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Flächentarif bei Flugzeugwerke-Töchtern?

In Kürze gibt es in Kodersdorf die nächsten Gespräche. Die Unterschiede zur Dresdener Mutterfirma sollen verschwinden.

Von Frank-Uwe Michel
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Gewerkschaft und Mitarbeiter von Acosa kämpfen um die Aufnahme des Kodersdorfer Werkes in den Flächentarifvertrag der sächsischen Metall- und Elektroindustrie.
Gewerkschaft und Mitarbeiter von Acosa kämpfen um die Aufnahme des Kodersdorfer Werkes in den Flächentarifvertrag der sächsischen Metall- und Elektroindustrie. © André Schulze

Bis zur Aufnahme in den Flächentarifvertrag der sächsischen Metall- und Elektroindustrie ist es für die Beschäftigten der Aircraft Composites Sachsen GmbH (Acosa) und der CCI Assembly GmbH noch ein weiter Weg. 

Erste Sondierungsgespräche im Dezember

Die beiden im Gewerbegebiet Kodersdorf ansässigen Unternehmen sind 100-prozentige Töchter der Elbe Flugzeugwerke GmbH in Dresden, zahlen ihren Mitarbeitern aber bei Weitem nicht das gleiche Gehalt. Das soll sich auf Initiative der IG Metall Ostsachsen sowie der Betriebsräte beider Werke baldmöglichst ändern. Gewerkschaftssekretär Christian Göbel: "Im Dezember gab es erste Sondierungsgespräche. Dabei haben alle Seiten ihre Standpunkte vorgestellt und Argumente ausgetauscht, wie man in den Verhandlungen weiterkommen könnte." Die Arbeitgeberseite, so Göbel, wollte sich danach mit der Muttergesellschaft verständigen. 

Es geht auch um Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Allerdings gibt es aus Dresden bisher offenbar nichts Neues zu vermelden. Anke Lemke, Sprecherin der Elbe-Flugzeugwerke, teilt auf SZ-Nachfrage mit, es gebe derzeit keinen Status, der berichtenswert wäre. Das sieht Gewerkschafter Göbel jedoch anders. Denn schon in Kürze seien die nächsten Gespräche geplant. Dabei werde es erneut um die Eckpunkte des in Frage stehenden Flächentarifvertrages gehen. "Das betrifft die Arbeitszeit genauso wie den Urlaub und die Lohnstruktur." Dabei gehe es nicht nur um die Löhne selbst, sondern auch um Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ziel sei es, schnellstmöglich Lösungen zu finden.

Beschäftigte wollen keine Unterschiede mehr

Knackpunkt in den Verhandlungen sind die Ausgangssituationen, von der beide Seiten kommen. Während in den Elbe-Flugzeugwerken seit den 1990er Jahren der in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie übliche Flächentarif gilt, sind die erst in den letzten Jahren im Gewerbegebiet Kodersdorf errichteten Tochtergesellschaften Acosa und CCI Assembly davon noch meilenweit entfernt. Die Unterschiede in ein und derselben Unternehmensgruppe wollen Gewerkschaft und Beschäftigte nun nicht länger hinnehmen. Dazu hat sich die Belegschaft in den beiden Kodersdorfer Werken formiert. Während es bei CCI Assembly schon seit längerer Zeit einen Betriebsrat gibt, wurde das Gremium bei Acosa erst im Februar 2019 ins Leben gerufen.

Tarifkommission treibt Verhandlungen voran

Der erste Schritt hin zur Tarifgleichheit in allen drei Firmen wurde bereits Mitte Oktober vergangenen Jahres gemacht. Damals bildete sich eine Tarifkommission, die aus Gewerkschaftsvertretern, den beiden Kodersdorfer Betriebsratsvorsitzenden sowie weiteren Kollegen besteht. 

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