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Wird Widmann-Fläche Einkaufszentrum?

Seit Jahren ist das Areal verwaist. Nun sind gleich zwei Einkaufsmärkte auf dem Areal geplant – und noch mehr.

Zwischen dem Garagenkomplex nahe dem Lutherplatz und der Pausitzer Straße liegt das Gelände, auf dem sich bis vor einigen Jahren das Autohaus Widmann befand. Für die Brache gibt es nun Pläne.
Zwischen dem Garagenkomplex nahe dem Lutherplatz und der Pausitzer Straße liegt das Gelände, auf dem sich bis vor einigen Jahren das Autohaus Widmann befand. Für die Brache gibt es nun Pläne. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. An der Pausitzer Straße soll ein neues Einkaufszentrum entstehen. Auf den Flächen des einstigen Autohauses Widmann ist perspektivisch ein Edeka-Verbrauchermarkt mit rund 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgesehen.

Wo heute noch die städtische Turnhalle und ein Feuerwehr-Gerätehaus stehen, soll künftig zudem der Discounter Aldi eine Filiale mit etwas mehr als 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche betreiben. Geplant sind außerdem 125 Pkw-Parkplätze für die Märkte, die Anlage von Grünflächen – und der Bau eines Dienstleistungsgebäudes mit 300 Quadratmeter Grundfläche. Darin soll zum Beispiel eine Apotheke, eine Physiotherapie oder ein Friseurladen einziehen.  

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Das geht aus Unterlagen hervor, die das Rathaus im Vorfeld des nächsten Stadtrates veröffentlicht hat. Bei der Sitzung am Mittwoch sollen die Räte darüber entscheiden, ob ein Vorhaben- und Erschließungsplan "Einzelhandel Pausitzer Straße" aufgestellt werden soll. Der ist nötig, damit die Märkte künftig überhaupt gebaut werden dürfen. Denn bisher ist das Areal noch als Wohnbaufläche ausgewiesen und muss zunächst in ein Sondergebiet für ein Einkaufszentrum umgewandelt werden. Das dazu nötige Planungsverfahren dürfte sich über einige Monate hinziehen.

Hinter dem Vorhaben steht eine Projektentwicklungsfirma aus Chemnitz. Auf Nachfrage der SZ zu Einzelheiten wollte sich das Unternehmen mit Verweis auf die ausstehende Beschlussfassung im Stadtrat nicht äußern. Damit bleibt vorerst offen, bis wann das Projekt realisiert werden soll.

Die Stadtführung scheint jedenfalls hinter dem Vorhaben zu stehen: Riesas OB Marco Müller (CDU) erklärt in einem Schreiben an die Chemnitzer Projektentwickler von Ende Dezember seine "vollumfängliche Unterstützung" für das Projekt. Die Stadt sei bereit, jene städtischen Grundstücke zu verkaufen, die von den Plänen für das Einkaufszentrum betroffen sind.

So sehen die Pläne für die Entwicklung des Widmann-Areals samt Nachbarflächen aus: Ein Discountermarkt (Aldi) und ein Verbrauchermarkt (Edeka) sollen entstehen. Für das Projekt müssten Feuerwehr-Gerätehaus und die städtische Turnhalle weichen. 
So sehen die Pläne für die Entwicklung des Widmann-Areals samt Nachbarflächen aus: Ein Discountermarkt (Aldi) und ein Verbrauchermarkt (Edeka) sollen entstehen. Für das Projekt müssten Feuerwehr-Gerätehaus und die städtische Turnhalle weichen.  © SZ Grafik

Von dem insgesamt rund 13.000 Quadratmeter großen Gebiet gehören der Stadt zwei Grundstücke mit einer Fläche von insgesamt rund 1.700 Quadratemeter. Darauf stehen derzeit die Feuerwehr und die städtische Turnhalle. Beide Gebäude gelten als baufällig, aber nicht mehr sanierungswürdig. Sie stehen auf der Abrissliste der Kommune. Die Feuerwehr soll perspektivisch an der Klötzerstraße ein neues Gerätehaus bekommen. Früheren Auskünften des Rathauses zufolge soll der Bau in der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt für die Jahre 2023/24 vorgesehen werden.

Der Großteil des Areals, auf dem das Einkaufszentrums entstehen soll, gehört der Firma Autohaus Bruno Widmann. Der Kfz-Händler hatte Riesa 2009 in Richtung Zeithain verlassen. Im dortigen Gewerbegebiet nahe der B169 ist der Betrieb nach wie vor ansässig. Am ehemaligen Standort an der Pausitzer Straße waren Ende 2015 die Betriebsgebäude abgerissen worden. Genutzt worden war das leere, insgesamt rund 11.000 Quadratmeter große Widmann-Areal zuletzt unter anderem als Bühnenstandort beim Tag der Sachsen im vorigen Jahr. 

Auf SZ-Anfrage wollte sich Geschäftsführer Bernd Widmann diese Woche nicht zu den Plänen für das ehemalige Autohausgelände äußern. Wie aus den Unterlagen für die Stadtratssitzung hervorgeht, haben die Chemnitzer Projektentwicklungsfirma und die Firma Widmann eine Kaufoption für die nötigen Einkaufsmarkt-Flächen vereinbart. 

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Das Unternehmen Edeka hat für das Vorhaben an der Pausitzer Straße zudem ein Verträglichkeitsgutachten erstellen lassen. Darin wird untersucht, wie sich das Projekt städtebaulich auswirkt, aber auch auf die Nahversorgung. Das mit der Studie beauftragte Beratungsunternehmen kommt in seinem knapp 60-seitigen Gutachten unter anderem zu dem Schluss, dass durch das Vorhaben eine innerstädtische Brache wiederbelebt und die Nahversorgung im Riesaer Zentrum abgesichert würde.

Der Riesaer Stadtrat tagt am Mittwoch, 5. Februar, ab 17 Uhr in der Stadthalle Stern.

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