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Dresden

So geht es mit dem Nordbad weiter

Der Stadtbezirksbeirat fordert eine ganzjährige Öffnung. Die Bäder GmbH schließt aber künftige Schließungen nicht aus. Was Sie jetzt dazu wissen müssen.

Um das Nordbad in der Neustadt wird gekämpft: Nach einer zehnwöchigen Schließung im Sommer will der Stadtbezirksbeirat nun vorsorgen, damit sich das nicht so schnell wiederholt.
Um das Nordbad in der Neustadt wird gekämpft: Nach einer zehnwöchigen Schließung im Sommer will der Stadtbezirksbeirat nun vorsorgen, damit sich das nicht so schnell wiederholt. © Archivbild: André Wirsig

Über den Sommer musste das Neustädter Nordbad für mehrere Wochen schließen. Die zuständige Bäder GmbH begründete das Vorgehen mit Personalnotstand in den Dresdner Freibädern, weswegen Mitarbeiter aus dem Nordbad abgezogen wurden. In der Neustadt wurde Ende Juni eine Unterschriftenaktion mit dem Ziel gestartet, solche Schließungen für die Zukunft zu vermeiden. Unterzeichnet hatten rund 150 Menschen. Nun legt der Stadtbezirksbeirat Neustadt nach. Einstimmig wurde am Montagabend eine Anfrage der Linken, Piraten und Grünen beschlossen, die sich an Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Dresdens Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) richtet.

Was wird jetzt unter anderem von Dresdens Oberbürgermeister gefordert?

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In dem Antrag wird eine ganzjährige Öffnung des Nordbads gefordert. Oberbürgermeister Hilbert und Sportbürgermeister Lames werden aufgefordert, dafür einen Finanzierungsvorschlag zu erarbeiten. Der Grund des Personalmangels sei laut Antragstellern zudem nicht nachvollziehbar. Sie erklären, Verträge von befristet Beschäftigten seien nicht verlängert und zudem unbefristet Angestellte ebenso nicht weiterbeschäftigt worden. Auch darauf fordern sie Antworten. Die Nutzer des Neustädter Bads „empfinden die zehnwöchige Schließung als massiven Eingriff in ihr alltägliches Leben“, heißt es weiter. Andere öffentliche Bäder seien darüber hinaus zu weit entfernt. Die Bäder GmbH hatte als Ausweichvarianten das Bad in Bühlau und das Georg-Arnhold-Bad empfohlen.

Warum wurden Verträge von Mitarbeitern nicht verlängert?

Laut Bäder-Sprecher Lars Kühl wurden nach der Übernahme des Nordbads zu Beginn des Jahres 2018 keine Pauschalkräfte entlassen. Zuvor gehörte das Bad zur Aquapark Management GmbH. „Die Verträge wurden eingehalten. Als die Laufzeit zu Ende war, sind die Verträge zum Jahresende ausgelaufen.“ Der Betrieb des Nordbads sei dann mit fest angestellten Mitarbeitern anderer Bäder kompensiert worden.

Was soll gegen die Personalnot in den Bädern unternommen werden?

Man sei ständig auf der Suche nach ausgebildeten Fachangestellten, teilt Kühl mit. Allerdings gäbe es auch in der Bäderbranche einen Fachkräftemangel. Daher würden Saisonkräfte in der Freibadzeit hinzugezogen. Nur so könne gewährleistet werden, dass kein Freibad vorübergehend schließen müsse. „Eine rechtssichere Betreibung eines Frei- oder Hallenbades ist nur möglich, wenn zu jeder Öffnungszeit mindestens ein Fachangestellter für Bäderbetriebe vor Ort ist.“ Zudem sei es logisch, dass im Sommer der Freibadbetrieb abgesichert werden muss, da dort die Gästezahl höher ist als in einer Halle. „Diese Saison kam erschwerend hinzu, dass neben plötzlichen Ausfällen durch Unfälle gleich sechs Mitarbeiterinnen Mütter geworden sind“, so Kühl. Ein Mittel, um dem Problem zu begegnen: die Nachwuchsförderung. Zehn Azubis würden derzeit ausgebildet.

Wird es erneute Schließungen des Nordbads geben?

„Wie jedes Jahr schließen unsere Hallenbäder für kurze Zeit, um eine Großreinigung und nötige Wartungsarbeiten durchzuführen“, so Kühl. Auch für das Nordbad treffe das zu. Der Zeitpunkt sei offen. Falls das Problem mit fehlenden Fachangestellten für Bäderbetriebe bis zum Sommer nicht gelöst werde, sei auch eine Verlängerung der Schließzeit nicht auszuschließen.

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