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Sachsen

Wo es in Sachsen besonders kriminell ist

In der Statistik des Freistaats fällt besonders Leipzig auf. Es gibt aber auch vergleichsweise sichere Orte.

In den Großstädten gibt es erwartungsgemäß die meisten Wohnungseinbrüche.
In den Großstädten gibt es erwartungsgemäß die meisten Wohnungseinbrüche. © dpa

Dresden. Obwohl die Zahl der Straftaten 2018 sank, profitieren nicht alle Sachsen gleichermaßen davon. Oft entscheidet der eigene Wohnort, ob man tatsächlich einem geringeren Risiko ausgesetzt ist, zum Kriminalitätsopfer zu werden. Das belegen neue Zahlen aus dem Innenministerium.

Demnach müssen besonders Leipziger befürchten, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden. Mit 1 365 Fällen wurden in der sächsischen Metropole im vergangenen Jahr mit Abstand die meisten dieser Delikte erfasst. Die Städte Chemnitz und Dresden folgen mit 542 und 442 Einbrüchen, während die Zahlen in den meisten Landkreisen zwischen 100 bis 200 Fällen pro Jahr schwanken. Auch mit einer Aufklärungsquote von nur 15,2 Prozent gehört Leipzig hier landesweit zu den Schlusslichtern. Das geht aus den Antworten von Innenminister Roland Wöller (CDU) auf mehrere parlamentarische Anfragen der Linksfraktion im Landtag hervor.

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Zudem ist die Gefahr, das eigene Auto zu verlieren, in Leipzig hoch. Mit 493 Fällen liegt die Stadt vor Dresden (445) und dem Kreis Görlitz (411). Angesichts der unterschiedlichen Einwohnerzahlen gilt jedoch der ostsächsische Landkreis als die am stärksten von Autodiebstählen betroffene Region im Freistaat. Zum Vergleich: Im Erzgebirgskreis wurden 2018 nur 43 Autos entwendet. Bei Fahrraddiebstählen ist Leipzig allerdings wieder eindeutig Negativ-Spitzenreiter: Mit 8 430 wurden in der Messestadt im Vorjahr fast genau so viele Fahrräder gestohlen wie im gesamten Freistaat (8 690). In der Messestadt, die in Sachsen seit Jahren als Hochburg der Drogenkriminalität gilt, ereigneten sich auch die meisten Raubüberfälle.

Zu Brandstiftungen kam es – gemessen an der Einwohnerzahl – 2018 dagegen am häufigsten im Kreis Bautzen. 196 solcher Fälle wurden dort von der Polizei erfasst. In der Landeshauptstadt Dresden räumten dann Diebe die meisten Geschäfte und Kioske aus, und in Chemnitz kam es landesweit am häufigsten zu Büroeinbrüchen.

Der Vergleich aller Deliktarten lässt im Gegenzug aber auch Rückschlüsse auf die Regionen zu, die in Sachsen im Vorjahr am geringsten von diesen Straftaten betroffen waren: Dazu gehören vor allem der Erzgebirgskreis sowie die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Mittelsachsen.

Trotz des Rückgangs der Kriminalität warnte Innenminister Wöller kürzlich davor, dass auch in Sachsen die „gefühlte Unsicherheit“ der Bevölkerung gestiegen sei. Dabei verwies er auf entsprechende Untersuchungen des Bundeskriminalamtes. Damit sich die Bürger sicher und geschützt fühlen, wolle die Staatsregierung den Rechtsstaat weiter stärken und die Polizei personell und technisch besser ausstatten.