SZ + Dippoldiswalde
Merken

Osterzgebirge: Was ist dran am Windkraft-Gerücht?

Müssen die Betreiber von Windanlagen Akkus kurzschließen und verpufft Strom in der Luft? Sächsische.de hat sich kundig gemacht.

Von Franz Herz
 2 Min.
Teilen
Folgen
Hier stehen die Windkraftwerke bei Colmnitz im Regen. Aber ihr Strom wird nicht in Akkus gespeichert, auch wenn es auf Facebook solche Gerüchte gibt.
Hier stehen die Windkraftwerke bei Colmnitz im Regen. Aber ihr Strom wird nicht in Akkus gespeichert, auch wenn es auf Facebook solche Gerüchte gibt. © Archiv/Egbert Kamprath

Auf den Beitrag zu den Windkraftplänen bei Colmnitz schrieb ein Facebooknutzer namens Jens Förster: „Mitarbeiter der Envia M müssen regelmäßig raus zu den Windrädern, um die vollen Akkus kurz zu schließen, um diese zu entladen, weil kein Abnehmer da ist. Wir haben Strom in Hülle und Fülle, nur eure dämlichen Bestimmungen geben vor, dass nur ein Teil davon ins Netz gespeist wird. Der Rest verpufft in der Luft.“ Das ist eine überraschende Aussage. Was ist da dran?

Von solchen Aktionen noch nie gehört

Daraufhin fragte Sächsische.de bei der „Envia M“ nach, was an dieser Behauptung dran sei. Pressesprecher Stefan Buscher hatte von solchen Aktionen noch nie gehört. Er stellte aber den Kontakt zu seinem Kollegen bei der „Envia Therm GmbH“ her. Dieses Tochterunternehmen der Mitteldeutsche Energie AG baut und betreibt in Ostdeutschland Wind-, Photovoltaik-, Wasser-, Biomasse-, Biogas- und Bio-Methan-Kraftwerke.

Akkus sind bisher nicht im großtechnischen Einsatz

Dort gab Uwe Pohl Auskunft. Von Akkus, die Windstrom speichern und die entladen werden müssten, weiß auch er nichts. „Akkus sind noch nicht im großtechnischen Einsatz“, sagt er. Auch Mitarbeiter, die zu Windrädern rausfahren, weil zu viel Strom vorhanden sei, hat die Envia Therm nicht.

Wenn abgeschaltet wird, dann ganz automatisch

Es gibt aber durchaus Situationen, in denen zu viel Strom im Netz ist. Dann geben die Netzbetreiber ein Signal an Windräder, die sich automatisch aus dem Wind drehen. „Dafür schicken wir aber niemand raus. Das würde gar nicht funktionieren, weil die Reaktionszeit zu langsam wäre“, sagt Pohl. Wenn wieder mehr Strom benötigt wird, schalten sich die Rotoren automatisch wieder ein.

Netzbetreiber sind im Großteil des Landkreises Sächsische Schweiz-Ostergebirge die Sachsennetz GmbH, in den Orten ganz im Westen wie Colmnitz ist es die Mitnetz GmbH, ebenfalls ein Tochterbetrieb der Envia-Gruppe.