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Pirna

Wo wird künftig im Kurort Sport getrieben?

Eine neue Turnhalle muss in Bad Gottleuba her. Das ist nicht neu. Nun aber gibt es noch einen anderen Gedanken.

Auf den ersten Blick nicht zu sehen: der katastrophale Zustand der Gottleubaer Turnhalle.
Auf den ersten Blick nicht zu sehen: der katastrophale Zustand der Gottleubaer Turnhalle. © Norbert Millauer

Die Worte zur Gottleubaer Turnhalle sind hart: bestürzender Zustand. Katastrophale Bedingungen. Kein lehrplangerechter Unterricht möglich. Zu kleine Umkleidebereiche. Mittel- und langfristig unbrauchbar. Der Beurteilung von Sportlern und Planern kann auch Gottleubas Schulleiter Uwe Schenk nur zustimmen. Er erlebt das Elend jeden Tag.

Bekannt ist das alles seit Jahren. Genau so lange wird deshalb auch schon über den Bau einer neuen Turnhalle geredet. Aber eben nur geredet. Weil Bad Gottleuba-Berggießhübel noch andere Probleme und Aufgaben und zu wenig Geld für die Lösung aller hat. Damit die Stadt irgendwann Fördergeld für eine neue Turnhalle bekommt, hat sie jetzt erst einmal Geld für ein Konzept ausgegeben.

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Das wurde am Mittwochabend öffentlich vorgestellt. Das Interesse war groß, größer als beim Konzept für die Stadtentwicklung vor einigen Wochen. Das Sportkonzept ist zunächst erst einmal mehr Analyse als Konzept. Es untermauerte mit vielen Zahlen was die Sportler, Einwohner und Stadt längst wissen: Die Turnhalle in Gottleuba ist mies, die Außenanlagen der Berggießhübler Grundschule untragbar und der Rest bis auf die erst sanierte Turnhalle an der Berggießhübler Grundschule nicht viel besser.

Dazu kommen die Probleme der Vereine. Das sind vor allem drei: die Pflege der Sportstätten, die finanzielle Situation, die Gewinnung jugendlicher Sportler. Die Hoffnung ist, mit besseren Bedingungen finden mehr in die Vereine und stabilisieren sich auch die Finanzen.

Dreh- und Angelpunkt sind auch die Sporthallen und -flächen. Aufgrund der vielen Baustellen wird nun verstärkt die Zentralisierung angesprochen. Alle Angebote zusammen, früh für die Schüler, abends für die Freizeitsportler. Warum nicht, sagt René Pussehl, der Vorsitzende vom SV Medizin Gottleuba.

Ohne Konzept kein Geld

So eine zentrale große Sporteinrichtung ist eine finanzielle und organisatorische Herausforderung für Stadt und Vereine. Sie ist eine Chance und birgt zugleich Risiken, wurde in der kurzen Diskussion deutlich. Ein Risiko ist zum Beispiel, dass sich die Dörfer wieder vernachlässigt fühlen. Am Ende muss jetzt eine Entscheidung für die nächsten Generationen getroffen werden, sagte Bürgermeister Christian Walter (parteilos). Er sieht eine Zentralisierung durchaus positiv, mahnt aber zum Überlegen und Hinterfragen.

Auch deshalb wird es bis zur neuen Turnhalle noch eine Weile dauern. Der nächste Schritt ist – ein Arbeitskreis. Dem sollen zehn bis 15 Vertreter von Vereinen, Stadtrat und Verwaltung angehören. Bis November soll er dreimal beraten. Am Ende wird es im Stadtrat einen Beschluss geben – noch immer nicht zum Bau der Turnhalle, sondern erstmal zum Konzept. Doch ohne diesen Beschluss und dieses Konzept keine Turnhalle. Es ist Voraussetzung, die notwendigen Fördermittel beantragen zu können.

„Wir wollen die Turnhalle“, sagt Bürgermeister Walter. So weit war man schon mal. „Jetzt aber kommt die Finanzierung.“ Das Problem sei nicht die Turnhalle, sondern die „Komplexität der Aufgaben“. Vor der steht der am Donnerstagabend vereidigte neue Stadtrat. Wie wird er das bekannte Thema diskutieren und die Schwerpunkte setzen?

Die 18 Sportanlagen in Bad Gottleuba-Berggießhübel bekommen eine Gesamtnote von 3,1. Dabei werden die Anlagen im Freien schlechter beurteilt als die drinnen.

Die fünf größten Vereine haben zusammen 492 Mitglieder und damit 75 Prozent aller. Über die Hälfte sind Männer.

Für 21 Klassen an Grund- und Oberschule muss der Sportunterricht abgesichert werden.

Rechnerisch fehlen 1.000 Quadratmeter Hallenfläche und 1.400 Quadratmeter Leichtathletikanlagen.

Quelle: Planungsbüro

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