihn "Lonely".
Die Tierheim-Mitarbeiter fanden den Labrador-Mix und nannten ihn "Lonely". © Tierheim

"Lonely" ist noch immer einsam. Der Ende Mai vor dem Tierheim Bischdorf ausgesetzte Labrador-Mix hat noch keine neue Familie gefunden. Das bestätigt Tierheimleiterin Ramona Rude auf Nachfrage der SZ. Zwar habe es mit Bekanntwerden des Falles mehrere Anfragen per Mail gegeben von Leuten, die "Lonely" aufnehmen wollten. Doch da der Hund vier Wochen - aus Gründen der Quarantäne und falls ihn doch jemand vermissen sollte - in der Einrichtung bleiben musste, seien die Interessenten wieder abgesprungen. "Die Wartezeit war ihnen wohl zu lang", vermutet die 62-Jährige.

Den klapperdürren Hund hatte jemand am Tor des Tierheims mit einer blauen Leine angebunden. Eine Spaziergängerin entdeckte ihn und informierte die Einrichtung, die zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen war. Sonst hätte der Hund vermutlich eine ganze Nacht da allein gesessen – ohne Wasser und Futter. Stattdessen entdeckten die Tierheim-Mitarbeiter ganz in der Nähe eine Schachtel mit einem Herzmedikament. Das wurde zuerst dem Rüden zugeordnet. Doch der Tierarztcheck ergab, dass "Lonely" bis auf sein extremes Untergewicht und starken Zeckenbefall keine gesundheitlichen Probleme hat. "Lonely" hat keine Herzprobleme. Das Medikament – so stellte sich später heraus – ist eins für Menschen. Gerade mal knapp 18 Kilogramm brachte der große Mischling auf die Waage. Normal wäre bei seiner Größe ein Gewicht von 35 Kilogramm gewesen. Mittlerweile hat sich der Vierbeiner schon gut erholt. „Lonely wiegt aktuell 25,4 Kilogramm“, sagt Ramona Rude.

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Mehrere Hineise zu möglichem Besitzer

Beim Tierheim selbst gingen mehrere Hinweise ein, zu wem der Findling gehören könnte. Das seien vor allem Hinweise auf Orte in der nahen Region gewesen, so Ramona Rude. Einer der Hinweise kam beispielsweise aus Herrnhut. Dem sei das Ordnungsamt vor Ort auch nachgegangen. Doch die Spur führte ins Leere. „Ein möglicher Besitzer aus Herrnhut konnte nicht bestätigt werden“, so die Tierschützerin. Noch immer ist also völlig unklar, warum und von wem der etwa fünf bis sechs Jahre alte Hund am Tierheimtor angebunden wurde. "Einen Besitzer haben wir nicht ausfindig machen können. Einen Chip trug er nicht", sagt Ramona Rude. Die Herkunft von "Lonely“ bleibt weiterhin ein Rätsel. Ob es irgendwann gelöst werden kann, scheint nach dem jetzigen Stand unwahrscheinlich.

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Über das Ordnungsamt der Stadt Löbau sei die Zuweisung ans Tierheim erfolgt. Das bedeute, die Stadt trägt die Unterkunftskosten für den Hund. "Lonely" ist nicht der einzige, der auf ein neues Zuhause wartet. Aktuell leben im Bischdorfer Tierheim 20 Hunde. Auch das Katzenquarantänehaus ist aktuell fast vollständig belegt. 17 Katzenkinder warten auf die Vermittlung nach der Quarantänezeit.

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