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Sächsischer Integrationspreis geht an Königsteiner Flüchtlingshelfer

In der Werkstatt 26 in Königstein bekommen Migranten nicht nur Hilfe, sie werden selbst zu Helfern. Ein nachhaltiges Konzept, das überregional auffällt.

Von Katarina Gust
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Preisträger des Sächsischen Integrationspreises 2023: Darunter die Werkstatt 26 in Königstein, zu der Juliane Dietrich (3.v.l.) gehört.
Preisträger des Sächsischen Integrationspreises 2023: Darunter die Werkstatt 26 in Königstein, zu der Juliane Dietrich (3.v.l.) gehört. © SMS/Killig

Das Team der Werkstatt 26 in Königstein ist mit dem Sächsischen Integrationspreis 2023 ausgezeichnet worden. Der soziale und kulturelle Treffpunkt, der nach der Adresse an der Pirnaer Straße 26 in der Festungsstadt benannt ist, ist eine von insgesamt drei Initiativen im Freistaat, die für ihr besonders Engagement für die Integration von Flüchtlingen gewürdigt wurde.

Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde von Sozialministerin Petra Köpping (SPD), dem Sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth (CDU) und Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois (CDU) überreicht.

Insgesamt 82 Initiativen hatten sich in diesem Jahr um den Integrationspreis beworben - so viele wie noch nie. Eine Entwicklung, die mit den steigenden Flüchtlingszahlen einhergeht. "Kriege und Krisen auf der Welt führen dazu, dass Menschen zu uns kommen. Die Zahlen sind sehr hoch", sagte Andrea Dombois. Die Kommunen in Sachsen hätten trotz großer Kraftanstrengungen ihre Belastungsgrenze erreicht. Die Werkstatt 26 und alle anderen Initiativen würden intensiv daran arbeiten, die aktuellen Herausforderungen zu meistern und ein herausragendes Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen leisten. "Ihre erfolgreiche Integrationsarbeit ist ein absoluter Gewinn für den Freistaat", sagte Petra Köpping.

Elf Zugewanderte im Team der Werkstatt 26

Dass die Werkstatt 26 zu den Preisträgern gehört, hängt mit dem nachhaltigen Konzept zusammen. Denn in Königstein bekommen Migranten nicht nur Hilfe, sie werden auch selbst zu aktiven Helfern. In der Werkstatt 26 engagieren sich aktuell elf Zugewanderte ehrenamtlich. Drei von ihnen wurde in diesem Jahr der Königsteiner Ehrentaler verliehen. "Dieser Ort verbindet Hilfesuchende und Unterstützer. Er ermöglicht Geflüchteten, sich zu engagieren und aktive Mitglieder der Gemeinschaft zu werden", sagte Flaurita Maffokang, Stipendiatin des "Marwa El-Sherbini-Stipendiums für Weltoffenheit und Toleranz", in ihrer Laudatio.

Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth freute sich über die Rekordzahl an Bewerbungen um den diesjährigen Integrationspreis. "Besonders wünschenswert und erfreulich ist dabei, dass der ländliche Raum sichtbarer wird", sagte er. Integrationsarbeit abseits der Großstädte verlange aus vielerlei Gründen Mut und einen langen Atem.

Die Werkstatt 26, die 2019 vom Verein "Weltbewusst" initiiert wurde, bietet wöchentlich Sozialberatungen an, dreimal pro Woche Deutschkurse und weitere Sprachtreffen. Flüchtlinge, die beim Ausfüllen von Dokumenten und beim Dolmetschen Hilfe brauchen, werden aktiv unterstützt. Zudem werden Freizeitaktivitäten für Kinder angeboten, Reparaturtreffs und Erzählcafés veranstaltet.