merken
Politik

Das sagt Merz zu seiner Schwulen-Aussage

Friedrich Merz wird vorgeworfen, Homosexuelle in die Nähe von Pädophilen gerückt zu haben. Jetzt äußert sich der Kandidat für den CDU-Vorsitz dazu.

Merz wurde am vergangenen Sonntag in einem "Bild"-Talk gefragt, ob er Vorbehalte hätte, wenn heute ein Schwuler Bundeskanzler werden würde.
Merz wurde am vergangenen Sonntag in einem "Bild"-Talk gefragt, ob er Vorbehalte hätte, wenn heute ein Schwuler Bundeskanzler werden würde. © Rolf Vennenbernd/dpa

Berlin. Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, hat den Vorwurf zurückgewiesen, Homosexuelle in die Nähe von Pädophilen gerückt zu haben. Seine umstrittene Äußerung "ist offensichtlich missverstanden worden", sagte Merz dem Nachrichtenportal "t-online". Er verstehe aber, dass man sie missverstehen könne und sage deshalb ausdrücklich: "Wenn sich irgendjemand davon persönlich getroffen gefühlt hat, bedauere ich das wirklich sehr."

Merz wurde am vergangenen Sonntag in einem "Bild"-Talk gefragt, ob er Vorbehalte hätte, wenn heute ein Schwuler Bundeskanzler werden würde. "Nein", sagte Merz. Auf die Nachfrage, ob das für ihn völlig normal wäre, fügte er hinzu: "Über die Frage der sexuellen Orientierung, das geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft - an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht - ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion."

Anzeige
Onlineapotheke? StadtApotheken Dresden!
Onlineapotheke? StadtApotheken Dresden!

Wer seine Medikamente gerne bequem und direkt von Zuhause bestellt, muss nicht auf Zuverlässigkeit und kompetente Beratung verzichten. LINDA macht es möglich.

Merz kritisierte indessen die anschließende öffentliche Diskussion über ihn: Es sei "natürlich Bösartigkeit unterwegs gewesen". Die "überwiegende, wenn auch nicht ausschließliche, Reaktion" aus der Partei sei gewesen: "Man kann es auch übertreiben mit der Kritik und mit der Interpretation. Das geht bis zu dem Thema einer Art Empörungsmaschine."

Weiterführende Artikel

Was Merz von einem schwulen Kanzler hält

Was Merz von einem schwulen Kanzler hält

Eine Antwort von CDU-Mann Friedrich Merz zum Thema Homosexualität löst Diskussionen aus.

Darauf angesprochen, dass er sich nach Meinung von Kritikern auch schon abfällig über Frauen geäußert habe, etwa als er im Februar anmerkte, es sei "natürlich reiner Zufall", dass Sturm-Tiefs wie "Sabine" gerade Frauennamen trügen, erwiderte Merz: "Die Bereitschaft für Humor und Ironie in dieser Gesellschaft sind unterentwickelt. Wenn Sie so was in Großbritannien gesagt hätten, hätte sich nie jemand darüber aufgeregt." Er setzte hinzu: "Aber ich verstehe und lerne: Man ist mit Ironie oder mit Bemerkungen, die vielleicht etwas spaßig gemeint sind, in diesem Lande schlecht aufgehoben." (dpa)

Mehr zum Thema Politik