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Tierheim Riesa ist bald Hauseigentümer

Die Verträge sind unterschrieben, die Betreiber schmieden schon Zukunftspläne für den Hof auf Gut Göhlis. Möglich wurde das auch durch einen Großspender.

Uwe Brestel auf dem Hof des Riesaer Tierheims. Die Scheune im Hintergrund hat der Tierschutzverein nun ebenfalls gekauft. Sie soll mittelfristig ausgebaut werden.
Uwe Brestel auf dem Hof des Riesaer Tierheims. Die Scheune im Hintergrund hat der Tierschutzverein nun ebenfalls gekauft. Sie soll mittelfristig ausgebaut werden. © Sebastian Schultz

Riesa. Der Bagger ist schon da. Meter für Meter frisst sich die Schaufel in den Boden, genau vor der Hauptzufahrt nach Gut Göhlis. Wer in diesen Tagen zum Tierheim will, der muss eine Umleitung fahren: einmal die Leutewitzer Straße entlang und am Schafstall vorbei, ehe das gelbe Umleitungsschild Richtung Tierheim weist. "Ich glaub', das ist das erste Mal, dass wir so genau ausgeschildert sind", sagt Uwe Brestel und schmunzelt. 

Dass der Bagger neben dem Gebäude steht, ist ein gutes Zeichen für den Tierheim-Leiter. Mittlerweile laufen dort die Leitungsarbeiten, es ist einer der letzten Schritte, ehe die Tierheim-Immobilien offiziell vom Besitz der Stadt in den des Tierschutzvereins gehen. "Unterschrieben ist der Vertrag mittlerweile", sagt Uwe Brestel. Die Stadt Riesa bestätigt das: "Der Kaufvertrag ist notariell beurkundet. Wenn die bei derartigen Verträgen üblichen behördlichen Genehmigungen vorliegen, kann die Eigentumsumschreibung erfolgen", heißt es aus dem Rathaus. 

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Kaufpläne gab es seit fünf Jahren

Die Tierheim-Betreiber stehen damit kurz vor dem Ziel, das sie schon seit einigen Jahren verfolgen. Genauer: seit 2015, als ein Investor Teile des Guts kaufen und als Reiterhof nutzen wollte. Das Vorhaben scheiterte damals unter anderem am Widerstand der betroffenen Pächter auf Gut Göhlis. Uwe Brestel aber rüttelte es wach. Ein Kauf des Grundstücks, so die Überlegung, würde für den Verein deutlich mehr Sicherheit mit sich bringen. 

Trotzdem zogen sich die Verhandlungen. So lang, dass zwischenzeitlich ein Wertgutachten verfallen war und neu in Auftrag gegeben werden musste. Im Herbst schließlich stimmte der Stadtrat dem Verkauf zu. Bei den Verhandlungen mit der Stadt, die dem vorausgegangen waren, saß auch ein Riesaer Unternehmer mit am Tisch: Unternehmer Günter Werfel engagiert sich gemeinsam mit seiner Frau schon seit Jahren für den Verein. Er hatte in den Gesprächen mit darauf hingewirkt, dass die Grundstücke das Tierheim alles in allem rund 25.000 Euro kosten. Der Gutachter hatte zuvor einen Wert von 43.000 Euro ermittelt. Den Kaufpreis spenden er und seine Frau dem Tierschutzverein, sagt der 77-Jährige, der mittlerweile bei Großenhain lebt. 

Der Kauf hätte auch ohne die große Spende geklappt, erklärt Uwe Brestel. Gefreut habe er sich trotzdem über die Unterstützung. Zumal er für das Grundstück jetzt jede Menge Pläne hat. Mit dem Kauf der etwa 5.700 Quadratmeter großen Fläche geht auch die Scheune hinter dem Bürogebäude in den Besitz des Tierheims über. Schon lange träumt Brestel davon, dort das Gebäude auszubauen. Ideen gibt es viele. "Wir brauchen auf alle Fälle wieder Platz für Kleintiere und Vögel." Auch eine kleine Werkstatt könnte in der Scheune untergebracht werden. "Das ist ein Bombending, das Dach ist super." Möglicherweise wird der Verein im Inneren eine Freiflug-Voliere aufbauen. 

Sponsorensuche läuft

Davor stehen aber noch andere, grundlegende Investitionen auf dem Gelände an. "Wir haben schon auf unsere Kosten die Wasserleitung komplett erneuert." Vorher sorgte nur ein Boiler für warmes Wasser im Bürotrakt. Geplant sind außerdem eine ordentliche Umkleide samt Duschen für die Mitarbeiter, danach ein Arztzimmer. "Das soll noch dieses Jahr werden." Neue Fenster für die Hundestation im ehemaligen Pferdestall kommen ebenfalls, das Fördergeld dafür hat Brestel schon beantragt. Das Bürogebäude soll außerdem ebenfalls neuen Putz bekommen. "Damit das mal ordentlich wird", sagt der Tierheim-Leiter. Später einmal sollen die Einfahrt erneuert und die Zäune an der Hundewiese ausgetauscht werden. "Das ist noch Zukunftsmusik", so Brestel, "aber wir haben noch viel vor."

Damit diese Vorhaben auch umgesetzt werden können, wird der Verein weiter auf Spenden angewiesen sein. "Jeder Euro hilft." Erst kürzlich hatten Schüler der Trinitatisschule auf eigene Initiative hin eine stattliche Summe gespendet. Über die Summe - mehr als 500 Euro kamen zusammen - war auch Brestel baff. "Das ist schon Wahnsinn. Und dazu hatten sie ja auch noch jede Menge Futter mitgebracht." 

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