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Kamenz

Vier Millionen Euro für eine neue Turnhalle

Großröhrsdorf legt eine Bestandsaufnahme seiner Sportstätten vor. Fazit: Es werden mehr gebraucht. Das kostet viel Geld.

Großröhrsdorf hat jetzt das Sportstättenkonzept fürs obere Rödertal vorgestellt. Die große Dreifelderturnhalle des Landkreises ist in bestem Zustand. Sie soll aber noch durch einen Neubau ergänzt werden, um den Bedarf abzudecken.
Großröhrsdorf hat jetzt das Sportstättenkonzept fürs obere Rödertal vorgestellt. Die große Dreifelderturnhalle des Landkreises ist in bestem Zustand. Sie soll aber noch durch einen Neubau ergänzt werden, um den Bedarf abzudecken. © Foto: René Plaul

Großröhrsdorf. Etwa vier Jahre lang brauchte die Stadt Großröhrsdorf für ihr Sportstättenkonzept – mit Unterbrechungen. Das ist eine lange Zeit. Umfangreich ist das Ergebnis. Auf 75 Seiten schildert das Sportstättenleitbild, wie es ganz genau heißt, die Situation im oberen Rödertal zwischen Hauswalde und Kleinröhrsdorf. 

Es betrachtet den Zustand der Sportstätten und die Entwicklung der Vereine. Die waren auch mit an dem Konzept beteiligt. Die Stadt brauche eine Zukunftsvision für den Sport, sagte Bürgermeisterin Kerstin Ternes vor Jahren. Die liegt nun auf dem Tisch und wird nicht billig. Hintergrund war und ist wohl vor allem auch die große Sportbegeisterung der Rödertaler. Es sind über 1 600, die in zwölf Vereinen Turnen, Kicken, Kegeln oder die Leichtathletik pflegen. Tendenz steigend. 2010 waren es mit unter 1 200 noch deutlich weniger. Entsprechend gefragt sind Trainingszeiten in den Sporthallen. 

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Die sind knapp und es wird immer enger. Das sorgte schon in der Vergangenheit für teils heftige Diskussionen. Ein Grund mehr den Sportstättenbedarf genau zu analysieren. Belegungspläne wurden ausgewertet, der Bauzustand aller Sportstätten und die Auslastung. Die ist in der Regel hoch.

Bei der Bretniger Turnhalle soll erst einmal das Dach saniert werden. In einem nächsten Schritt sind die Fußböden der Umkleide- und Aufenthaltsräume dran.
Bei der Bretniger Turnhalle soll erst einmal das Dach saniert werden. In einem nächsten Schritt sind die Fußböden der Umkleide- und Aufenthaltsräume dran. © Foto: René Plaul

Auch die Bevölkerungsentwicklung wurde betrachtet. Nach dem Schwund in der Vergangenheit wird sogar wieder ein Aufwärtstrend prognostiziert. Das würde auch den Druck auf die Sportstätten erhöhen. Das sind in Großröhrsdorf/Kleinröhrsdorf selbst 17, die kreisliche Dreifelderhalle im Schulzentrum inklusive. Auch Skater- und Bolzplatz gehören dazu, ebenso wie das Stadion, die Grundschulturnhalle und die Jahnturnhalle. 

Acht Sportstätten kommen in Bretnig/Hauswalde zusammen. Die Stadt Großröhrsdorf habe einen umfassenden Bestand an Sportstätten, lautet ein Fazit. Die seien größtenteils in gutem Zustand. Die meisten der Sportstätten weisen nach dieser Analyse kaum oder geringe Mängel auf. Vier allerdings schwerwiegende und damit dringenden Handlungsbedarf. Und das sind vor allem die städtischen Turnhallen: die Jahnsporthalle und die Turnhalle in Bretnig an der Kirchstraße. Außerdem die alte Mittelschulhalle des Kreises, die quasi nicht mehr nutzbar sei. 

Außerdem ist die BMX-Strecke unter den Objekten mit großen Mängeln. Auch beim ermittelten Bedarf an Sportanlagen sind es die Hallen, die auffallen – weil es an Kapazitäten mangelt. Die seien grade in den Wintermonaten vollständig ausgeschöpft. Ähnlich sei es ab dem Frühjahr auf den Sportplätzen, wenn es zu Überschneidungen zwischen Fußballern und Leichtathleten komme. Hier seien eine gute Abstimmung und Kompromissbereitschaft notwendig, heißt es. Damit wird es bei den Hallen nicht getan sein.

Katalog mit 30 Maßnahmen

So ist das Sportstättenleitbild auch nicht nur eine Bestandsaufnahme und Situationsbeschreibung. Das Konzept ist ein Fahrplan. Das Papier erläutert, was in den kommenden Jahren zu tun ist und wo investiert werden muss. Da kommt ein Maßnahmenkatalog von über 30 Aufgaben für fast 5,7 Millionen Euro zusammen. 

Die ersten und wichtigsten fünf stehen unter der Überschrift: „Priorisierung von Maßnahmen“. Auf die einigte sich der Stadtrat unter der Rubrik kurzfristig. Das beschreibt den Zeitraum der nächsten vier bis fünf Jahre. Das teuerste Vorhaben steht dabei auch gleich ganz oben auf der Liste: eine neue städtische Sporthalle. Für den Neubau sollen 2019 planungsseitig Grundlagen geschaffen werden. Der Bau wird inzwischen mit vier Millionen Euro veranschlagt und soll im Bereich des Schulzentrums entstehen. Die Stadt rechnet mit zwei Millionen Euro an Fördermitteln. 

Der Neubau einer Zweifeldhalle sei unumgänglich, schätzt die Stadt ein. Die neue Halle soll die Jahnturnhalle ersetzen und zusätzliche Hallenkapazitäten schaffen. Für die Jahnhalle sei ein Verwertungskonzept zu erarbeiten, heißt es im Konzept. Auf Platz zwei der Prioritätenliste steht die elektronische Steuerung für die Kegelbahn in Bretnig. Auf Platz drei folgen Umkleidemöglichkeiten und Sanitärräume am Sportplatz in Bretnig. Eine neue Steuerung soll auch die Großröhrsdorfer Kegelbahn bekommen. 

Außerdem will die Stadt den Kabinentrakt und die Sanitäranlagen am Großröhrsdorfer Stadion aufmöbeln lassen. Diese vier Vorhaben kommen auf etwa 130 000 Euro. Außerdem gibt es noch Vorhaben, die bereits fest eingeplant sind für dieses Jahr. Das ist die energetische Sanierung der Turnhalle der Praßergrundschule. Außerdem bekommt die Bretniger Turnhalle ein neues Dach.

Neue Rutsche für das Bad

Das Konzept befasst sich auch mit Trendsportarten und vereinsunabhängigen Sportstätten wie Bolzplätzen. Die sollen auch künftig planmäßig entwickelt werden. Der Bedarf sei noch nicht gedeckt, schätzen die Autoren der Studie ein. Investitionsbedarf sieht die Stadt bei der Skateranlage mit neuen Elementen. Und auch im Massenei-Bad steht eine größere Investition an: ein Neubau der großen Wasserrutsche. Aber nicht in den nächsten fünf Jahren.