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Wolfshügelturm: Hält der alte Sockel?

Ein Verein engagiert sich für den historischen Bau im Albertpark. So geht es beim Wiederaufbau des historischen Turms voran. 

Kristin Sturm und Professor Henning Heuer vom Wiederaufbau Wolfshügelturm e. V. stellten vor der Ruine das 3D-Modell des historischen Bauwerkes vor.
Kristin Sturm und Professor Henning Heuer vom Wiederaufbau Wolfshügelturm e. V. stellten vor der Ruine das 3D-Modell des historischen Bauwerkes vor. © René Meinig

Regnerisches Wanderwetter war versprochen. Dafür ein spannendes Ziel mitten in der Dresdner Heide. Am Ende kam alles noch besser: Sonne schien durchs Laub, rund 40 Wanderer hatten sich auf den Weg gemacht, und sie erfuhren Neuigkeiten aus erster Hand. Am Tag der Deutschen Einheit hatte der Verein Wiederaufbau Wolfshügelturm e. V. zur ersten Turmwanderung eingeladen. Die Tour vom Konzertplatz Weißer Hirsch bis zum ehemaligen Aussichtsturm am Rand des Albertparks allein ist eine Empfehlung. Geführt von Michael Böttger umso mehr. Er ist zweiter Vorsitzender des Dresdner Verschönerungsvereins, der die Idee, den historischen Turm wieder aufzubauen, unterstützt, und kennt dort jeden alten Stein. Nächstes Jahr werde es auch reguläre Wanderungen von Igel-Tours zum Thema Wolfshügelturm geben, kündigte der Fremdenführer an.

Vis-à-vis der Reste des einst 25 Meter hohen Aussichtsturms informierte Ingenieur Sebastian Wilhelm über den Stand der Untersuchungen des erhaltenen Sockels. Er begleitet die Abschlussarbeit einer TU-Studentin, die im Rahmen ihres Diploms die Beschaffenheit der Betonplattform untersucht. Ziel ist es, herauszufinden, ob sie sich als Grundlage eines neuen Baus eignet. Für diese Materialprüfung haben Spezialisten im September drei Probebohrungen vorgenommen. Sie führten quer durch den Sockel. Innen sei er hohl, erklärt Sebastian Wilhelm. Es könne sein, dass die innere Konstruktion durch Erschütterungen Schaden genommen hat.

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Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die Nazis den Bau gesprengt, um ihn für die Rote Armee als Aussichtspunkt unbrauchbar zu machen. Seitdem liegen Trümmerbrocken in der Ruine, Rudimente der charakteristischen Wendeltreppe sind noch zu sehen. „Das Besondere am Wolfshügelturm ist, dass er der erste Dresdner Turm in Stahlbetonbauweise ist“, sagt der Experte für Massivbau. Steinmetzarbeiten ließen es nicht so erscheinen, doch inwendig bestand das Gebäude aus metallverstrebtem Beton. Der wurde vor über 100 Jahren gegossen. Wie haltbar er heute noch ist, das soll die Analyse der Bohrkerne in einem Labor der TU Dresden ergeben. Der Wolfshügelturm war 1911 nach Plänen von Stadtbaurat Hans Erlwein errichtet worden und ersetzte den bisherigen Holzturm von 1886 an gleicher Stelle.

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Mit dem Ziel, den Wolfshügelturm wieder aufzubauen und den Dresdnern als Ausflugsziel zurückzugeben, haben sich Engagierte im vergangenen Jahr zu einem gemeinnützigen Verein zusammengeschlossen. Er hat rund 30 Mitglieder. Vorsitzender ist Dresdens Finanzbürgermeister Peter Lahmes (SPD), den Vizevorsitz hat SPD-Stadträtin Kristin Sturm. Das Konzept sieht vor, die Bausubstanz zu erforschen und zu sichern. „Der nächste Schritt soll sein, den Turmsockel mit einem Geländer versehen begehbar zu machen“, sagt Kristin Sturm. Ob der Turm modern oder nach historischem Vorbild neu entstehe, werde eine gemeinschaftliche Entscheidung.

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