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Von der Taubenpfütze bis zur Aue

Mitglieder der AG Stadtgeschichte Bernsdorf waren auf Besichtigungs-Tour in der Ortslage Altes Bauerndorf.

Diese Ansichtskarte zeigt die Gaststätte „Zum Feldschlößchen“. Das Gebäude an sich steht noch, der Teich wurde längst zugeschüttet. Heute finden auf dem Areal im Alten Bauerndorf ab und an kleine Feste statt.
Diese Ansichtskarte zeigt die Gaststätte „Zum Feldschlößchen“. Das Gebäude an sich steht noch, der Teich wurde längst zugeschüttet. Heute finden auf dem Areal im Alten Bauerndorf ab und an kleine Feste statt. © Foto: Sammlung AG Stadtgeschichte

Bernsdorf.  Zu einem Rundgang durch zwei Jahrhunderte Geschichte des Alten Bauerndorfes trafen sich kürzlich Mitglieder der AG Stadtgeschichte. Die AG-Mitglieder Rudolf Nieswand und Fred Kuschmitz gestalteten anhand der sogenannten Lehmannschen Karte aus dem Jahre 1822 und historischer Archivfotos diese Führung.

Entsprechend der Historie war nach dem Wiener Kongress von 1815 auch Bernsdorf an Preußen gefallen, wo bereits 1807 die Erbuntertänigkeit aufgehoben worden war. Diese Reform erfolgte deshalb auch in Bernsdorf, wo der „Rezess über die Regulierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse und Separationen zu Bernsdorf, Hoyerswerdaer Kreises“ durchgesetzt wurde. Dabei erhielt der Regierungs-Konduktor Lehmann aus Drebkau 1822 den Auftrag, eine Flurkarte zu erstellen. Diese stellt die Ur-Karte aller weiteren Flurkarten von Bernsdorf dar.

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Der Rundgang führte bei hohen Temperaturen auf der heutigen August-Bebel-Straße entlang in Richtung Ortausausgang und Brücke über die Umgehungsstraße.

Am Abzweig Otto-Buchwitz-Straße befand sich bis Mitte des vorigen Jahrhunderts ein kleiner Tümpel, die Taubenpfütze. Der Tümpel und der ursprüngliche Graben existieren nicht mehr. Hier entstand an dieser Stelle eine kleine Grünanlage.

Teiche und Gräben spielten in diesem sumpfigen Gelände und rund um das Rathaus eine große Rolle. Auch der Zufluss für den Schlossteich wurde verändert.

Kein Betrieb existiert mehr

Im Jahre 1822 gab es 17 größere und kleinere Bauernwirtschaften, sogenannte Groß- und Kleingärtner, im Alten Dorf. Die konnten durch die Separationsunterlagen mit Namen und Grundstücken zugeordnet werden. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts waren es noch sechs. Von den ursprünglichen landwirtschaftlichen Betrieben existiert heute keiner mehr.

Entlang der teilweise noch original erhaltenen Mauer der Gutsgärtnerei, der heutigen Gärtnerei Nieswand, führte der Weg vorbei am früheren Forsthaus. Auf diesem Grundstück neben der Gutsgärtnerei befand sich auch der Schafstall des Rittergutes. Weiter ging es zur Aue mit dem nicht mehr vorhanden Hirtenhaus, mit der „Gaststätte zum Feldschlößchen“ und der ebenfalls nicht mehr vorhandenen Reiter- oder Schnitterkaserne.

Der Rundgang endete am neu errichteten Torbogen, dem früheren Zugangstor zum Wirtschaftshof des Gutes mit Brennerei und Nebengebäuden. Der Zugang zum Schlosshof und Park war durch ein weiteres Tor möglich. Die Pfeiler dieses Tores sind ebenfalls noch vorhanden. (MaSt/run)

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