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So nass war der Juni in Görlitz

Trotz Hochwasseralarms und etwas weniger Sonnenschein als gewöhnlich um diese Jahreszeit sind die Meteorologen ganz entspannt.

Am 21. Juni wurde nach längeren Regenfällen in Görlitz die Hochwasser-Alarmstufe 2 überschritten. Das Foto zeigt die Situation an diesem Tag an der Altstadtbrücke.
Am 21. Juni wurde nach längeren Regenfällen in Görlitz die Hochwasser-Alarmstufe 2 überschritten. Das Foto zeigt die Situation an diesem Tag an der Altstadtbrücke. ©  Foto: Nikolai Schmidt

Für die Surfer auf dem Berzdorfer See könnte das Wetter nicht besser sein als jetzt. Böiger Wind sorgt für starken Wellengang am See, Wellenrauschen und flotte Fahrten auf dem Wasser. Der Wind verlangte vor allem an den letzten Juni-Tagen bei Sonnenschein und Temperaturen um die 22 Grad Celsius den Surfern einiges Können ab. 

Die spezielle Wetterlage, wenn Hochs und Tiefs sich über der Region treffen, sorgte aber im Juni auch für Hochwasseralarm. In Görlitz selbst regnete es vom 18. bis 21. Juni allein 58 Liter auf einen Quadratmeter. Viel größer waren jedoch zu dieser Zeit die Niederschläge im Isergebirge, wo an einem Tag bis zu 119 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. 

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Temperaturen und Regen über den Mittelwerten

Doch auch in Görlitz summierte sich der Regen im Juni auf  98,8 Liter Regen pro Quadratmeter - deutlich mehr als in den vergangenen Jahren, als im Schnitt 69, 6 Liter  pro Quadratmeter fielen. "Die Regenmenge dürfte vor allem Landwirte, Kleingärtner und Forstleute freuen", sagt Anja Juckeland vom Deutschen Wetterdienst. Doch trotz des ergiebigen Niederschlages sind die Wasserdefizite aus den trockenen und heißen Jahren 2018 und 2019 noch nicht völlig ausgeglichen.

Die Meteorologen verzeichneten im Monatsmittel im Juni in Görlitz eine Temperatur von 17,4 Grad Celsius. Das sind 1,6 Grad mehr als im langjährigen Vergleich zum Mittelwert. "Die höhere Temperatur  ist nicht außergewöhnlich", sagt Anja Juckeland vom Deutschen Wetterdienst. 

Keine Hitzeperiode in Sicht

Der Regen und viele Wolken im Juni führten zu weniger Sonnenstunden. Im Mittelwert sind es 211 Stunden, an denen über Görlitz die Sonne scheint. In diesem Juni 2020 waren es 200. Insgesamt wertet Anja Juckeland den Juni als einen relativ ruhigen Wetter-Monat. Trotz so mancher Gewitter gab es keine großen Windspitzen. 54 km/h waren der Höchstwert. 

"Allerdings gab es schon die ersten Beschwerden, weil wegen des Wetters in diesem Jahr viel mehr Mücken die Menschen plagen", erklärt die Wetterfrau. Für die nächsten drei, vier Wochen sei keine Hitzeperiode mit viel mehr als 30 Grad Celsius vorherzusehen, erklärt sie. Der Mittwoch sei in dieser Woche der wärmste Tag gewesen, weil Warmluft aus dem Süden herangeschaufelt wurde. 

Tiefdruckgebiete aus dem Nordwesten sorgen dafür, dass es in den nächsten Tagen mit Temperaturen zwischen 21 und 25 Grad sommerlich wird. Kleine Regenschauer und Gewitter seien möglich.  "Die Aussichten auf normal temperierte Witterung und einen angenehmen Sommer sind gut", sagt Anja Juckeland. 

Was sagt der Siebenschläfer?

Im Volksmund heißt es, dass sich das Wetter etwa sieben Wochen lang so gestaltet, wie es am Siebenschläfertag, dem 27. Juni, ist. Anja Juckeland kennt das. Allerdings weiß sie, dass das Wetter mit dem Siebenschläfer - einem Nagetier -  gar nichts zu tun hat. Zu bestimmten astronomischen Zeiten wie eben um den Siebenschläfertag  herum bilden sich stabile Wetterlagen. Es könne mitunter drei oder mehr Wochen dauern, bis sich diese Konstellationen zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten verändern. Also bleibt das Wetter in der Region über viele Tag stabil.

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