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US-Truppen rollen durch Landkreis Görlitz 

440 Soldaten und 220 Fahrzeuge sind auf dem Weg zum Truppenübungsplatz Oberlausitz. Ihr Ziel liegt noch weiter im Osten.

Sechs amerikanische Haubitzen vom Typ M109 stehen am Mittwoch [10.01.2018] auf Tieflader verladen auf dem Parkplatz der Raststätte Oberlausitz / Nord. Der Transport war zuvor von der Polizei gestoppt worden. 

+++ Foto: SZ / Uwe Soeder +++
Sechs amerikanische Haubitzen vom Typ M109 stehen am Mittwoch [10.01.2018] auf Tieflader verladen auf dem Parkplatz der Raststätte Oberlausitz / Nord. Der Transport war zuvor von der Polizei gestoppt worden. +++ Foto: SZ / Uwe Soeder +++ © Uwe Soeder

Amerikanische Truppen werden am Donnerstag auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz erwartet. 

Ein Sprecher des Bundeswehr-Landeskommandos Brandenburg erklärte gegenüber der SZ,  dass  der  Militärkonvoi Mittwochabend auf der Autobahn A 2 Brandenburg erreicht. Ohne Rast werden die rund 440 Soldaten mit rund 220 Radfahrzeugen dann weiterfahren über die Autobahn A 13 und die Bundesstraße B 115 bis zum Truppenübungsplatz Oberlausitz im Landkreis Görlitz. Um den Verkehr nicht allzu sehr zu stören, sind die Truppen nachts unterwegs.

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Als Reaktion auf die russische Annexion der Krim 2014 hatte die Nato zur Abschreckung die Verlegung von Truppen und Gerät in die baltischen Staaten und Polen beschlossen. Ziel der Operation "Atlantic Resolve" ist nach Darstellung des Bündnisses, die Einsatzbereitschaft der Nato-Truppen sicherzustellen und so dauerhaft Frieden und Stabilität in Europa zu sichern. Die Truppen rotieren alle neun Monate. Regelmäßig sind daher US-Truppen in Brandenburg und Sachsen unterwegs. Der jetzige Konvoi zählt zur fünften Rotation der US-Truppen im Baltikum.

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz in Haide - zwischen Niesky und Weißwasser gelegen -  entwickelt sich immer mehr zu einer Drehscheibe für Nato-Truppen. Regelmäßig legen amerikanische Truppen hier ihren Zwischenstopp auf ihrem Weg nach Polen und ins Baltikum ein oder auf ihrer Rückkehr nach Deutschland. Erst im Frühsommer war das der Fall. Nun erneut. Um den Truppenübungsplatz als Drehscheibe für Nato-Truppen auszubauen, soll auch massiv investiert werden. Den Planungen zufolge sind eine Tankstelle, massive Gebäude statt Zelte als Unterkünfte, Hangars und Werkstätten geplant. So soll der Platz nach 2023 auf Dauer zu einem Stützpunkt der Nato-Truppen werden. 

Bei den Truppenverlagerungen  kommt es nicht selten auch zu Unfällen. Beispiel Februar dieses Jahres: Damals kollidierten auf der Autobahn 4 zwischen Pulsnitz und Ottendorf-Okrilla  zwei amerikanische US-Amerikanische LKW miteinander. In der Folge krachte einer der beiden US-LKW in die Leitplanke und verkeilte sich.  

Ein Winterunfall in diesem Februar mit dem US-Militär auf der Autobahn A 4.
Ein Winterunfall in diesem Februar mit dem US-Militär auf der Autobahn A 4. © Archivbild: xcitepress

Ein weiterer Unfall ereignete sich im September 2018: Ein US-Army-Fahrzeug verliert einen Hänger auf der Autobahn A 4 bei Bautzen. Die Folge war ein Super-Stau. 

So sah es im September 2018 bei einem Unfall mit US-Militär auf der Autobahn A 4 aus. 
So sah es im September 2018 bei einem Unfall mit US-Militär auf der Autobahn A 4 aus.  © Foto: Danilo Dittrich

Erst im Sommer hatte die Bundeswehr ihre Planungen für den Standort bekannt gemacht. Der TüP Oberlausitz ist einer von 13 der Bundeswehr in ganz Deutschland und zugleich einer ihrer modernsten. Er soll zu einer zentralen Ausbildungs- und Übungseinrichtung der Streitkräfte ausgebaut werden. So werden hier Drohnen getestet für die Nahaufklärung. Sie sind gerade für gefährliche Auslandseinsätze der Bundeswehr wichtig. "Der Platz hier ist gut geeignet, um Soldaten in der Nahaufklärung auf ihre Einsätze etwa in Afghanistan oder Somalia vorzubereiten", erklärte im Sommer Generalinspekteur Eberhard Zorn.

Allerdings rufen die Ausbaupläne auch Kritik hervor. So demonstrierte die Linkspartei im Sommer an der Autobahn A 4 gegen die Pläne. "Wir wollen keinen vorgeschobenen Posten für neue Kriege", erklärte der Görlitzer Landtagsabgeordnete Mirko Schultze damals, der für den Platz eine zivile Nutzung empfiehlt. Auch an diesem Dienstag erneuerte die Linke ihre Sorgen. Heike Krahl vom Görlitzer Kreisvorstand erklärte: "Die Abschreckung gegenüber Russland ist gefährlich. Es wird eine Aufrüstungsspirale angetrieben, die die Beziehungen zu Russland weiter belasten. Dabei wird leichtfertig mit dem Frieden in Europa gespielt."

Die CDU hingegen trat stets für die Nutzung des Truppenübungsplatzes Oberlausitz ein. Im Wahlkampf besuchte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer den Platz und gab sich froh über jeden Dienstposten in Sachsen, der zukunftssicher ist. Die Pläne der Bundeswehr zur Erweiterung des Platzes in der Oberlausitz bezeichnete er als "eine wichtige Nachricht", gehe es doch um Arbeitsplätze und Kaufkraft für die Region. "Jetzt müssen wir gemeinsam schauen, dass wir es zügig umgesetzt kriegen." (mit dpa)

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