merken
PLUS Zittau

Turow investiert in Umweltschutz

Der Kraftwerkbetreiber lässt die Abwasser-Reinigungsanlage für 30 Millionen Euro modernisieren - es ist die erste ihrer Art in Polen. Und sie macht die Neiße sauberer.

Das Kraftwerk in Turow wird weiter modernisiert.
Das Kraftwerk in Turow wird weiter modernisiert. © Matthias Weber/photoweber.de

Um den Umweltschutz-Bedingungen der EU gerecht zu werden, investiert Betreiber PGE 120 Millionen Zloty (30 Millionen Euro) in die Reinigungsanlage für die industriellen Abwässer des Kraftwerks in Turow. Dafür hat er einen Vertrag zur umfänglichen Modernisierung der darauf spezialisierten polnischen Firma Seen unterzeichnet. Bis August kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Laut Kraftwerksbetreiber stützt sich die Anlage auf eine moderne und hochleistungsfähige Membrantechnologie. Das heißt: Die zur Anwendung kommende Mikrofiltration bewirkt, dass 96 Prozent aller Verschmutzungen aus den Abwässern während der Reinigungsprozesse herausgefiltert und entfernt werden können. Es sei die erste und modernste Anlage dieser Art, die in Polen im Bereich Industrieabwasserreinigung zum Einsatz komme, so PGE. 

Technische Universität Dresden
TU Dresden News
TU Dresden News

Was passiert an der Exzellenzuniversität TU Dresden? Aktuelle News und Informationen finden Sie in unserer Unternehmenswelt.

Die Anlage hat eine Aufnahmekapazität von etwa 14.000 Kubikmetern pro Tag. Sie werden nach Durchlaufen des Reinigungszyklus in die Miedzianka (Küpper) eingeleitet und können nach Auskunft des Betreibers ohne Auswirkungen auf die Umwelt wieder in den technologischen Prozess des Kraftwerks zurückfließen. Zudem wirke sich diese Technologie auch günstig auf die Wasserqualität der Lausitzer Neiße aus, heißt es. 

Das Kraftwerk hat seit dem Start des ersten Blocks 1962 mehrere grundlegende Modernisierungen durchlaufen. Dabei seien ständig die Auswirkungen des Betriebes auf die Umwelt analysiert und notwendige Veränderungen zu deren Schutz vorgenommen worden, berichtet PGE. Mit dem Bau des neuen Blocks und der weiteren Modernisierung der Blöcke 1 bis 3 soll dem auch in den nächsten 25 Jahren Rechnung getragen werden. 

Momentan versorgt das Kraftwerk 2,3 Millionen Haushalte mit Strom, nach Zuschaltung des 496-MW-Blocks können eine Million mehr vom Strom aus Turow profitieren.

Tschechien hat derweil vorige Woche einen weiteren Schritt getan, gegen die Erweiterung des Tagesbaus zu klagen.  Grund ist die Sorge um das Grundwasser im Grenzgebiet. Unterstützung kommt von der bündnisgrünen EU-Abgeordneten für Sachsen Anna Cavazzini. Sie fordert, dass die deutsche Seite nachzieht.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau