merken
PLUS

Meißen

Was ist in der Bahnhofstraße 3 los?

Die ehemalige Schneiderei Pietsch wird nicht saniert. SZ-Leser sind besorgt. Das sind die Gründe des Abrisses.

Das Gebäude in der Bahnhofstraße war nicht zu retten.
Das Gebäude in der Bahnhofstraße war nicht zu retten. © Claudia Hübschmann

Meißen. Er ist unvermeidlich: der Abriss des historischen Gebäudes in der Bahnhofstraße 3. Die Meißner beklagen das im Netz. Die SZ hat nachgefragt. „Es war nichts mehr zu retten“, erklärt Ingolf Brumm, Geschäftsführer bei der Brumm-Bau GmbH aus Meißen. „Zudem gibt es hier nichts historisch Erhaltenswertes.“ Der Unternehmer hat das Grundstück vor eineinhalb Jahren gesichert, um es vor Vandalismus zu schützen.

Am vergangenen Mittwoch ging es los. Die Freitaler Firma Abbruch-, Tief und Straßenbau Volker Hartlepp e. K. hat den Auftrag für den Abriss erhalten. Bis Ende nächster Woche sollen die gröbsten Arbeiten beendet werden. „Wir arbeiten uns zunächst Raum für Raum vor“, erklärt Volker Hartlepp, Geschäftsführer bei der Abrissfirma. „Die Decken sind nicht sehr stabil, deswegen müssen wir vorsichtig vorgehen. Danach wird es kompliziert.“ Denn neben dem Abrisshaus befindet sich die Fettbemmenschänke. Damit diese nicht beschädigt wird, errichtet das Freitaler Unternehmen Schutzmatten mit einem großen Kran.

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Ein großes Problem ist jedoch die durchnässte Bausubstanz. „Besonders die Rückwand am Hang ist betroffen“, so Ingolf Brumm. „Die war komplett durchnässt. Einige Decken sind sogar eingestürzt.“ Das Gebäude könnte theoretisch saniert werden, das ist aber eine Geldfrage. „Natürlich, heutzutage ist vieles möglich“, informiert Brumm. „Jedoch muss man immer auf die Kosten schauen. Zudem war es ein reiner Zweckbau. Im Gebäude ist nichts, dass sich lohnt zu erhalten.“

Auch deswegen wird neu gebaut und nicht saniert. „Das war von Anfang an klar“, sagt Jürgen Singer, Architekt und Planer des Neubaus in der Bahnhofstraße. „Der desolate Zustand des Gebäudes erfordert dies. Deshalb planen wir hier ein Haus mit fünf Wohn- und zwei Büroeinheiten.“ Der Bauantrag ist dafür schon genehmigt, teilt die Stadt auf SZ-Anfrage mit. „Jetzt befinden wir uns in der Ausschreibungsphase“, informiert Singer. Ingolf Brumm hat sich für den Auftrag beworben. Der Eigentümer ist ein Privatmann aus Meißen.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.