merken
PLUS Döbeln

Was die Kreidezeit in Roßwein ablöst

Die Stadt bekommt fast eine halbe Million Euro, um die Schulen ins digitale Zeitalter zu beamen. Tafelkreide wird in Zukunft weniger gebraucht.

In der Grundschule am Weinberg in Roßwein wird im Moment die Heizungsanlage erneuert. Bei den Bauarbeiten, die bis Mitte nächsten Jahres laufen, sollen auch gleich die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, digitale Technik zu nutzen.
In der Grundschule am Weinberg in Roßwein wird im Moment die Heizungsanlage erneuert. Bei den Bauarbeiten, die bis Mitte nächsten Jahres laufen, sollen auch gleich die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, digitale Technik zu nutzen. © Erik-Holm Langhof

Roßwein. Wer Zuhause neue Datenleitungen verlegen und sich neue Technik anschaffen muss, der weiß, wie zeit- und kostenintensiv das ist. Das steht der Stadt Roßwein jetzt für insgesamt drei Schulen bevor, für die sie Schulträger ist.

Ohne Unterstützung hätte sich die Kommune dieses Projekt nicht leisten können. Doch das Land Sachsen hat mit dem Digitalpakt ein Förderprogramm aufgelegt, das Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) als „ziemlich nützlich“ bezeichnet. „Es hilft uns, unsere Schulen auf den aktuellen, digitalen Stand zu bringen.“

Anzeige
Sommer, Sonne, Sonnencreme
Sommer, Sonne, Sonnencreme

Hier erfährst Du welchen Schutz und welche Pflege Deine Haut in den heißen Monaten wirklich braucht.

Rund 460.000 Euro hat Roßwein für die drei Schulen an Fördergeld bewilligt bekommen. Das soll bis Ende 2024 eingesetzt sein, „und wir wollen relativ rasch mit dem Umsetzen der Projekte beginnen“, kündigt der Rathauschef an. 

Allerdings bremst er auch Erwartungen, nach denen sämtliche Schüler gleich nach den Sommerferien mittels digitaler Tafeln Wissen vermittelt bekommen oder an Laptops lernen. So schnell gehe es nicht.

Schnelles Internet erst ab 2022?

Überall müssten zunächst die Voraussetzungen für den Einzug der modernen Technik geschaffen werden. „Jede Schule hat einen Plan vorgelegt, was genau sie benötigt, um ihr pädagogisches Konzept umzusetzen“, so Lindner. 

Die Kisa Leipzig habe als kommunaler IT-Dienstleister danach eine Bestandsanalyse gemacht und bis ins Detail aufgezeigt, wo noch welche Anschlüsse oder Verteilerdosen nötig seien.Vom Datenvolumen her geht Lindner davon aus, das Grund- und Oberschule mit jeweils 200 MB zunächst gut über die Runden kommen. „In der Förderschule hoffen wir, dass das schnelle Internet ab 2021, spätestens aber 2022 anliegt.“

Grundschule will mit Wlan in zwei Räumen auskommen

Für die Grundschule ist dem Bürgermeister zufolge vorgesehen, 14 Klassenzimmer mit interaktiven Tafeln und jeweils einem dazugehörigen Computer auszustatten. 

Weiterhin wollen die Lehrer gern 25 Tablets einsetzen. Lediglich für zwei Räume wird ein Wlan-Bedarf gesehen.Die Installationen sollen in der bis Mitte nächsten Jahres laufenden Bauphase in der Grundschule „Am Weinberg“ mit erledigt werden, kündigt der Bürgermeister an. 

Von der Verkabelung sei dort schon vieles installiert worden, als die komplette Schule elektromäßig auf modernen Stand gebracht worden ist.

Oberschule wünscht sich 60 Tablets

Um den Oberschülern in Zukunft das Lernen an verschiedenartiger Technik zu ermöglichen, soll es in 20 Klassenräumen einen Wlan-Anschluss geben, in 19 Klassenzimmern ist eine digitale Tafel samt des nötigen PC wünschenswert. 

In der Geschwister-Scholl-Oberschule in Roßwein sind viele für die Digitalisierung nötigen Datenleitungen schon verlegt. Die Grundsanierung ist erst fünf Jahre her.
In der Geschwister-Scholl-Oberschule in Roßwein sind viele für die Digitalisierung nötigen Datenleitungen schon verlegt. Die Grundsanierung ist erst fünf Jahre her. © Erik-Holm Langhof

Außerdem hat die Schulleitung dem Bürgermeister zufolge Bedarf an 60 Tablets und 16 Notebooks angemeldet.

Förderschule möchte alte Computertechnik ersetzen

In der Förderschule geht es darum, zunächst erst einmal die entsprechende Leitungstechnik zu verlegen. Dort gibt es in Alt- und Neubau wenig, worauf aufgebaut werden kann. Deshalb sei für zehn Klassenzimmer zunächst grundsätzlich erst einmal eine digitale Erschließung notwendig, auch um dort digitale Tafeln betreiben zu können.

 In acht Klassenzimmern sei ein Wlan-Anschluss notwendig. Außerdem ist der Bedarf an 50 Notebooks und 17 neuen Computern für die Förderschüler angemeldet, listet der Bürgermeister auf.

In der Albert-Schweitzer-Lernförderschule in Roßwein wird auch baulich einiges notwendig sein, um digitale Tafeln, Tablets und Notebooks betreiben zu können.
In der Albert-Schweitzer-Lernförderschule in Roßwein wird auch baulich einiges notwendig sein, um digitale Tafeln, Tablets und Notebooks betreiben zu können. © Norbert Millauer

Er geht davon aus, dass es eine Sammelbestellung für die Hardware geben und auch die Betreuung der Technik in einer Hand liegen wird. Wie sein Leisniger Amtskollege wünscht sich der Roßweiner Bürgermeister, dass das Land die Kommunen auch nachfolgend nicht allein lässt, wenn es darum geht, Software zu aktualisieren oder Geräte zu ersetzen, die für gewöhnlich keine allzulange Betriebsdauer haben.

Bund fördert sozial Schwache mit Technik fürs Lernen

Wie wichtig es ist, mit dem Stand der Technik Schritt zu halten, haben Eltern, Lehrer und Schüler während des Corona-Lockdowns und auch in den Wochen danach gemerkt. Die Kinder haben Aufgaben an den heimischen Rechner geliefert bekommen.

 Das funktionierte nicht immer reibungslos. Denn nicht alle Mädchen und Jungen beziehungsweise deren Familien haben daheim Zugang zum Internet oder entsprechende Computertechnik.

Auch Roßwein wird von diesem Programm profitieren, sagt der Bürgermeister. In welchem Umfang, weiß er noch nicht. Zusammen mit den Schulleitungen werde entschieden, welches Kind ein Tablet auf Leihbasis nutzen und damit lernen kann.

Mehr aktuelle Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Döbeln