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Verkehrsdichte um Döbeln schwankt heftig

Die Corona-Pandemie hat die Kraftfahrer ausgebremst. Aber nicht nur der Lockdown hat den Straßenverkehr fast zum Erliegen gebracht.

Während des Lockdowns waren nur sehr wenige Fahrzeuge auf der Autobahn 14 unterwegs. Manch einen Kraftfahrer hat die freie Fahrt dazu verleitet, etwas stärker aufs Gaspedal zu treten.
Während des Lockdowns waren nur sehr wenige Fahrzeuge auf der Autobahn 14 unterwegs. Manch einen Kraftfahrer hat die freie Fahrt dazu verleitet, etwas stärker aufs Gaspedal zu treten. © Erik-Holm Langhof

Region Döbeln. Täglich meldet der Verkehrsfunk zähfließenden Verkehr und Staus auf den Autobahnen.

Wer zur Feierabendzeit von Döbeln Ost in Richtung Innenstadt unterwegs ist, muss sich regelmäßig an einer langen Fahrzeugschlange anstellen. Auch die Sommerferien bringen keine Entlastung auf den Straßen der Region. 

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Viele Urlauber sind in diesem Jahr lieber mit dem Auto als mit dem Flugzeug unterwegs. In dieser Beziehung wünscht sich wohl mancher den Corona-Lockdown zurück. Doch der hat sich ganz unterschiedlich auf den Straßenverkehr ausgewirkt.

Kraftfahrer treten auf der Autobahn stärker aufs Gas

Der meiste Verkehr rollt in der Region über die Autobahn 14. Die automatischen Zählstelle befindet sich zwischen Hansens Holz und der Brücke, über die die Westewitzer Straße führt. Dort wurden im vergangenen Jahr innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich knapp 52.000 Fahrzeuge registriert. Davon gehörten rund 10.000 zum Schwerverkehr, dass heißt Busse sowie Laster mit und ohne Anhänger.

Diese Zahlen sind noch in keinem Monat dieses Jahres erreicht worden. 49.000 Fahrzeuge, und damit die bisher meisten, passierten im Februar pro Tag die Messstelle. Dabei waren fast gleich viele in Richtung Leipzig und Dresden unterwegs.

Im April, dem Monat des Corona-Lockdowns, ebbte der Fahrzeugstrom stark ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 53 Prozent weniger Autos und Kräder unterwegs. Beim Schwerlastverkehr waren es 22,1 Prozent weniger. Ganz extrem war es in der Nacht. Zwischen 22 und 6 Uhr fuhren in der Regel nur 145 Fahrzeuge in Richtung Leipzig und 176 in Richtung Dresden.

Die freie Autobahn nutzten die Kraftfahrer, um etwas mehr aufs Gaspedal zu treten – vor allem in Richtung Dresden. Statt 128 km/h (im Februar) fuhren sie durchschnittlich 134 km/h. Die Lasterfahrer waren in allen Monaten gleichbleibend mit 84 bis 86 km/h unterwegs.

Fahrzeugstrom sinkt auf der B 169 um 96 Prozent

Corona hat auch den Verkehr auf der Bundesstraße 169 bei Döbeln ausgebremst. Der Abwärtstrend begann bereits im März mit 24 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor (Laster minus 2,3 Prozent). Im April waren dann 76 Prozent weniger Kraftfahrzeuge und 69 Prozent weniger Laster auf der Straße. Aber den Höhepunkt bildete der Mai.

Durch eine Baustelle zur Fahrbahnerneuerung der B 169 kam der Verkehr am Rand von Döbeln fast komplett zum erliegen. Nur 361 Autos und Kräder (- 96,1 Prozent) sowie 35 Laster ( - 97,6 Prozent) registrierte die Zählstelle durchschnittlich. 

Im vergangenen Jahr passierten die B 169 dagegen 11.800 Fahrzeuge am Tag. Spitzenreiter war der 18. April, Gründonnerstag vor Ostern, mit mehr als 15.000 Fahrzeugen. Die Zählstelle befindet sich kurz nach der Auffahrt von der Zschepplitzer Straße auf die B 169 in Richtung Autobahnanschluss Döbeln Nord.

So wird gezählt

Die sächsische Straßenbauverwaltung misst die Verkehrsmengen- und Geschwindigkeitsdaten auf dem Netz der Bundesautobahnen, Bundesstraßen und Staatsstraßen im Freistaat an 99 Stellen.

Eine automatische Dauerzählstelle erfasst Daten rund um die Uhr.

Die Zählstelle besteht aus einem Zählgerät und einer im Straßenbelag eingefrästen Induktivschleife.

Diese erfasst die Länge und das Gewicht des Fahrzeugs.

Die Daten der Dauerzählstellen werden stündlich zusammengefasst und monatlich abgerufen.

In einem Auswertebüro werden die Daten zusammengefasst, in Berichten veröffentlicht und können dann für statistische Zwecke genutzt werden.

Die Berichte sind im Internet unter im Internet einsehbar.

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Statt weniger sind mehr Laster auf der S 36 unterwegs

Die Minkwitzer haben, was die Ruhe betrifft, nicht von Corona profitiert. Denn auf der S 36 rollte der Verkehr fast ungemindert weiter. Und nicht nur das. Beim Schwerlastverkehr stieg das Fahrzeugaufkommen im April sogar um 34,5 Prozent. Das registrierte die Zählstelle am Ortsausgang von Minkwitz in Richtung Leisnig. Insgesamt waren es 585 Laster, die täglich an dem Ort vorbeigedonnert sind. Im Jahr zuvor waren es lediglich 387.

Grund war die Baustelle auf der B 169 bei Döbeln, wodurch diese voll gesperrt werden musste. Während des ersten Abschnitts war die offizielle Umleitung sehr weiträumig über Leisnig ausgeschildert.

Obwohl Ortskundige Schleichwege rund um die Baustelle nutzten, blieb im Corona-Monat auch die Zahl der Autos und Kräder mit 4.700 relativ hoch (Vorjahr 5.500). Die Zweiradfahrer scheinen die Strecke von und nach Leisnig für sich entdeckt zu haben. 47 wurden 2019 durchschnittlich gezählt. Im April 2020 waren es 66 und im Mai sogar 107.

Manuelle Zählung wird wegen Corona auf 2021 verschoben

Neben den fest installierten Dauerzählstellen gibt es aller fünf Jahre noch eine manuelle Verkehrszählung. Diese war eigentlich für 2020 geplant. „Aufgrund der aktuellen Situation und dem anormalen Verkehrsaufkommen wurde diese bundesweit auf 2021 verschoben“, erklärt Franz Grossmann, Pressesprecher des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf Nachfrage von Saechsische.de.

Manuell zählen Menschen an allen Straßenabschnitten, an denen sich keine automatische Dauerzählstelle befindet, sämtliche Kraftfahrzeuge – auch Fahrräder. Für die Zählung gibt es vorgeschriebene Tage und Uhrzeiten sowie Fahrtrichtungen. Darunter sind Ferienwerktage, Sonntage, Normalwerktage und Freitage, verteilt über das erste Halbjahr vor den Sommerferien und das zweite Halbjahr nach den Sommerferien.

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